20. November 2020 / 21:05 Uhr

Das "Spiel danach" startet mit Traumtor: VfL-Frauen siegen 3:0

Das "Spiel danach" startet mit Traumtor: VfL-Frauen siegen 3:0

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Jubel nach dem ersten Tor.
Der Jubel nach dem ersten Tor. © Roland Hermstein
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Eine knappe Woche nach dem 1:4 beim FC Bayern haben die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg zur gewohnten Souveränität zurückgefunden. Gegen Eintracht Frankfurt gab es am Freitagabend einen ungefährdeten 3:0-Sieg.

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Gut 60 Minuten lang durfte man sich schon noch gebannt fragen, wie die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg die Pleite bei den Bayern verdaut haben, am Ende aber gab das Ergebnis eine klare Antwort: Mit 3:0 (1:0) gewann der Meister sein Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt - und agierte dabei bis auf wenige Phasen so souverän, als hätte es das 1:4 von München nicht gegeben. Joelle Wedemeyer, Lena Oberdorf und Lena Goeßling trafen für Wolfsburg im "Spiel danach".

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Der VfL geht nun nicht nur mit dem von Trainer Stephan Lerch geforderten "guten Gefühl" in die Länderspielpause, sondern auch mit einem wieder auf zwei Punkte reduzierten Rückstand auf Tabellenführer Bayern. Der FCB ist allerdings an diesem Wochenende ohne Spiel, denn die Partie gegen Bayer Leverkusen wurde aufgrund eines positiven Corona-Falls innerhalb der Bayer-Mannschaft abgesagt. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

VfL-Frauen gegen Frankfurt - Die Bilder des Spiels

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Der Jubel nach dem ersten Tor. ©

Im Vergleich zum Bayern-Spiel nahm der Titelverteidiger gegen Frankfurt dabei nur zwei Änderungen vor: Fridolina Rolfö spielte (anstelle von Pia-Sophie Wolter) erstmals seit dem Champions-League-Finale gegen Olympique Lyon Ende August, wo sie sich eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte, wieder von Beginn an, Joelle Wedemeyer rückte für Felicitas Rauch in die Abwehrkette. Eintracht-Coach Niko Arnautis setzte im Gegenzug von Beginn an unter anderem auf die Top-Torjägerin der Liga Laura Freigang (10 Tore), die im Vorfeld noch sagte, dass Wolfsburg "diese Saison schlagbar ist".

Die Marschroute der Gastgeberinnen war klar: Schnelles Pressing und bei Ballverlust direkt zurückerobern. Es dauerte nur zwei Minuten, da hatte Rolfö die Führung auf dem Fuß: Eine Hereingabe von Karina Saevik rutschte an Svenja Huth vorbei und landete bei der Schwedin, die die Kugel aber nicht perfekt traf. Besser machte es sieben Minute später Eigengewächs Wedemeyer: Die Deutsche zog nach Zuspiel von Zsanett Jakabfi über links nach innen und zirkelte den Ball aus rund 20 Metern ins rechte obere Eck - Traumtor, 1:0! "Der war auch so gewollt", so die glückliche Torschützin, "er sollte rechts oben rein. Dass er direkt in den Winkel geht, ist natürlich traumhaft".

Die Wolfsburgerinnen blieben am Drücker und waren spielbestimmend, machten sich im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs durch Abstimmungsfehler aber das Leben selbst schwer. Kapitänin Goeßling ermahnte noch auf dem Feld, dass ihre Mannschaft "mehr miteinander reden" solle. Die Eintracht kam durch Freigang und Geraldine Reuteler zu zwei Abschlüssen, war dabei aber nicht gefährlich genug.

Nach Wiederanpfiff wurden die Frankfurterinnen in den ersten Minuten mutiger, doch der VfL wusste damit umzugehen und spielte sich die besseren Chancen heraus. Erst parierte Ex-VfLerin Merle Frohms (2011 bis 2018 in Wolfsburg) stark gegen Zsanett Jakabfi, dann zirkelte Oberdorf die Kugel vom Strafraumrand mit einem satten Flachschuss in der 63. Minute zum 2:0 in die Maschen - bereits das wettbewerbsübergreifend siebte Tor für die 18-Jährige, die erst vor der Saison nach Wolfsburg gewechselt war.

Das Spiel, das wenig Glanz aber viel Einsatz und Wolfsburger Kontrolle hatte, war damit entscheiden. Schließlich traf auch die andere Lena: Nach einem Foul von der gerade eingewechselten Barbara Dunst an Jakabfi sprach Schiedsrichterin Kunkel dem VfL einen Elfmeter zu, den Goeßling sicher verwandelte - 3:0! Für die Kapitänin der fünfte Elfer-Treffer im fünften Versuch in dieser Saison.

VfL: Kiedrzynek - Hendrich (46. Rauch), Goeßling, Janssen, Wedemeyer - Engen, Oberdorf (83. Cordes) - Saevik (62. van de Sanden), Huth (83. Dickenmann), Rolfö (69. Wolter) - Jakabfi.

Eintracht: Frohms - Hechler (90. Störzel), Kleinherne, Kirchberger, Aschauer - Nüsken, Pawollek (90. Köster) - Feiersinger (72. Dunst), Freigang, Reuteler (88. Panfil) - Prasnikar (87. Küver).

Tore: 1:0 (9.) Wedemeyer, 2:0 (63.) Oberdorf, 3:0 (75.) Goeßling (Foulelfmeter).

Schiedsrichterin: Kunkel (Hamburg).