11. August 2018 / 19:04 Uhr

Das sagen die Trainer der Frauen-Landesliga zur Spielplan-Reform

Das sagen die Trainer der Frauen-Landesliga zur Spielplan-Reform

Linda Kollmann
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Damen des FSV Babelsberg 74 setzen sich mit 5:2 gegen Forst Borgsdorf durch und sichern sich somit das Double.
In der Saison 2017/18 erzielten die Frauen des FSV Babelsberg 74 ganze 124 Tore. Wird diese Saison aufgrund des neuen Modus weniger gejubelt? © René Teichmann
Anzeige

Landesliga Frauen: Der Fußball-Landesverband Brandenburg probiert sich ab dieser Saison mit einem neuen Format in seiner einzigen Großfeld-Liga.

Die Frauen-Landesliga ändert ihren Spielmodus. So werden nicht wie bisher üblich die Platzierungen im Format Jeder-gegen-Jeden in Hin- und Rückrunde ermittelt, sondern in einer abgewandelten Version. Diese sieht eine Hinrunde vor, im Anschluss spielen in einer zweiten Serie die Plätze 1 bis 7 den Meister aus und die Plätze 8 bis 14 um die restlichen Platzierungen.

Anzeige

Die Vorsitzende des Frauen- und Mädchenfußball-Ausschusses, Margit Stoppa, sieht sich zu diesem Schritt gezwungen, um eine konkurrenzfähige, spannende Liga aufzustellen. "Durch eine erhöhte Teamanzahl würde jeder Verein mit den Pokalspielen zusammen mehr Spiele als im Vorjahr absolvieren. Deshalb möchten wir die Anzahl der Spieltage reduzieren. Viel wichtiger ist aber, dem Leistungsunterschied ein Stück weit gerecht zu werden."

Ein Blick auf die eindeutige Abschlusstabelle der vergangenen Saison verrät durchaus Handlungsbedarf. Die Spannweite der Tordifferenz reicht von positiven 101 Toren des Meisters FSV Babelsberg 74 bis zu einer negativen Differenz von 94 Toren des Neuntplatzierten Heideseer SV Fortuna. Von gestarteten 13 Teams zogen zwei außerdem ihre Mannschaft zurück.

Überwiegende Begrüßung der Entscheidung - jedoch nicht durchweg

Klaus-Dieter Henkel als Mannschaftsverantwortlicher vom besagten Heideseer SV Fortuna heißt die Reform aus sportlichen Gründen gut. "In der letzten Saison gab es keinen Anreiz mehr für das Team. Wir haben den Genuss am Fußball verloren." So gehe er davon aus, dass die Liga wieder an Attraktivität gewinnt. Außerdem trenne sich durch die angepasste Rückrunde die Spreu vom Weizen. "Mögliche Aufsteiger sind nach der Hinrunde mehr gefordert und können sich nur noch gegen direkte Konkurrenten beweisen."

Auch Siegfried Zepp, Trainer der SG Sieversdorf, ist im Hinblick auf den neuen Modus positiv gestimmt. "Die letzte Saison war eine Zwei- oder Drei-Klassen-Gesellschaft." Außerdem merkt der Coach aus dem Kreis Prignitz/Ruppin an, dass "wir uns in jeglicher Hinsicht nicht mit Teams aus dem Raum Potsdam vergleichen" können. Wie auch Henkel wirft Zepp unterdessen den Vorschlag in den Raum, in der Saison 2019/20 eine zweite Großfeld-Liga zu etablieren. Die ersten Sieben der diesjährigen Saison würden dann die Verbandsliga bilden, die anderen in der Landesliga an den Start gehen. "So würde die Klassenzugehörigkeit durch Auf- und Abstieg ermittelt werden und nicht nach Meldung", so Zepp.


Christian Freynik als Trainer des SV Babelsberg 03 bezeichnet den Modus als "Gewinn für alle" und sieht es als neue und spannende Herausforderung. Der Potsdamer weiter: "Es findet eine sinnvolle Differenzierung nach der Hinrunde statt und jedes Team bleibt motiviert, weil es sich mit Gegnern auf ähnlichem Niveau messen kann. Leider gab es letzte Saison viele klare Ergebnisse. Das wird mit dem neuen Modus nicht mehr passieren."

Mehr zum Frauenfußball

Michael Kleeblatt, Coach des FSV Forst Borgsdorf, ist hingegen nicht begeistert. "Das hat nichts mehr mit Fußball zu tun. Die Fairness ist damit nicht mehr gegeben." Der Borgsdorfer spricht damit vor allem die Tatsache an, dass alle Hinrundenergebnisse in die Rückrunde mitgenommen werden. So habe beispielsweise der Siebte mit einer vergleichsweisen schlechten Punktzahl kaum noch eine Chance, im Verlauf der Rückserie platzierungstechnisch nach oben zu klettern.

FSV Babelsberg 74 gewinnt den Frauen-Landespokal gegen Forst Borgsdorf.

Die Damen des FSV Babelsberg 74 setzen sich mit 5:2 gegen Forst Borgsdorf durch und sichern sich somit das Double. Zur Galerie
Die Damen des FSV Babelsberg 74 setzen sich mit 5:2 gegen Forst Borgsdorf durch und sichern sich somit das Double. © René Teichmann

Grundsätzlich wird jedoch der Verlauf der Saison zeigen, inwieweit der neue Modus die Wünsche und Bedürfnisse der Teams erfüllt. Im Interesse aller steht dabei mit Sicherheit die positive Entwicklung des Frauenfußballs in Brandenburg.