06. April 2020 / 15:42 Uhr

Das sagen Brandenburger Trainer zu einem möglichen Saisonabbruch

Das sagen Brandenburger Trainer zu einem möglichen Saisonabbruch

Marcus Alert
Märkische Allgemeine Zeitung
Nico Wilhelm (o.l.), Klaus Raschke (o.r.), Jan Weser (M.), Frank Wetzel (u.l.) und Dirk Beck (u.r.) äußern sich zur aktuellen Situation.
Nico Wilhelm (o.l.), Klaus Raschke (o.r.), Jan Weser (M.), Frank Wetzel (u.l.) und Dirk Beck (u.r.) äußern sich zur aktuellen Situation. © Marcus Alert
Anzeige

Fußballkreis Havelland: Der Amateurfußball steht derzeit still. Doch wie geht es in den kommenden Wochen und Monaten weiter. Wir haben uns bei Brandenburger Trainern umgehört und nach ihrer Meinung gefragt.

Anzeige

Nico Wilhelm, Trainer FC Stahl Brandenburg II: „Ich akzeptiere jede Lösung, würde aber am liebsten weiter spielen. Allerdings müsste das schnell gehen, da englische Wochen kaum möglich sind. Ich vermisse zwar den Fußball, doch gibt es sicherlich dringendere Probleme. Gut für uns wäre sicherlich eine Annullierung der Kreisoberliga-Spielzeit, schließlich stehen wir derzeit auf einem Abstiegsplatz. Sollten wir doch absteigen, würde ich das natürlich akzeptieren, da wir keine gute Hinrunde gespielt haben.“

Anzeige

Frank Wetzel, Trainer BSRK 1883: „Sinnvoll wäre ein sofortiger Abbruch, so dass im Sommer in der gleichen Konstellation wieder begonnen werden kann. Dass nach der jetzigen Tabellenkonstellation Absteiger bestimmt werden, kann ich mir nicht vorstellen. Mehrere meiner Spieler würden die Saison allerdings gern zu Ende spielen. Doch dann müssten letztlich alle an allen Feiertagen und oftmals unter der Woche spielen. Da lassen sich Arbeit und Familie kaum noch bewerkstelligen.“

In Bildern: Die Sieger des Brandenburger Landespokals seit 2003.

2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. Zur Galerie
2003: Der damalige Verbandsligist Ludwigsfelder FC gewinnt am 4. Juni 2003 das Landespokalfinale mit 1:0 im heimischen Waldstadion gegen den Brandenburger SC Süd 05 (Oberliga). Siegtorschütze war vor 1100 Zuschauern Mike Jesse (28.). Als Landespokalsieger trifft der LFC in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals am 30. August 2003 auf den Bundesligisten Werder Bremen und verliert 1:9. ©

Jan Weser, Trainer Alemania Fohrde: „Ich würde einfach mit der Saison aufhören als ob nichts passiert wäre. Alles andere macht aus Zeitgründen einfach keinen Sinn. Spiele unter der Woche und an sämtlichen Feiertagen würden den Wettbewerb völlig verzerren und die Verletzungsgefahr wäre, auch nach der langen Trainingspause, für die Spieler sehr groß, zumal der Kader in unserem Falle auch sehr klein ist. Die Saison zu Ende zu spielen ist aus meiner Sicht einfach nicht möglich und daher nicht sinnvoll.“

Klaus Raschke, Trainer Blau-Weiß Damsdorf: „Da es keine absolut faire Lösung gibt, würde ich nach dem sofortigen Abbruch die Saison einfach annullieren. Das ist nun einmal höhere Gewalt, tun wir einfach so, als ob die Saison nie stattgefunden hat. Ein zeitnahes Weiterspielen ist einfach nicht mehr möglich, da man ja wenigstens drei Wochen trainieren sollte, ehe es wieder um Punkte gehen kann. Und ohne Training ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß. Das kann einfach niemand verantworten.


Dirk Beck, Trainer BSC Süd 05 II: „Die Saison sollte schnell abgebrochen werden, damit die Planungen für die nächste Spielzeit anlaufen können. Natürlich würden wir alle viel lieber Fußball spielen, doch das ist ja nun einmal nicht möglich. Doch das lange Warten auf Entscheidungen der Funktionäre bringt nichts und in den Sommer kann nun einmal nicht hinein gespielt werden. Denn die Spieler sind nach dem Ende der Einschränkungen erst einmal im Job gefragt, ist Fußball nun einmal nur Hobby.“