30. August 2021 / 09:20 Uhr

Das völlig verpatzte Comeback des Robin Becker bei Dynamo Dresden

Das völlig verpatzte Comeback des Robin Becker bei Dynamo Dresden

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Robin Becker
Robin Becker (r.) dreht enttäuscht ab, Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigt ihm in der Nachspielzeit den roten Karton. © imago/Gabor Krieg
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Dynamo Dresdens Robin Becker kam nach langer Verletzungspause erstmals wieder zum Einsatz, doch der dauerte beim 0:3 gegen den SC Paderborn nur 70 Sekunden. Der Außenverteidiger sah nach einer Notbremse in der 91. Minute die Rote Karte.

Dresden. Die Niederlage stand bereits fest, nur die Höhe noch nicht. Bis zuletzt rannte Dynamo Dresden gegen den 0:3-Rückstand im Punktspiel gegen den SC Paderborn an, um das Ergebnis ein klein wenig freundlicher zu gestalten. Doch aus dem erhofften 1:3-Ehrentreffer wurde am Sonntag nichts. Im Gegenteil - den Schwarz-Gelben drohte noch das 0:4, als Paderborns Einwechsler Marco Stiepermann losstürmte und Kevin Broll noch einen einschenken wollte.

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Trainer macht Becker keinen Vorwurf

Um das zu verhindern, riskierte Robin Becker am Ende eines Sprintduells zurück alles - und zog die Notbremse, in dem er den Gegenspieler in der 91. Minute vor der Strafraumgrenze umgrätschte. Das 0:4 konnte er zwar damit verhindern, weil der anschließende Freistoß den Gästen nichts einbrachte, doch Becker hatte wenig Freude daran, denn er war da schon nicht mehr auf dem Platz. Bundesliga-Referee Deniz Aytekin hatte ihn sofort mit Rot unter die Dusche geschickt. Besonders bitter für Becker: Der Ex-Braunschweiger war erst in der 89. Minute eingewechselt worden.

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Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. Zur Galerie
Ernüchterung bei Dynamo Dresden: Die Schmidt-Elf unterlag den Ostwestfalen vom SC Paderborn glatt mit 0:3. ©

Sein erster Einsatz für Dynamo seit seinem Kreuzbandriss, erlitten am 11. Januar beim 0:1 bei Türkgücü München, sollte ihm eigentlich Mut machen. Den 24 Jahre alten Solinger aufbauen, ihn dafür belohnen, dass er sich an die Mannschaft herangekämpft hat. Doch nun ist der Pechvogel gleich wieder gesperrt, muss wieder eine Weile - auch wegen der Länderspielpause - darauf warten, Einsatzminuten zu bekommen. Trainer Alexander Schmidt fühlte mit dem unglücklichen Rechtsverteidiger, der sich geopfert hatte, um ein Gegentor zu verhindern, das am Spielausgang nichts mehr geändert hätte. Der Coach glaubt aber nicht, dass Becker in ein tiefes Loch fällt: "Robin ist ein stabiler, intelligenter Spieler. Natürlich wird Robin im Verlauf der Saison noch extrem wichtig für uns. Ich finde, er hat den Gegner nicht vorsätzlich umgemäht. Er hat einfach versucht, dass er noch zum Ball hinkommt." Er mache ihm keinen Vorwurf, ergänzte der Trainer.

Der 52 Jahre alte Coach denkt, dass Becker den Rückschlag schnell verkraften wird: "Ich glaube, der Robin ist vom Kopf her so stabil, dass er das wegstecken wird." Klar sei die Rote Karte ärgerlich, aber ärgerlicher sei die 0:3-Niederlage gegen Paderborn - die erste Pflichtspielpleite in seiner Dresdner Amtszeit - ließ Schmidt durchblicken. Der Augsburger dachte schon an das nächste Spiel in zwei Wochen in Heidenheim: "Da müssen wir wieder auf der Höhe sein, da müssen wir punkten." Auch ohne Robin Becker, der eigentlich endlich wieder mithelfen wollte, Zähler für den Klassenerhalt einzusammeln. Mittlerweile steht auch das Strafmaß fest: Zwei Spiele muss er aussetzen.