16. Mai 2019 / 16:12 Uhr

Das war das Göttinger Derby: Fakten, Stimmen und Zahlen

Das war das Göttinger Derby: Fakten, Stimmen und Zahlen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Spieler des I. SC 05 warten auf den Anstoß und blicken in Richtung ihrer Fans: Aus der Kurve der Schwarz-Gelben zieht Nebel auf.
Die Spieler des I. SC 05 warten auf den Anstoß und blicken in Richtung ihrer Fans: Aus der Kurve der Schwarz-Gelben zieht Nebel auf. © Swen Pförtner
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1:1 im Göttinger Derby der Fußball-Landesliga: Die Fans des I. SC 05 freuten sich über eine überraschend starke Vorstellung ihres Teams, die SVGer hatten sich mehr erhofft. Die Kulisse war mit knapp 1600 Zuschauern prächtig. Wir haben in der Nachlese die wichtigsten Erkenntnisse zusammengetragen.

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Der sportliche Aspekt: Die SVG beginnt stark, 05 übernimmt das Kommando

Die Konstellation versprach eine relativ einseitige Angelegenheit, und so startete der Favorit SVG auch ins Spiel: Mit langen Diagonalbällen wurden die flinken Flügelstürmer Degenhardt und Krenzek in Szene gesetzt, Schwarz-Weiß dominierte. Trotzdem war Nervosität zu spüren, zum Beispiel als Verteidiger Yannick Broscheit ohne Not einen langen Ball pflückte und ihn damit 05-Stürmer Moritz Bartels perfekt auflegte. Und selbst mit einer 1:0-Führung im Rücken und einem starken Beginn in die zweite Hälfte kam die SVG nicht zur Ruhe, was Trainer Dennis Erkner besonders ärgerte. 05 wurde von Minute zu Minute stärker, und am Ende konnte sich die Sandweg-Elf bei Torwart Omar Younes bedanken, dass es beim 1:1 blieb. Aufreger aus SVG-Sicht: das 2:0 von Krenzek, bei dem auf Abseits entschieden wurde, und das 1:1 von Kaplan, bei dem nicht auf Abseits entschieden wurde.

Die Trainerstimmen

Philipp Käschel (I. SC 05): „Wir sind immer noch in einer prekären Lage, aber haben hier einen Punkt geholt. Vor dem Spiel hatte ich mir sogar drei Zähler gewünscht, die aufgrund des Spielverlaufes sogar drin gewesen wären. Wir wollten lange die Null halten. In der zweiten Hälfte haben wir uns auf unsere Stärken besonnen. Mit dem Punkt, den wir gerne mitnehmen, können wir leben."

Pressestimme von Philipp Käschel

Dennis Erkner (SVG): „Ich bin natürlich nicht zufrieden und muss das erstmal richtig sortieren. In der ersten Halbzeit haben wir versucht Fußball zu spielen, und 05 hat fast nur lange Bälle gekloppt, wurde dadurch aber auch ab und zu gefährlich. In der zweiten Halbzeit hat 05 den deutlich besseren Fußball gespielt als wir. Wir haben keine Kontrolle in unser Spiel bekommen und bekommen den Ausgleich durch nen Konter. Jede Torchance von 05 entstand aus einem Fehler von uns. Der Punkt ist insgesamt verdient.“

Pressestimme von Dennis Erkner

Die Pressekonferenz

Dass SVG-Trainer Dennis Erkner auf die Frage eines Göttinger Journalisten hin bemerkte, die SVG sei schwierig, ließ die Stirn bei anwesenden Alt-SVGern einige Falten werfen. Erkner präzisierte später, dass die Stimmung bei einigen Zuschauern auch dann negativ sei, wenn das Team gewinne, und darum müsse er seine Spieler in Schutz nehmen – eigentlich ein unschönes Thema für einen schöne Abend, zumal ja nicht verloren wurde.

SVG-Abteilungsleiter Thorsten war aufgrund der Diskussionen „not amused“: „Ich kann Dennis schon ein wenig verstehen, aber ich rede noch einmal mit ihm – das hätte man schon etwas souveräner lösen können“, so Tunkel, der sportlich auch nicht ganz zufrieden war. Nach dem Spiel wurde zudem bekannt, dass Hans Kerl mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Geschäftsführer zurückgetreten ist. „Hans war mit einigen Entscheidungen des Vorstands nicht einverstanden. Sicherlich spielen auch private Gründe sowie Altersgründe eine Rolle. Er wird den Verein aber weiterhin unterstützen“, sagte Karl Würzberg, stellvertretender Vorsitzender der SVG.

Die SVG Göttingen und der I. SC Göttingen 05 trennen sich 1:1

Leistungsgerecht 1:1 unentschieden endete das umkämpfte Derby zwischen der SVG Göttingen und dem I. SC Göttingen 05. Zur Galerie
Leistungsgerecht 1:1 unentschieden endete das umkämpfte Derby zwischen der SVG Göttingen und dem I. SC Göttingen 05. © Swen Pförtner
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Der Gästeblock

Rund 150 05-Anhänger waren per Fanmarsch durch die Göttinger Straßen zum Stadion gelangt. Im Gästeblock wurde von der ersten bis zur letzten Minute feste durchgesungen – allerdings wurden auch drei Banden ziemlich demoliert zurückgelassen. „Sowas ärgert mich, das werden wir mit 05 besprechen müssen“, so Würzberg. Ein Ordner soll einem jungen 05-Fan Prügel angedroht haben, was zu Empörung führte. „Aus Polizei-Sicht war alles ganz entspannt“, teilten die Göttinger Beamten am Donnerstag mit.

Die Moderation

Um den Willen zu freundschaftlichen Beziehungen untereinander zu bekräftigen, wurde dem 05er Michael Schneider für das Verlesen der Aufstellung das Mikrofon überlassen – und der legte gleich mal richtig los, pries die 05er als das überhaupt höchste und schönste Gefühl der Stadt, als das Aushängeschild schlechthin und sparte bei der Aufstellung nicht an Lob für einzelne Akteure. Die SVGer nahmen das ziemlich verdattert zur Kenntnis, denn damit hatten sie offenbar nicht gerechnet.

Ein besonders schöner Versprecher kam von SVG-Stadionsprecher Rainer Freudenberg, als er die 05-Fans aufforderte, das „Abbrechen von Pyrotechnik“ zu unterlassen: „Dankeschön für diese Bitte!“

Und sonst?

Am Ende saßen die Teams im VIP-Bereich schiedlich-friedlich zusammen – man kennt sich untereinander. 1600 Zuschauer besuchen an einem Mittwochabend ein Fußballspiel in Göttingen, da kann sich manche andere Stadt eine Scheibe abschneiden.

Von Jan-Philipp Brömsen und Eduard Warda

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