13. Januar 2022 / 10:57 Uhr

Das sagen die Schaumburger Tennisspieler zum Fall "Novak Djokovic"

Das sagen die Schaumburger Tennisspieler zum Fall "Novak Djokovic"

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Via Instagram hat Novak Djokovic Stellung zu seinen Einreiseproblemen nach Australien bezogen.
Die Schaumburger Tennisspieler sind der Meinung, dass Novak Djokovic nicht an den Australien Open teilnehmen dürfte. © IMAGO / AAP
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Spielt er, oder spielt er nicht? Die Teilnahme von Novak Djokovic bei den Australien Open steht weiter in den Sternen. Die Schaumburger Tennis-Welt hat eine klare Meinung.

Die Tenniswelt ist momentan in Aufruhr. Denn mit Blick auf die Australian Open in Melbourne hat sich ein Krimi rund um Novak Djokovic, die aktuelle Nummer eins der Weltrangliste und Titelverteidiger des Turniers, entsponnen. Die Frage ist, ob der 34-Jährige bei dem Turnier in Down Under antreten darf oder nicht. Denn eigentlich dürfen nur geimpfte Spielerinnen und Spieler antreten. Das ist Djokovic nicht.

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Trotzdem wird heiß diskutiert. Eine Entscheidung könnte heute fallen. Wenn es nach Karl Reichstein, dem Spartenleiter der SG Rodenberg, geht, sollte gleiches Recht für alle angewandt werden – und demnach dürfe er nicht spielen. Wir haben uns weitere Meinungen aus der Schaumburger Tenniswelt rund um den Fall „Novak Djokovic“ eingeholt.

Sönke Bruns (Mannschaftsführer des TC Meerbeck): „Ich fände es nicht gut, wenn er antreten dürfte. Denn es geht nicht, dass er mit einer Infektion durch die Weltgeschichte tingelt und sich dann ins Land reinmogelt. Er darf Sachen, die andere Menschen nicht dürfen. Außerdem bekommt man nun gar nicht mehr mit, was sonst noch Schönes im Vorfeld rund um die Australian Open passiert.“


Jutta Wecke (Abteilungsleitern des TV Bergkrug): „Novak Djokovic darf keine Sonderbehandlung bekommen. Das australische Volk leidet, darf nicht in das Land einreisen und Djokovic darf machen, was er will. Die Regeln gelten nicht nur für Fritze Müller, sondern auch für ihn. Mir gefällt seine Heimlichtuerei nicht, und ich finde das alles nicht glaubwürdig. Ich hoffe, dass er wieder nach Hause geschickt wird. Ich werde mir auf jeden Fall kein Djokovic-Spiel vor dem Fernseher anschauen.“

Christoph Wilke (Rollstuhltennisspieler des TC Meerbeck): „Ich fände es gerechtfertigt, wenn er nicht spielen dürfte. Wir schützen uns und alle anderen durch die Impfung und nur, weil er die Nummer eins der Welt ist, sollte er keine Sonderbehandlung bekommen. Es geht einfach um unsere Gesundheit. Sollte er antreten dürfen, werde ich mir seine Spiele trotzdem anschauen, denn ich gucke mir Tennis generell an, weil ich von den Besten etwas lernen möchte.“

Joana Harmening (Spielerin des Bückeburger TV WRB): „Ich würde ihn auf keinen Fall spielen lassen und finde es auch okay, dass er zuerst abgewiesen wurde. Es gibt einfach zu viele Ungereimtheiten, und es kann auch nicht sein, dass gesonderte Personen gesonderte Regeln bekommen. Als Veranstalter will ich natürlich die Nummer eins der Welt dabei haben, aber die 113 der Welt, die möglicherweise auch nicht geimpft ist, würde diese Sonderbehandlung nicht bekommen. Und ich finde auch, dass sich die Veranstalter dadurch keinen Gefallen tun. Ich wäre auch richtig sauer, wenn ich australische Staatsbürgerin wäre, so lange nicht in mein eigenes Land hätte einreisen dürfen – und dann kommt Djokovic und tritt das mit Füßen. Für sein Image ist das jetzt auf jeden Fall der Ober-GAU.“

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Fabian Godek (Vorsitzender des Tennisvereins RW Rinteln): „Grundsätzlich sollten Spitzensportler ihre Vorbildfunktion wahren und auch so auftreten. Und wenn die Regeln in dem Land so sind, dann müssen sich alle auch daran halten. Bei einem Spiel von Djokovic würde ich die Person vom Sport trennen, denn zu einer Partie gehören ja zwei – und den anderen will ich nicht damit bestrafen, indem ich mir das Spiel dann nicht anschaue. Aber was die Reaktionen auf die Person betrifft, könnte man in den sozialen Netzwerken auch auf Abstand zu ihm gehen – möglicherweise könnten das auch Werbepartner so sehen.“

Harald Nemanoff (Ehrenpräsident des TC GW Stadthagen): „Ich glaube, dass er ganz schlecht beraten war und nun eine ganz große Ablehnung erfahren wird, denn er hat andere Menschen gefährdet. In Zukunft wird er mit Sicherheit, sofern Zuschauer dabei sind, immer wieder Pfiffe erleben. Der weltbeste Spieler hat dadurch nun einen großen Schaden erlitten, denn als Privatperson würde man niemals so behandelt werden. Australier durften nicht einreisen, können so vielleicht nicht zur Beerdigung eines Familienangehörigen – und für Djokovic ist das nun möglich? Auch, wenn er selbst damit kämpft, dass er an die Beliebtheit eines Roger Federers rankommt, hatte ich Sympathien für ihn. Denn Djokovic ist ein sportlich fairer Spieler. Aber einen Start zu erzwingen, geht einfach nicht. Ein Innenminister sollte sich so was nicht gefallen lassen.“

Jannik Schukowski (Spartenleiter SG Liekwegen/Sülbeck/Südhorsten): „Aus meiner Sicht sollte das so gehandhabt werden wie bei jedem anderen auch. Wie genau darüber jetzt entschieden wird, würde ich jetzt mal in die Hände der australischen Behörden legen. Ob er nun etwas falsch angegeben hat, darüber kann man spekulieren, aber um das zu klären, dafür sind ja die Gerichte und Behörden zuständig – die müssen das letzten Endes entscheiden. Da möchte ich jetzt nicht groß rumspekulieren.“