15. Februar 2022 / 18:41 Uhr

"Das Risiko wäre zu hoch": Nmecha-Comeback in Wolfsburg verzögert sich

"Das Risiko wäre zu hoch": Nmecha-Comeback in Wolfsburg verzögert sich

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Muss auf sein Comeback warten: Lukas Nmecha vom VfL Wolfsburg.
Muss auf sein Comeback warten: Lukas Nmecha vom VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
Anzeige

Lukas Nmecha muss beim VfL Wolfsburg weiter auf sein Comeback warten. Der Stürmer habe nach seiner schweren Knöchelverletzung auf die Trainingsbelastung reagiert, so Trainer Florian Kohfeldt. Aus dem erhofften Kurzeinsatz am Samstag gegen Hoffenheim wird damit nichts.

Beim Spiel in Frankfurt hatte er noch passen müssen, am kommenden Samstag beim Heimspiel gegen Hoffenheim sollte Lukas Nmecha eigentlich für seinen ersten Kurzeinsatz nach schwerer Knöchelverletzung bereit sein. Doch daraus wird nichts: Der deutsche Nationalspieler hat die Belastung der vergangenen Tage nicht so gut weggesteckt, wenngleich Trainer Florian Kohfeldt beim Angreifer nicht von einem Rückschlag im klassischen Sinne sprechen will.

Anzeige

Bei der 2:3-Niederlage am letzten Rückrundenspieltag gegen Köln hatte sich Nmecha verletzt, musste operiert werden. Von drei bis vier Monaten Ausfallzeit war die Rede, doch der Stürmer gab in der Reha richtig Gas, arbeitete unter anderem in Belgien (wo er bis zum vergangenen Sommer bei RSC Anderlecht gespielt hatte) an seiner Rückkehr. In der vergangenen Woche war der 23-Jährige in Wolfsburg wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Da habe er sich "schon schwergetan, diese Belastung zu tolerieren. Er war sehr kaputt", berichtet Kohfeldt. "Daher geben wir uns noch eine Woche mehr Zeit – nicht, weil etwas kaputt ist, sondern um ihn sauber wieder zurückzubringen."

Mehr zum VfL Wolfsburg

In der mit Wintertransfers umgebauten VfL-Offensive ist für Nmecha die Mittelstürmer-Position vorgesehen, nachdem er in der Hinrunde vor allem hinter oder nebem Torjäger Wout Weghorst agiert hatte. Nach dessen Wechsel zum FC Burnley ist nun der Platz in der Mitte für Nmecha (bisher acht Saisontore in 21 Pflichtspieleinsätzen) frei. Allerdings wird der Stürmer wohl erst wieder beim Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach (Sa., 26. Februar, 15.30 Uhr) wieder mitwirken können. "Das Risiko, ihn jetzt wieder in den Wettkampf zu schicken, wäre zu hoch", betont Kohfeldt. Dass Nmecha gegen Hoffenheim zumindest schon mal wieder mit im Kader steht, wollte der VfL-Coach zwar "nicht ausschließen, aber es wird eng. Das haben wir nicht ganz so erwartet."

Anzeige

Ebenfalls am Samstag noch nicht mit dabei sein, wird Xaver Schlager, wenngleich sich der Mittelfeldmann seinem Comeback immer weiter annähert. "Er macht in dieser Woche das erste Mal das komplette Training ohne Einschränkungen mit", freut sich Kohfeldt. Aber genau wie Nmecha müsse man auch beim Österreicher schauen, wie er die Belastung nach seinem Kreuzbandriss, den er sich früh in der Saison gegen RB Leipzig zugezogen hatte, verkraftet. "Xaver hat eine deutlich längere Ausfallzeit gehabt", merkt Kohfeldt an. "Seine Entwicklung im Training ist positiv. Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich schont." Allerdings kommt Hoffenheim noch zu früh. Der Wolfsburg-Trainer: "Er ist zwar ein Mentalitätsspieler, aber ich will nicht zu große Hoffnungen auf dieses Wochenende machen." Denkbar ist eher eine Rückkehr in Gladbach oder eine Woche später gegen Union Berlin.

Mit der Rückkehr von Schlager erhöht sich beim VfL natürlich auch der Konkurrenzkampf im Mittelfeld. Aster Vranckx hatte den Österreicher in den vergangenen Monaten ordentlich vertreten und an der Seite des gesetzten Maximilian Arnold gute Leistungen gezeigt. Ob der Belgier dann auf die Bank muss oder für ihn an anderer Stelle (möglicherweise auf einer der Halbpositionen hinter der Spitze) ein Platz frei wird, muss sich zeigen. Aber "bei einem komplett fitten Xaver wird es schwer, an ihm vorbeizukommen", sagt Kohfeldt ehrlich. Allerdings werde der Abräumer nach seinem Kreuzbandriss "nicht vom ersten Spiel an wieder 90 Minuten gehen können". Das, so der VfL-Coach, seien "schöne Probleme und denen stellen wir uns, wenn es so weit ist".