22. Januar 2019 / 19:44 Uhr

Das sind die besten Wintertransfers des VfL Wolfsburg

Das sind die besten Wintertransfers des VfL Wolfsburg

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Winterpausen-Neuzugänge des VfL Wolfsburg
Winterpausen-Neuzugänge des VfL Wolfsburg
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Möglicherweise gibt es in diesem Jahr erstmals seit 2005 keinen Januar-Neuzugang beim VfL Wolfsburg. Die Geschichte aber zeigt: Wintertransfers können auch Volltreffer sein.

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Ist noch etwas zu tun? Eigentlich gab es für den VfL Wolfsburg keinen Grund, im Winter auf dem Transfermarkt tätig zu sein. Die Verletzung von Daniel Ginczek (fehlt etwa acht Wochen) lässt nun zumindest Nachfragen zu. Jörg Schmadtke, Manager des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten, sieht keinen zwingenden Handlungsbedarf – und betonte zuletzt, dass womöglich bis zum Schließen des Transferfensters am 31. Januar tatsächlich kein Neuer mehr kommt. Ein Winter ohne VfL-Neuzugang? Das hat es bisher erst einmal gegeben – vor 14 Jahren.

In der Winterpause 2004/05 verzichteten der frisch installierte Neu-Manager Thomas Strunz und Trainer Erik Gerets auf Neuzugänge, davor und danach blieb kein Wolfsburger Bundesliga-Winter ohne vermeintliche Verstärkungen. Und diesmal wieder nichts? „Gut möglich“, sagt VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer und merkt an: „Wintertransfers sind immer schwierig, vor allem wenn man wirtschaftlich vernünftig handeln will.“

Ein Blick auf die Wintertransfer-Historie des VfL zeigt, wie speziell Wintertransfers sein können – positiv wie negativ.

Die Top-Transfers

Zwei der besten Verpflichtungen, die der VfL jemals tätigte, passierten im Winter! Kevin de Bruyne (kam 2014 vom FC Chelsea) gilt als der beste Fußballer, der jemals das Wolfsburger Trikot trug und ist heute ein Weltstar bei Manchester City. Und Torwart Diego Benaglio, der im Januar 2008 nach der Ausbootung von Simon Jentzsch von CD Nacional Funchal auf der Insel Madeira zum VfL kam, wurde mit dem VfL Meister und Pokalsieger – und ist mit 259 Bundesliga-Spielen Rekordspieler. „Diese beiden“, sie sieht’s auch Sportdirektor Schäfer (der mit beiden zusammengespielt hat) „ragen sicherlich bei den Wintertransfers heraus“.

Die besten VfL-Wintertransfers

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Die besten Wintertransfers des VfL ©
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Der große Transferwinter

Felix Magath schlug in seiner zweiten Amtszeit als geschäftsführender Trainer-Manager so richtig zu, holte im Januar 2012 gleich acht (!) neue Spieler – bis heute VfL-Rekord. Dabei waren mit Ricardo Rodriguez und Vieirinha zwei absolute Volltreffer, die anderen sechs (Giovanni Sio, Petr Jiracek, Felipe Lopes, Slobodan Medojevic, Ibrahim Sissoko und Ferhan Hasani) bewegten sich dagegen zwischen Mitläufer und Transfer- Flop.

Der Teuerste

Für keinen Wintertransfer gab der VfL so viel Geld aus wie für André Schürrle, der am Ende des Transferfensters im Januar 2015 für rund 32 Millionen Euro nach Wolfsburg kam. Richtig funktioniert hat der Nationalspieler im VfL-Trikot allerdings quasi nie, war oft nur Einwechselspieler und selten Leistungsträger. Ein echter Transfer-Flop war er dennoch nicht – weil der VfL ihn im Sommer 2016 fast zum Einkaufspreis an Borussia Dortmund weiterreichte.

Der Dauerbrenner

Dass Pablo Thiam mal ein Wintertransfer war, haben viele schon wieder vergessen. Im Januar 2003 kam der Mittelfeldspieler vom FC Bayern nach Wolfsburg – und blieb bis heute. Thiam absolvierte 117 Bundesliga-Spiele für den VfL, war zwischenzeitlich Kapitän, stieg nach der aktiven Karriere ins VfL-Management ein und ist heute sportlicher Leiter der U23 und des Nachwuchsleistungszentrums.

Die Flops

Hier reicht es, die Namen derer aufzuzählen, die in den meisten Fällen ein „Ach-ja-den-gab’s-ja-auch-noch“ auslösen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit: Peter Madsen (2003), Nenad Lalatovic (2004), Rick Hoogendorp (2006), Kamani Hill (2007), Danijel Ljuboja (2008), Réver (2010), Dieu Mbokani, Yohandry Orozco (beide 2011), Xizhe Zhang (2015) und Riechedly Bazoer (2017).

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Der tragische Glücksfall

Die kurioseste Wolfsburger Wintertransfer-Geschichte gab’s in der Saison 2006/07. Der chronisch spielschwache VfL verpflichte auf Leihbasis Spielermacher-Talent Julio dos Santos vom FC Bayern. Einen Tag nach Vertragsunterschrift Mitte Dezember verletzte sich dos Santos im Bayern-Training schwer (Wadenbeinbruch, Syndesmoseriss). Manager Klaus Fuchs musste wieder auf die Suche gehen – und fand bei Trabzonsport in der Türkei den brasilianischen Ex-Herha-Star Marcelinho, der sich als sportlicher Glücksfall erwies, vergleichsweise selten durch Kapriolen auffiel und später sogar VfL-Kapitän werden sollte.

Die Wintertransfers im Herbst

Vor 2002 waren auch während der Hinserie Transfers möglich – so kam der VfL zu wichtigen Spielern wie der argentinische Torjäger Diego Klimowicz (2001), Abwehr-Organisator Thomas Hengen (1999) und der dänische Manndecker Claus Thomsen (1998).

Der aktuelle Kader

Mit Admir Mehemdi, Renato Steffen und dem zuvor verliehenen Josip Brekalo stehen drei Spieler im aktuellen VfL-Kader, die im Januar 2018 kamen, dazu mit Yunus Malli und PG Ntep zwei Wintertransfers aus 2017. Dass der aktuelle Kader keine Verstärkungen bekommen könnte, ist für Schäfer kein Problem: „Wir halten immer unsere Augen offen – aber wir vertrauen den Spielern, die wir jetzt haben“. Die Niederlage auf Schalke habe daran nichts gändert. „Wir wären schlecht beraten“, so der Sportdirektor, „würden wir solche Entscheidungen von einem Spiel abhängig machen.“

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