03. April 2021 / 17:29 Uhr

"Das war ein Sieg des Kollektivs": Stimmen zum 3:2-Sieg vom VfB Lübeck beim FC Bayern München II

"Das war ein Sieg des Kollektivs": Stimmen zum 3:2-Sieg vom VfB Lübeck beim FC Bayern München II

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Yannick Deichmann freut sich über seinen Treffer zum 3:2
Yannick Deichmann freut sich über seinen Treffer zum 3:2 © Agentur 54°
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 "Den Dreier nehmen wir unglaublich gerne mit" - Lübecks Trainer Rolf Landerl, Yannick Deichmann und andere Personalien melden sich nach der Drittligapertie des VfB Lübeck gegen den FC Bayern München II zu Wort

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Der VfB Lübeck hat sein Gastspiel beim FC Bayern München II mit 3:2 gewinnen können! Trotz zweimaligen Rückstands ließ sich die Mannschaft von Trainer Rolf Landerl nicht aus dem Takt bringen und kam immer zurück. Den gesamten Spielbericht könnt ihr hier nachlesen!

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Rolf Landerl: "Das war eine Leistung, ein Sieg des Kollektivs heute!"

Rolf Landerl, VfB-Trainer: „Nach der ersten Halbzeit haben wir schon bewusst, dass eine deutliche Leistungssteigerung her muss. Das entscheidende war, dass die Moral jedes Mal gestimmt hat – nach den Gegentoren. Das zweite Gegentor zum 2:1 war ein Ping-Pong-Tor, wo du den Ball eigentlich schon geklärt hast und der Ball über Eli wieder in der Box landet. Du klärst schon vorher zweimal von der Linie. Das ist ganz eigenartig. Ich muss mir das nochmal in Ruhe anschauen. Von außen war der Ball gefühlt dreimal drin, war dann doch nicht drin. Du denkst, du hast das schlimmste überstanden und dann zappelt der Ball dann doch im Netz. Fürchterlich solch ein Tor. Wir haben vorne keinen Zugriff bekommen, Bayern hat das geschickt gemacht. Wir haben hinten im Zentrum der Verteidigung mit einem anderen Spieler gerechnet. Ist nicht so aufgegangen. Wir waren vom Anlaufverhalten sehr verhalten. Wir haben versucht, den Sechser Angelo Stiller in den Griff zu bekommen, haben dadurch keinen Druck nach vorne bekommen. In der Halbzeit haben wir dann umgestellt. Man muss auch sagen, dass wir die Pressingmomente in der ersten Halbzeit nicht richtig erkannt haben. Positiv ist, dass wir jedes Mal gut und schnell wieder in die Partie gefunden und dann auch noch den Glauben gehabt haben, das Siegestor erzielen zu können. In der zweiten Halbzeit haben wir bisschen was angepasst auch in der Grundordnung. Wir haben dann auch besser gespielt, bessere Lösungen gefunden. Das war eine Leistung, ein Sieg des Kollektivs heute. Den Dreier nehmen wir unglaublich gerne mit. Ich habe die anderen Ergebnisse der Konkurrenz gesehen, die nicht gerade für uns gesprochen haben, dass wir den Abstand hätten verkürzen können. Um so wichtiger war es, dass wir heute hier einen Dreier eingefahren haben und das ganze spannend machen.“

VfB-Schlussmann Lukas Raeder: "Wir ruhen uns darauf aber nicht aus!"

Lukas Raeder, VfB-Torwart und Vize-Kapitän: „Für mich besonders immer schön, hierher zu kommen. Noch schöner, wenn man mit drei Punkten nach Hause fährt. Wir sind bisschen schleppend ins Spiel gekommen. Erste Halbzeit war die schlechtere Halbzeit von beiden heute. Aber was man dann aber auch schon gesehen hat in der ersten Halbzeit, dass wir direkt nach dem Rückstand wieder gekommen sind. Wir haben die Köpfe nicht hängen gelassen und direkt den Ausgleich gemacht. Auch mit dem, was wir uns vorgenommen haben, bei Standardsituationen präsent und körperlich einfach da zu sein, auf die zweiten Bälle zu gehen. Das hat dann auch gut geklappt. Zweite Halbzeit fand ich generell besser von uns, sind wir besser reingekommen. Wir geraten zwar wieder in Rückstand, aber da genau das selbe, wieder die Köpfe nicht hängen gelassen und eine gute Moral gezeigt, sind direkt wiedergekommen. Die Endphase, fand ich, hatten wir auch etwas mehr Kontrolle im Spiel und haben auch verdient die Führung gemacht. Wir haben gezeigt, dass wir den Sieg mehr wollten als der Gegner. Dass wir jetzt vier Spiele ungeschlagen sind, gibt uns Schwung und haben wir uns erarbeitet. Wir müssen daran festhalten mit unserer Einstellung und mit unserem Einsatz, den wir gezeigt haben. Wir ruhen uns darauf aber nicht aus. Wir haben noch alles in den eigenen Händen, müssen jetzt nur auf uns schauen, unsere Aufgaben erledigen und alles andere kommt dann von alleine.“

Zweimal lagen die Lübecker zurück, zweimal sind sie schnell zurückgekommen! Belohnt haben sie sich letzten Endes fünf Minuten vor Schluss mit dem Siegtreffer zum 3:2 von Yannick Deichmann! Hier die besten Bilder zum Spiel in der Bildergalerie:

Die Lübecker freuen sich im Kollektiv über den hart erkämpften Sieg! Zur Galerie
Die Lübecker freuen sich im Kollektiv über den hart erkämpften Sieg! ©

Yannick Deichmann: "Wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel gegen Lautern!"

Siegtorschütze Yannick Deichmann, VfB-Stürmer: „Erste Halbzeit war von jedem zu wenig. Das haben wir auch angesprochen. Wir haben immer gesagt, dass wir ab jetzt den Fokus immer nach vorne richten und auch klare Sachen ansprechen. Das haben wir gemacht in der Halbzeit. Ich freue mich sehr über den Sieg. Es ist aber noch nichts erreicht. Wir haben jetzt einen Schritt nach vorne gemacht, es sind noch acht Schritte zu gehen. Beim Siegtreffer hat Ryan das Ding wieder in den Sechsener gepfeffert und Tommy legt den ganz gut rein. Ich habe das kurze Eck anvisiert und zum Glück dann getroffen. Wir wollten den Fokus auf das Positive lenken und die negativen Gedanken ausschalten. Die jüngste Arbeit mit dem Mentalcoach hat ganz gut geholfen heute gerade in der zweiten Hälfte. Es macht nichts, auf die anderen Teams zu gucken, sondern wir müssen unsere Hausaufgaben erledigen. Wir konzentrieren uns auf das nächste Spiel gegen Lautern und wollen da wieder alles reinhauen.“

Ryan Malone: "Ich bin sehr zufrieden mit unseren drei Punkten!"

Ryan Malone, VfB-Abwehrspieler: „Erste Halbzeit war auf jeden Fall nicht unsere beste Halbzeit. Wir wie nach dem 0:1 geantwortet haben, war richtig gut. War schwer reinzukommen, weil München viel Druck gemacht hat. Erste Halbzeit haben wir viel lange Bälle gespielt. Zweite Halbzeit haben wir viel mehr Ballbesitz. Zweimal zurückzukämpfen, war schon geil von uns. Ich bin sehr zufrieden mit unseren drei Punkten. Endlich haben meine Einwürfe was genützt. Wir haben das ganz oft im Training geübt. Ich habe schon vorher gesagt, dass es ein 100-Prozent-Sprint bis zum Saisonende ist. Jetzt ist unsere Aufgabe Regeneration und fokussieren auf die nächste Aufgabe gegen Lautern.“

FCB-Trainer Holger Seitz: "Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Anzahl der Gegentore minimieren!"

Holger Seitz, FCB-Trainer: „Wir haben zu viele Gegentore bekommen. Ich glaube, dass wir in der ersten Halbzeit ein sehr ordentliches Spiel gemacht haben. Immer am Drücker, so gefühlt im Ballbesitz waren und jeweils in Führung gegangen sind. Der Moment der Gegentore ist wie schon in den letzten Spielen natürlich brutal für so eine junge Mannschaft. Wenn man das Tor macht und mehr oder weniger im direkten Gegenzug jeweils den Ausgleichstreffer hinnehmen muss. Jeweils mit Standardsituationen, ein Elfmeter und die Einwürfe, die wir wussten. Dann trifft das so eine junge Mannschaft schon brutal. Man hat dann gemerkt nach dem zweiten Gegentreffer, dass wir erhebliche Probleme hatten, unser Spiel von der ersten Halbzeit weiter umzusetzen. Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Anzahl der Gegentore minimieren. Wir verlieren die entscheidenden Zweikämpfe vor der Kiste zu häufig. Das waren heute nicht so viele, aber die entscheidenden haben wir dann leider doch verloren.“

Maximilian Welzmüller vom FCB: "Ich bin mega frustriert!"

Maximilian Welzmüller, FCB-Kapitän: „Mir fehlen gerade die Worte. Wir sind zweimal in Führung gegangen und zeigen eine richtig gute Moral. Wir kriegen zweimal viel zu schnell den Ausgleich. Das wir noch 3:2 verlieren, ist eigentlich unfassbar. Du musst so ein Spiel irgendwie unentschieden spielen, dass der Gegner kein Boden gut macht. Wir haben in der letzten Minute noch eine Riesenchance. Ich bin mega frustriert, dass wir das 3:3 nicht mehr machen. Dass es eine schwere Saison wird, wussten wir. Wir hatten heute durch Ausfälle so viele junge Spieler auf dem Platz, dass die Situation generell nicht leicht ist im Abstiegskampf. Für eine junge Mannschaft ist es nochmals schwerer. Das ist keine Ausrede oder Entschuldigung. Wir haben noch acht Spielen und müssen wahrscheinlich die Hälfte der Spiele gewinnen.