11. Dezember 2019 / 16:58 Uhr

Das sagt VfL-Coach Lerch zur Rauch-Verlängerung, Minde erwägt Rückkehr nach Norwegen

Das sagt VfL-Coach Lerch zur Rauch-Verlängerung, Minde erwägt Rückkehr nach Norwegen

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fussball, Champions League Frauen 2019/2020, Hinspiel VfL Wolfsburg-Twente Enschede, Saison 2019/20, AOK Stadion, 16.10.2019,
Sie bleibt beim VfL: Felicitas Rauch (r.) hat ihren Vertrag in Wolfsburg bis 2023. © Boris Baschin
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Diese Nachricht hatte am Mittwochmorgen die Fans des Frauenfußball-Bundesligisten erfreut: Abwehrspielerin Felicitas Rauch verlängerte ihren Vertrag beim VfL Wolfsburg vorzeitig bis 2023. Das macht auch Trainer Stephan Lerch happy, allerdings muss der Coach womöglich bald ohne Kristine Minde planen.

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Erst im Sommer war Rauch vom 1. FFC Turbine Potsdam zum VfL gewechselt, nur fünf Monate später hat die Verteidigerin ihren Kontrakt verlängert. „Aus meiner Sicht könnte ich mich derzeit nirgendwo anders sportlich und auch persönlich besser entwickeln als hier. Ich identifiziere mich zu einhundert Prozent mit der Philosophie des Vereins und werde alles daransetzen, mit dem VfL in den kommenden Jahren maximal erfolgreich zu sein!“ Das freut auch Lerch: "Ich finde, dass es ein schönes Signal von Felicitas ist. Ihr kann die Zukunft gehören, sowohl hier im Verein als auch in der Nationalmannschaft. Ich traue ihr sehr viel zu - ein tolles Zeichen an die Mannschaft und auch nach Außen."

Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen, sprach nach der Unterschrift davon, dass Rauch mit „einer so frühzeitigen Vertragsverlängerung ein Zeichen setzt". Gerade jetzt, in einer Zeit, in der die internationalen Klubs wie Chelsea oder Barcelona aufrüsten, ist es wichtig, die Leistungsträgerinnen in Wolfsburg zu binden. Zwar ist der VfL in der Liga national immer ein Titelgarant und gehört auch international zu den Favoriten, aber unter anderem die besagten Klubs investieren viel in ihre Teams und sind auch in der Lage, höhere Gehälter zu bezahlen. Aber auch der VfL muss sich nicht verstecken und zählt nach wie vor zu den Top-Adressen in Europa.

Frauenfußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg - FC Bayern München

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Frauenfußball-Bundesliga: VfL Wolfsburg - FC Bayern München © Roland Hermstein
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Rauch hat verlängert, allerdings laufen die Verträge von Sara Björk Gunarsdottir, Joelle Wedemeyer, Zsanett Jakabfi, Noelle Maritz, Jana Burmeister, Hedvig Lindahl, Claudia Neto und Kristine Minde im Sommer aus. Lerch kündigte aber bereits an, dass „wir die Zeit in der Winterpause und Vorbereitung nutzen werden, um weitere Gespräche zu führen. Der Markt ist hart umkämpft, die Konkurrenz ist enorm. Die Vereine geben sehr viel Gas und wir müssen dagegenhalten.“ Der 35-Jährige sagt auch: „Wir müssen als Verein auch darauf vorbereitet sein, dass Spielerinnen uns eventuell verlassen.“

Bei Gunnarsdottir hat es bereits Gespräche gegeben - jedoch ohne Ergebnis. „Ich hoffe und habe auch noch den Glauben daran, dass sie weiter hier Fußball spielen wird. Sie ist eine wichtige Spielerin und genießt unser Vertrauen“, so Lerch. Auch bei Minde könnte es sich in beide Richtungen entwickeln. Sie sprach vor kurzem öffentlich in norwegischen Medien über eine mögliche Rückkehr in die Heimat. „Ich vermisse Norwegen und habe dort auch noch Ziele. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass ich meinen Vertrag verlängere“, so die 27-Jährige gegenüber „nrk.no“.

In Deutschland und Schweden hat sie bereits Titel gewonnen, in Norwegen noch nicht. Beim VfL konnte sie sich nie als feste Stammspielerin etablieren, forderte schon bei der letzten Vertragsverlängerung mehr Spielzeit. „Natürlich hat eine Spielerin Erwartungen an sich, den Verein oder insbesondere dem Trainer“, weiß Lerch. Manchmal ist es so, dass sich „das nicht deckt. Dann ist es völlig legitim, sich Gedanken zu machen. In so einer Mannschaft ist es schwierig, der Konkurrenzkampf ist hart." Aber: "Wir wissen was wir an ihr haben und freuen uns, dass sie da ist. Sie ist ein absoluter Teamplayer und selbst wenn sie nicht spielt, ist sie für die Mannschaft da.“

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