20. Oktober 2021 / 19:05 Uhr

Das sagt der Ex-Trainer des Greifswalder FC zu seiner Freistellung

Das sagt der Ex-Trainer des Greifswalder FC zu seiner Freistellung

Marten Vorwerk
Ostsee-Zeitung
Martin Schröder musste seinen Platz auf der Trainerbank des Greifswalder FC nach nur dreieinhalb Monaten wieder räumen
Martin Schröder musste seinen Platz auf der Trainerbank des Greifswalder FC nach nur dreieinhalb Monaten wieder räumen © Ronald Krumbholz
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Martin Schröder, der am vergangenen Wochenende seinen Job bei den Vorpommern verlor, hätte sich mehr Zeit gewünscht, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Dennoch wünscht er seinem ehemaligem Team und dem Verein, dass sie ihre Ziele erreichen.

„Ich hätte mir mehr Zeit gewünscht“, sagte Martin Schröder nach seiner Freistellung beim Fußball-Oberligisten Greifswalder FC. Nach dem 2:2-Unentschieden am vergangenen Sonntag gegen den RSV Eintracht Stahnsdorf wurden der 42-Jährige und sein Co-Trainer Stefan Kalweit nach nur dreieinhalb Monaten und neun Saisonspielen beim Team aus Vorpommern rausgeworfen.

Roland Kroos, Technischer Direktor beim GFC, übernimmt interimsweise das ihm bekannte Amt an der Seitenlinie. Er nannte den Grund für den Rauswurf des Trainerteams: „Da in den vergangenen Spielen keine sportliche Entwicklung zu erkennen war, haben wir uns entschieden, die Trainerposition neu zu besetzen“, sagte er und bedankte sich für den Einsatz, mit dem die beiden Trainer in den vergangenen Monaten für den Verein gearbeitet haben.

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„Wirklich nachvollziehen kann ich die Entscheidung nicht. Wir haben von neun Ligaspielen nur eines verloren“, rekapituliert der freigestellte Coach Martin Schröder, der mit den Rot-Weißen 18 Punkte (fünf Siege, drei Unentschieden, eine Niederlage) holte und auf Rang drei der NOFV-Oberliga Nord rangiert. Sechs Punkte beträgt der Rückstand allerdings schon auf den Tabellenführer Rostocker FC. Die Ambitionen der Vorpommern sind groß, der Aufstieg in die Regionalliga soll möglichst in dieser Saison schon gelingen.

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Die Ziele waren auch Martin Schröder bewusst. „Ich konnte trotzdem normal und in Ruhe arbeiten. Wir haben da keinen Druck an uns ran gelassen, auch wenn der sicherlich da war“, sagte der 42-Jährige. Er hätte dennoch gerne mehr Zeit gehabt, die Mannschaft weiterzuentwickeln. „Ein Umbruch braucht seine Zeit. Das geht nicht von heute auf morgen. Wir hatten viele neue Spieler im Team, die erst verstehen müssen, was wir genau von ihnen wollen. Wir haben sehr analytisch gearbeitet, mit vielen Videos“, berichtete Schröder. Einigen Spielern habe man die Ideen schneller vermitteln können. Bei anderen dauere es länger, berichtet der Ex-Trainer.

„Wenn die Vereinsführung dann mit den Auftritten der Mannschaft nicht zufrieden ist, dann ist meist der Trainer dran. Damit muss ich umgehen. Ich bin trotzdem im Guten und professionell mit dem GFC auseinander gegangen“, erzählt Schröder. Er hofft, dass durch den Trainerwechsel ein positiver Schub durch die Mannschaft gehen, sie ihrer Ziele und die des Klubs erreichen wird.

Positiv verlief auch die erste Halbzeit am vergangenen Sonntag gegen Stahnsdorf. Der GFC – noch mit Trainer Martin Schröder an der Seitenlinie – hatte alles im Griff, hätte zur Pause statt 2:1 auch mindestens 3:0 führen können. „Wenn wir das Spiel in der ersten Halbzeit schon entscheiden, sagt danach sicher keiner etwas Negatives. So ist es sehr unglücklich gelaufen“, erklärt Schröder, dessen Team nach sehr dominanten Phasen in mehreren Partien dieser Spielzeit immer wieder nachgelassen hat und keine konstant gute Leistung über 90 Minuten bringen konnte.


Hinzu kamen personelle Probleme: Kaum einmal konnte der Coach aufgrund von Verletzungen auf die gleiche Startelf bauen „Wir haben die Verletzungen im Trainerteam analysiert. Diese sind meist durch gegnerischen Einfluss aufgetreten und nicht durch falsche Belastungssteuerung. Wir hatten dabei viel Pech“, bemängelt Schröder.

Sein Kapitel beim Oberligisten endete nach 109 Tagen. Jetzt will sich der Rostocker erst einmal Zeit für seine Familie nehmen. „In Zukunft würde ich gern weiter im Fußball arbeiten. Ob das als Trainer sein muss, oder in anderer Funktion, ist noch nicht abzusehen“, sagt Martin Schröder.