06. Januar 2021 / 12:13 Uhr

Das sind die größten Bauvorhaben 2021

Das sind die größten Bauvorhaben 2021

Stefan Ehlers/Horst Schreiber
Ostsee-Zeitung
So soll die neue Heimat des Sportclubs Wolgast aussehen.
So soll die neue Heimat des Sportclubs Wolgast aussehen. © Technisches Büro Wulff
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Nur wenige Sportvereine können bei ihren Projekten unterstützt werden / In diesem Jahr gehen Fördermittel auch an die Wolgaster Kraftsportler, Schweriner Tennisspieler und Gützkower Athleten

Jedes Jahr im August häufen sich die Anträge, die Sportvereine aus MV beim Landessportbund (LSB) stellen, um finanzielle Unterstützung für Neubauten oder Renovierungsarbeiten zu erhalten. Hilfen von mehr als vier Millionen Euro wurden für dieses Jahr beantragt. Der LSB kann aber nur über rund 2,5 Millionen Euro entscheiden. Die positiven Bescheide für 2021 erreichten die auserwählten Vereine zum Jahreswechsel. Die OSTSEE-ZEITUNG stellt vier Projekte vor.

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"Kolosseum“ für Sportclub Wolgast

Mirko Reintrog und seine Mitstreiter wollen etwas Repräsentatives für den Sportclub Wolgast erschaffen. „Man muss schon von außen sehen können, wie toll es in dem neuen Gebäude ist“, sagt der Geschäftsführer und Vorsitzende des jungen Kraftsportvereins. Entsprechend prominent ist die gestalterische Unterstützung für den 1,9 Millionen Euro teuren Bau. Das Technische Büro Wulff, das unter anderem die Tauchgondeln auf Usedom, Zingst und Rügen entwarf, entwarf für den SCW ein zweistöckiges Oval, das an ein geschlossenes Kolosseum erinnert. Die (noch geheime) Inneneinrichtung entstand dann in Zusammenarbeit mit dem SCW-Team.

Man wolle einen jahrelang gehegten Traum erfüllen, sagt Reintrog. 2003 fing alles an. „Wir hatten einen Platz gesucht, wo meine Jungs und ich ein bisschen die Hanteln bewegen können“, erzählt der Klubchef. Daraus entstand ein Verein mit rund 900 Mitgliedern. Diese trainierten bislang in einer Lagerhalle im Industriegebiet. Das neue Zuhause entsteht am Peene-Stadion auf einer Anhöhe zwischen Heberlein-Schule und Sportforum. Wer später im Obergeschoss trainiert, soll Blick auf Werft und „Blaues Wunder“ haben.

Der Fördermittelbescheid über 375 000 Euro aus Mitteln des europäischen Entwicklungsfonds (Eler) flatterte kurz vor Weihnachten in Reintrogs Briefkasten. „Das ist Fluch und Segen zugleich. Denn jetzt geht die Arbeit erst richtig los“, weiß der Vereinsvorsitzende. Grundstück und zusätzliche 150 000 Euro stellt die Stadt Wolgast. „Ohne die Unterstützung des Kreissportbundes Vorpommern-Greifswald und der Stadtverwaltung, insbesondere Steffen Ostmann, wären solche Projekte nicht möglich“, sagt Reintrog. Die Restkosten übernimmt der Verein, der sein neues Schmuckkästchen allen Wolgastern zur Verfügung stellt.

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Schweriner TC: 770 000 Euro für Klubhaus in Traumlage

Idyllisch gelegen: die Tennisanlage des Schweriner TC. Das alte Funktionsgebäude wird durch einen 770 000 Euro teuren Neubau ersetzt. 
Idyllisch gelegen: die Tennisanlage des Schweriner TC. Das alte Funktionsgebäude wird durch einen 770 000 Euro teuren Neubau ersetzt.  © Verein

Die beiden Gebäude auf der traumhaft gelegenen Tennisanlage am Schweriner See sind in die Jahre gekommen. „Sie müssen dringend saniert werden“, bestätigt Katja Surminski, Vorstandsvorsitzende des 270 Mitglieder zählenden Vereins.

Das alte Funktionsgebäude soll abgerissen werden. „Es geht immer wieder mal etwas kaputt. Drei Tage vor unserem Seniorenturnier war es die Damentoilette, dann ist es die Heizung. Uns tut jeder Euro weh, den wir für Reparaturen investieren müssen“, sagt die Klubchefin.


Geplant ist ein Neubau, der laut Surminski „ein bisschen höher und größer“ ausfallen wird, damit der Verein auf das sanierungsbedürftige weitere Gebäude verzichten kann. Neben Umkleidekabinen und Sanitärräumen sind auch ein Klubraum, ein Vorstandszimmer sowie eine Dachterrasse geplant, von der aus die Tennisspieler auf die elf Sand- und zwei Beachtennis-Plätze schauen können.

Rund 770 000 Euro sind für das neue Domizil veranschlagt. 383 416,76 Euro fließen aus Landesmitteln. Darüber hinaus hofft der Verein, der einen langfristigen Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt als Eigentümerin der Anlage anstrebt, auf die finanzielle Unterstützung seiner Mitglieder. „Für den Rest werden wir ein Darlehen aufnehmen“, sagt Katja Surminski.

Zwei Abrisse und ein Neubau in Gützkow

So soll es aussehen: das neue Domizil des SV Gützkow.
So soll es aussehen: das neue Domizil des SV Gützkow. © Verein

Aus zwei mach eins – das ist der Plan des SV Gützkow. Für das aus den 60er-Jahren stammende Vereinsheim und das ebenso alte Funktionsgebäude soll ein Neubau her. Geplant ist ein Haus mit Umkleide- und Sanitärtrakt. Auch die Dartsspieler erhalten ein neues Domizil. Sie sind die jüngste Sparte im 250-Mitglieder-Verein (darunter 120 Kinder und Jugendliche), dem auch Fuß- und Handballer, Tischtennisspieler, Kegler sowie Breiten-, Frauen- und Seniorensportler angehören.

869 000 Euro sind für Neubau eingeplant. 375 000 Euro stellt das Land aus Eler-Mitteln bereit. Auch die Stadt greift dem Verein kräftig unter die Arme und unterstützt den Neubau mit insgesamt 460 000 Euro. „Ansonsten könnten wir so ein Projekt gar nicht stemmen”, sagt Tobias Köhn, Abteilungsleiter Fußball. Der 34-Jährige gehört zu den Initiatoren, die das neue Vereinsheim vor gut zweieinhalb Jahren auf den Weg brachten.

Die beiden alten Gebäude sollen abgerissen werden. Dadurch wird Platz für 30 bis 35 neue Parkplätze geschaffen. Derzeit müssen sich die Gützkower mit zehn begnügen. Auf dem Vereinsgelände, zu dem auch eine Tartanbahn, Weitsprung- und Kugelstoßanlage gehören, findet fast täglich Schulsport statt. „Die Gebäude gehören der Stadt, wir sind langfristige Pächter“, erklärt Tobias Köhn. Das neue Vereinsheim soll Mittelpunkt der schmucken Sportanlage werden.

Sportbauprojekte in MV (Auswahl)

Die Beachvolleyballer in Stralsund wünschen sich eine Halle, in der auch im Winter im Sand gebaggert werden kann. Zur Galerie
Die Beachvolleyballer in Stralsund wünschen sich eine Halle, in der auch im Winter im Sand gebaggert werden kann. ©

Tanzstudio Hagenow expandiert für 1,3 Millionen Euro

So soll es aussehen: das neue Tanzstudio in Hagenow.
So soll es aussehen: das neue Tanzstudio in Hagenow. © Verein

Endlich ein eigenes Domizil – dieser Traum wird für das Tanzstudio Hagenow wahr. Im Frühjahr, so hofft die Vorstandsvorsitzende Jana Horn, könnte der erste Spatenstich für das neue Vereinshaus erfolgen.

Geplant sind zwei Proberäume (70 und knapp 200 Quadratmeter groß), ein Büro, ein Beratungszimmer, ein Raum für den Kostümfundus sowie Sanitärräume. Geschätzte Investitionssumme: 1,3 Millionen Euro. 485 000 Euro fließen aus Strategiefonds des Landes, 375 000 Euro aus Europa-Mitteln (Eler). Der Verein hat einen Kredit in Höhe von 300 000 Euro aufgenommen. 125 000 Euro stellt die Stadt bereit.

Der zweigeschossige, behindertengerechte Neubau in der Bahnhofstraße „ermöglicht uns neue Wege und Möglichkeiten“, freut sich Jana Horn. Kurse für Yoga, Zumba, Tanz für Körper und Seele, für Senioren und Behinderte werde es auch künftig geben, kündigt die Chefin an. „Wir wollen aber auch viele andere Angebote angehen. Ich denke da an Workshops.“

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Aktuell stößt das 27 Jahre junge Tanzstudio, das 2016 mit dem Unternehmerpreis ausgezeichnet wurde, an seine Kapazitätsgrenzen. Der 250 Mitglieder zählende Verein ist an die verfügbaren Zeiten in den Sporthallen gebunden. „Wir mieten uns auch in andere Studios ein“, berichtet Jana Horn. Doch auch das reiche auf Dauer nicht. „Momentan können wir nicht mehr alle Anfragen auf Mitgliedschaft annehmen.“ Das wird sich ändern, wenn eines Tages der Neubau steht.

So werden Bauprojekte von Vereinen gefördert

_Sportvereine können Förderung für Bauvorhaben beim Landessportbund (LSB) beantragen. Dieser schlägt förderwürdige Projekte beim zuständigen Schweriner Sozialministerium vor. Die Entscheidung trifft letztlich das Landesförderinstitut (LFI), ein Geschäftszweig der Norddeutschen Landesbank. Das kritisiert der LSB, da seit Einschalten des LFI 2008 Bürokratie(kosten) gestiegen seien und der LSB vorwiegend als Beratungsinstanz für Vereine fungieren müsse. _

Die Fördersumme für Sportinfrastruktur steigt laut LFI seit drei Jahren. 2019 lag sie bei 16,6 Millionen Euro. Über den LSB wurden Projekte in Höhe von 3,7 Millionen Euro gefördert. Dabei erhalten Vereine aus Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Stralsund und Greifswald bis zu 500 000 Euro Landesmittel, alle andere bis zu 375 000 Euro aus dem Eler-Topf (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums).