29. Juli 2019 / 08:03 Uhr

Das muss bei Hannover 96 besser werden: Fünf Erkenntnisse zum Start

Das muss bei Hannover 96 besser werden: Fünf Erkenntnisse zum Start

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Coach Mirko Slomka war nur mit der Anfangsphase in Stuttgart zufrieden, Edgar Prib wirkte ebenfalls nicht angetan.
96-Coach Mirko Slomka war nur mit der Anfangsphase in Stuttgart zufrieden, Edgar Prib wirkte ebenfalls nicht angetan. © imago images / action press
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Es hapert noch an der ein oder anderen Stelle bei Hannover 96, das hat die Auftkatniederlage beim VfB Stuttgart gezeigt. Fünf Erkenntnisse zum Zweitliga-Start der Roten.

96 in Stuttgart – das war aus Hannover-Sicht etwas Licht, mehr Schatten. Das 1:2 zum Auftakt ist trotzdem keine Katastrophe, aber es muss sich noch was tun für den Traum vom Wiederaufstieg. Wir fassen die 96-Erkenntnisse des Zweitliga-Starts zusammen und sagen, was noch besser werden muss.

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Kreativität: Davon hat 96 viel zu wenig, da hilft wohl nur der Transfermarkt. Genki Haraguchi, der überraschend von Beginn an spielte, brachte kaum Impulse. Wieder mal. Der Japaner empfahl sich nicht für weitere Startelfeinsätze, bleibt trotz eigentlich hoher Qualität ein leeres 96-Versprechen. Linton Maina und Florent Muslija hatten über die Außen gute Momente, den nötigen Zug in den Sechzehner brachten aber auch sie nicht. 96 würde gut daran tun, in der Schaltzentrale noch nachzulegen. Das würde auch den guten Edgar Prib entlasten.

Kadertiefe: Ein neuer Kreativer würde bei der Kadertiefe helfen, auch sonst gibt’s Bedarf. Mit Verlaub: Wenn Miiko Albornoz und Julian Korb die letzten Wechselpatronen für einen offensiven Schlussspurt sind, stimmt was nicht. 96 will außerdem einen Innenverteidiger, beobachtet den Markt für Linksaußen. Das Problem: Es fehlt an Geld – noch. Walace steht vorm Abgang, könnte bis zu 8 Millionen Euro bringen. Wäre gut: Mit dieser Ablöse könnte Sportdirektor Jan Schlaudraff auf allen Planstellen nachlegen.

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Die Roten in Noten: Das ist die Einzelkritik vom Spiel der 2. Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und Hannover 96

<b>Ron-Robert Zieler:</b> Anfangs stark, dann dieser dicke Bock beim zweiten Gegentreffer, als er sich den Ball selber ins Netz boxt.   Note: 5 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Anfangs stark, dann dieser dicke Bock beim zweiten Gegentreffer, als er sich den Ball selber ins Netz boxt. Note: 5 ©

Weydandt wirkte etwas verloren

Torgefahr: Wer in der 2. Liga oben mitspielen will, braucht einen richtig guten Knipser. Beim letzten Aufstieg hatte 96 gleich zwei mit Niclas Füllkrug und Martin Harnik. Nachfolger bitte vortreten! Dabei geht es auch um Effektivität. Ausgerechnet Stuttgart zeigte, wie wichtig das ist. Sturmstar Mario Gomez machte mit seiner ersten Ballberührung ein Tor, der VfB aus zweieinhalb Chancen in der ersten Halbzeit zwei Treffer. Das reichte.

96 war erst ineffektiv, hatte in der zweiten Hälfte dann keine Chancen mehr. Hendrik Weydandt war als Sturmspitze allein auf weiter Flur, wirkte mitunter etwas verloren. Die beste Chance verspielte er wegen einer unsauberen Ballannahme, dafür erzwang er Stuttgarts Eigentor durch energisches Nachsetzen. Marvin Ducksch wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt, hatte aber keine Möglichkeiten. Auch wegen der Unterzahl. Bei Kiel war der ­25-Jährige einst Ballermann, ganz fit ist er noch nicht. Er könnte für 96 zum X-Faktor werden, gegen Stuttgart war er Nicht-Faktor.

Die besten Torschützen von Hannover 96 seit 2000 (jeweils für jeweilige Saison).

Saison 2020/21 (2. Bundesliga): Marvin Ducksch - 16 Tore Zur Galerie
Saison 2020/21 (2. Bundesliga): Marvin Ducksch - 16 Tore ©

Schlimme Auswärtsbilanz

Auswärtsangst: Die Serie ist fast schon beängstigend, auch wenn Mirko Slomka wenig dafür kann. Seit 30 Ligaspielen hat Hannover nicht mehr in der Fremde gewonnen, den bisher letzte Sieg gab es am 21. Oktober 2017 (2:1 in Augsburg). Da ist vielleicht auch ein bisschen psychologisches Fingerspitzengefühl gefragt. Seit dem Auswärtssieg hat 96 drei Cheftrainer gesehen. In Stuttgart klappte es wieder nicht. Die nächste Chance: am 17. August (13 Uhr) bei Wehen Wiesbaden. Der Drittliga-Aufsteiger schaffte es erst über den Umweg Relegation hoch. Irgendwann muss die 96-Negativserie ja mal reißen ...

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Tor: 
Martin Hansen (Rückennummer 25) Zur Galerie
Tor: Martin Hansen (Rückennummer 25) ©

Was schon passte: 96 hat durchaus ordentliche Ansätze gezeigt. Der Zusammenhalt, der dem Team in der Vorsaison zeitweise abhanden gekommen war, scheint zu stimmen. Und: „Die ersten 25 Minuten waren gut. Da haben wir gut attackiert, sehr schön nach vorn verteidigt, haben viele Bälle geklaut und hatten die klareren Möglichkeiten“, fand Slomka. Darauf muss 96 aufbauen.