12. April 2020 / 11:41 Uhr

Das sagen Vereinsvertreter aus dem FK Dahme/Fläming zum Saisonende am 30. Juni

Das sagen Vereinsvertreter aus dem FK Dahme/Fläming zum Saisonende am 30. Juni

Oliver Schwandt und Frank Neßler
Märkische Allgemeine Zeitung
Felix Krüger, Andreas Briesemeister und Nils Grothe (v.l.) führen zusammen mit ihren Mitspielern vom FSV Admira 2016 derzeit die Tabelle der Kreisoberliga Dahme/Fläming an.
Felix Krüger, Andreas Briesemeister und Nils Grothe (v.l.) führen zusammen mit ihren Mitspielern vom FSV Admira 2016 derzeit die Tabelle der Kreisoberliga Dahme/Fläming an. © Oliver Schwandt
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Fußballkreis Dahme/Fläming: In einer Umfrage des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) ist eine deutliche Mehrheit der Vereine gegen eine Weiterführung der Saison über den 30. Juni 2020 hinaus.

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Es ist entschieden. Die Saison 2019/20 endet spätestens am 30. Juni. Dies hat der Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) festgelegt, nachdem sich eine deutliche Mehrheit seiner Vereine gegen eine Weiterführung der Spielzeit über dieses Datum hinaus ausgesprochen hatte.

Thomas Faber (Vorsitzender Viktoria Jüterbog): „Der Beschluss, dass die Saison am 30. Juni definitiv endet, klärt ja nicht die Hauptfrage: Wie wird sie gewertet? Die Auf- und Abstiegsregelungen hängen nach wie vor in der Luft und ich möchte nicht in der Haut derer stecken, die das entscheiden müssen.“

Jörn Wittan (Trainer Petkuser SV): „Der Beschluss ist richtig, denn sonst schiebt man alles weitere vor sich her. Das fängt an mit den Urlaubs- und Ferienzeiten , geht weiter mit dem Wechselfenster, die neue Spielzeit muss vorbereitet werden und für uns gibt es keine Pause. Ich denke, die Saison sollte man abhaken und die nächste im Herbst neu starten.

Sebastian Michalske (Trainer VfB Trebbin): „Ich glaube nicht, dass wir in drei, vier Wochen wieder Fußball spielen. Das heißt, die Saison kann nicht zu Ende ausgetragen werden. Es sieht nach Abbruch aus. Bleibt die Frage der Wertung. Für uns eine schwierige Situation, denn wir würden den Kampf um den Klassenerhalt gerne sportlich austragen. Dies ist nun jedoch wahrscheinlich nicht möglich.“

Rene Matuschewski (Vorsitzender SG 1910 Woltersdorf): „Wir begrüßen die Entscheidung, die Saison nicht über den 30. Juni hinaus weiter zu führen. Unser Verein hat nicht genügend Fußballer, um die ganzen ausstehenden Nachholspiele personell absichern zu können. Das funktioniert bei uns nicht, das bekommen wir nicht gebacken.“

Noro Schwarz (Trainer MSV Zossen): „Ich finde es schade, denn man spielt ja Fußball, um Ergebnisse zu erzielen. Am Ende einer Saison sollte es einen Meister und Absteiger geben. Das sportlich zu klären, wird ohne den Stichtag 30. Juni zu überschreiten schwierig. Die Situation ist also etwas unglücklich. Ich hätte mir gewünscht, dass die Saison verlängert werden würde, um am Ende eine sportlich faire Lösung treffen zu können. Dies ist nun jedoch nicht mehr möglich.“

Rainer Stock (Trainer FSV 63 Luckenwalde II): „Ich teile die Auffassung der Mehrheit der Vereinsvertreter, die Saison nicht über den 30. Juni hinaus zu verlängern. Im Amateurbereich ist dies eben nicht möglich. Durch den frühen Beginn der Sommerferien hat Brandenburg per se ein Problem damit, die Spielzeit zu verlängern. Ein Saisonabbruch wird aus meiner Sicht immer wahrscheinlicher.“

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Alexander Schröder (Trainer SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen): „Unser Verein hat für eine Verlängerung der Saison in der Brandenburgliga gestimmt, weil wir sehr gerne die Spielzeit sportlich zu Ende spielen wollen. Jetzt wird es zeitlich sehr eng, da ich persönlich nicht daran glaube, dass ab Mai wieder Begegnungen im Amateurbereich stattfinden werden.“

Norbert Welzel (Trainer SV Frankonia Wernsdorf): „Ein Saisonende zum 30. Juni ist sehr schade, da somit die Chancen auf ein reguläres Ergebnis gesunken sind. Nun ist ein Neustart Anfang bis spätesten Mitte Mai zwingend notwendig, wenn die Saison noch beendet werden soll. Meine eigene Meinung ist aber, dass die Serie nicht weitergeht und dann entschieden werden muss, wie der FLB diese wertet oder ob sie überhaupt gewertet wird.“

Ingo Reißner (Trainer SG Großziethen):„Am besten wäre es für mich, die ersten vier Mannschaften in der Tabelle spielen um den Aufstieg und die letzten vier um den Abstieg. Jetzt müssen wir erst einmal sehen, ab wann wir wieder mit dem Training beginnen können. Ich denke, in Englischen Wochen unter der Woche bis nach Cottbus oder Eisenhüttenstadt zu fahren, ist mit einem kompletten Kader nicht möglich.“

In Bildern: Viktoria Jüterbog gewinnt mit 5:2 beim BSC Preußen II und ist Kreisoberliga-Meister.

Viktoria Jüterbog (weiße Trikots) gewinnt mit 5:2 beim BSC Preußen II und ist Meister in der Kreisoberliga Dahme/Fläming. Mann des Spiels war Gäste-Kapitän Bastian Lehmann, der einen Hattrick erzielte. Zur Galerie
Viktoria Jüterbog (weiße Trikots) gewinnt mit 5:2 beim BSC Preußen II und ist Meister in der Kreisoberliga Dahme/Fläming. Mann des Spiels war Gäste-Kapitän Bastian Lehmann, der einen Hattrick erzielte. © Oliver Schwandt

Thomas Niesler (Trainer SV Grün-Weiß Union Bestensee): „Ich bin für den Saisonabschluss zum 30. Juni. Sollte die neue Saison pünktlich starten, dann hätten wir ja höchstens sechs Wochen dazwischen und nur zwei bis drei Wochen Pause. Das ist so schon sehr kurz. Aktuell sehe ich nur einen Saisonabbruch, denn sollte sich ein Spieler oder Offizieller mit Corona anstecken, dann wäre die Mannschaft sofort raus aus dem Spielbetrieb.“

Stephan Rosenberg (Trainer SG Niederlehme): „Ich finde es ist die richtige Entscheidung. Eine Verlängerung der Saison vernünftig umzusetzen, ist aus meiner Sicht in den unteren Ligen kaum möglich. Ich würde mich schon erst einmal freuen, wenn wir den Trainingsbetrieb wieder aufnehmen könnten. Dann wären ein paar Spiele auch noch denkbar. Aus meiner Sicht gibt es in dieser Saison nur noch die Aufgabe, den Aufstieg möglichst fair zu regeln. Absteiger sollte es keine geben.“

Stefan Eggert (Trainer FSV Admira 2016): „Ich vermisse es schon, wie sicherlich auch alle anderen meiner Trainerkollegen, mit den Jungs auf dem Platz zu stehen. Ich begrüße aber,, dass die Saison nicht über den 30. Juni hinaus verlängert wird. Ehrlich gesagt kann ich mir derzeit nicht wirklich vorstellen, dass wir in dieser Spielzeit überhaupt noch Partien bestreiten werden. Ich wüsste auch nicht, wie in diesem kurzen Zeitraum bis Ende Juni alle Begegnungen zeitlich durchgeführt werden sollen.“

Christian Schneemann (Trainer SV Waßmannsdorf): „Ich halte es für unmöglich, über den 30. Juni hinaus weiter zu spielen, weil niemand derzeit weiß, wie lange uns noch die Corona-Geschichte beschäftigen wird. Wir sind ja schon zeitlich so unter Verzug, dass es für uns Amateure nicht zu stemmen sein wird, die Saison regulär zu beenden. Eine ganz schwierige Entscheidung für die Offiziellen wird es auch sein, wie sie die Saison überhaupt werten wollen. Da wird es einige Härtefälle geben.“

Dirk Kasprzak (Trainer SV Blau-Weiß Dahlewitz): „Generell wird es schwer werden, die Saison bis zum 30. Juni zu Ende zu bringen. Es ist aus meiner Sicht nur schlecht möglich, im Amateurbereich mehrere Englische Wochen hintereinander zu spielen. Da ist nämlich die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass wir Trainer nur selten die besten elf Spieler ins Match schicken können, da viele ja unter der Woche auch abends arbeiten müssen. Aus diesem Grund würde die Auf- und Abstiegsfrage für mich zum Würfelspiel werden.“

Bert Menzel-Fleischer (Trainer SV Rangsdorf): „Die Chance, die Saison zu Ende zu spielen, finde ich gut. Ich glaube aber nicht recht daran, dass es so passiert. Ich denke, einmal vier Wochen lang Englische Wochen zu bestreiten, wäre in dieser Situation durchaus machbar.“