13. September 2019 / 23:40 Uhr

Das Tor von Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Wolfsburg: Es sah nach Aus aus...

Das Tor von Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Wolfsburg: Es sah nach Aus aus...

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Aus! Aus? Es scheint, als bekäme Düsseldorfs Matthias Zimmermann den Ball erst hinter der Linie – im Anschluss an diese Szene fiel das 1:0 für die Fortuna.
Aus! Aus? Es scheint, als bekäme Düsseldorfs Matthias Zimmermann den Ball erst hinter der Linie – im Anschluss an diese Szene fiel das 1:0 für die Fortuna. © Marius Becker/dpa
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Der VfL Wolfsburg muss sich in Düsseldorf mit einem 1:1 begnügen, der Gegentreffer war dabei extrem umstritten - aber die Wolfsburger ärgerten sich vor allem über ihre mangelnde Durchschlagskraft.

Die Europa-Generalprobe hinterließ aus Wolfsburger Sicht gemischte Gefühle. Der VfL Wolfsburg bleibt zwar unter Trainer Oliver Glasner weiter ungeschlagen, musste sich aber gestern Abend im Spiel bei Fortuna Düsseldorf mit einem 1:1 (1:1) zufriedengeben. Sechs Tage vor dem internationalen Startschuss gegen den FC Olexandrija fehlten dem VfL vor allem vorn die Ideen. So blieb es bei dem Tor von Wout Weghorst, der den Fortuna-Führungstreffer von Niko Gießelmann vor 36.800 Zuschauern ausglich.

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Dieser Düsseldorfer Führungstreffer war schön – aber auch umstritten. Denn in der Entstehung schien der Ball im Seitenaus gewesen zu sein, bevor Matthias Zimmermann den Flankengeber Oliver Fink bediente. Allerdings: Alle Bilder zeigen die Szene aus einer leicht diagonalen Perspektive, es gibt keine 100-prozentige sichere Antwort auf die Frage, ob der Ball im Aus war. Und wohl auch deswegen korrigierte der Video-Assistent die Entscheidung von Manuel Gräfe nicht.

Die Bilder zum Spiel Fortuna Düsseldorf gegen den VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Wout Weghorst (rechts) jubelt nach seinem Tor zum 1:1 mit Wolfsburgs Vorbereiter Josip Brekalo (links).  Zur Galerie
Wolfsburgs Wout Weghorst (rechts) jubelt nach seinem Tor zum 1:1 mit Wolfsburgs Vorbereiter Josip Brekalo (links).  ©

In den Internet-Foren gab es schnell eine Diskussion zu dem Thema. „Sau-knapp, aber ohne Kamera auf der Linie nicht zweifelsfrei aufzulösen“, schrieb ein User auf Twitter – allerdings waren Meinungen wie: „Wenn der Ball nicht im Aus war, verstehe ich die Welt nicht mehr“ klar in der Mehrheit.

Beim VfL herrschte Unmut über die Schiri-Entscheidung. Manager Jörg Schmadtke: „Wir haben den Videoschiedsrichter eingeführt, um mehr Gerechtigkeit zu haben – und dann ist er nicht in der Lage, richtig zu entscheiden, das ist ärgerlich. Das führt nicht dazu, dass man das Vertrauen in die handelnden Personen hat. In die Technik schon, in die Personen nicht.“

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"Wölfe" in der Einzelkritik: So waren die Spieler des VfL Wolfsburg gegen Fortuna Düsseldorf in Form

Pavao Pervan: Der Torhüter rückte für den verletzten Koen Casteels zwischen die Pfosten und erlebte in Düsseldorf einen überwiegend ruhigen Abend. Beim Gegentor schlug der Ball zwar in seiner Torwartecke ein, doch haltbar war der stramme Schuss eher nicht. - Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Der Torhüter rückte für den verletzten Koen Casteels zwischen die Pfosten und erlebte in Düsseldorf einen überwiegend ruhigen Abend. Beim Gegentor schlug der Ball zwar in seiner Torwartecke ein, doch haltbar war der stramme Schuss eher nicht. - Note: 3 ©
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Weghorst: "Das ist dumm"

Josip Brekalo hatte bei der strittigen Szene direkt danebengestanden. Sein Urteil: „Die Leute vorm Fernseher haben gesehen, dass der Ball zu 100 Prozent im Aus war, ich habe es auch so gesehen.“  Auch VfL-Torschütze Weghorst sah es ähnlich, als ihm die TV-Bilder gezeigt wurden: „Der Ball ist doch klar im Aus, da müssen wir doch nicht viel darüber reden.“ Und selbst Düsseldorf-Trainer Friedhelm Funkel gab zu: „Wenn er den Ball Aus gibt, dann können wir uns nicht beklagen. Das war eine glückliche Entscheidung für uns.“ 

Umstrittenes Gegentor, nur ein Punkt in Düsseldorf – den Zusammenhang wollten die meisten VfLer allerdings nicht überbewerten. „Ich bin kein Freund davon, das Unentschieden an einer Situation festzumachen. Am Ende bekommt man, was man verdient.“ Denn: „Wir haben uns schwergetan, bei Ballbesitz hinter die Abwehr und ins letzte Drittel zu kommen.“ Auch Wout Weghorst beklagte eher die nachlassende Offensivpower als die Schiedsrichter-, Linienrichter- und VAR-Entscheidung vorm Gegentor: „Was war in der zweiten Halbzeit machen, war unser eigener Fehler.“ Und er bemängelte den fehlenden Fokus: „Wir haben uns mit vielen Dingen beschäftigt, mit dem Gegner, mit dem Schiedsrichter – das ist dumm.“

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