30. März 2015 / 20:25 Uhr

„Das war ein unvergessliches Spiel“

„Das war ein unvergessliches Spiel“

Karsten Lehmann
SPORTBUZZER-Nutzer
Torhüter Alexander May (2. v. r.) hüpft mit den Stars. USER-BEITRAG
Torhüter Alexander May (2. v. r.) hüpft mit den Stars. © F.C. Hansa Rostock
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Alexander May und Christoph Thürk standen beim Benefizspiel „Marteria – Paule Beinlich“ auf dem Platz. Hier der Erlebnisbericht.

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Auch 24 Stunden nach dem Abpfiff des Benefizspiels zwischen Marteria und Stefan „Paule“ Beinlich (6:6) fällt es sowohl Christoph Thürk als auch Alexander May schwer, das Erlebte in Worte zu fassen. „Da ging ein Traum in Erfüllung“, sagt der Rostocker Christoph Thürk – der Strandfußball-Nationalspieler ist mit Rapper Marteria seit 15 Jahren befreundet. „Es war ein unvergessliches Spiel“, meint Alexander May – der Torhüter hatte sich seinen Platz im Paule-Team durch eine starke Leistung im Wild-Card-Training gesichert.

„Als Rostocker Jung' einmal vor 27 000 Zuschauern im Ostseestadion zu kicken – das war einfach unglaublich“, sprudelt es aus Christoph Thürk heraus. „Die Stimmung war einmalig – die ganzen Stars, die Du nur aus dem TV kennst, haben uns herzlich begrüßt und aufgenommen. Es war wie eine große Familie.“

Erster Höhepunkt vor dem Spiel

Den ersten Höhepunkt des Tages erlebte der Strandfußball-Nationalspieler der Rostocker Robben schon bei der Team-Besprechung gegen 10 Uhr im Hotel Sportforum. „Marteria und ich haben immer wieder aus dem Fenster geschaut und die Menschenmassen beobachtet. Wir haben uns in die Augen geblickt und wussten beide, hier geht ein Traum in Erfüllung“, berichtet der 30-Jährige.

Strandfußball-Nationalspieler Christoph Thürk (dunkles Trikot). Foto: Rostock-Fotos.de
Strandfußball-Nationalspieler Christoph Thürk (dunkles Trikot). Foto: Rostock-Fotos.de

Seit Jahren unterstützt der Rostocker Musiker die Rostocker Robben – er war zeitweise sogar Trikotsponsor des deutschen Strandfußball-Meisters. Und so war es klar, dass eine „Robbe“ ins Team Marteria aufgenommen wird. Christoph Thürk hatte sich sogar mit einem Video um einen Platz im Wild-Card-Training beworben. „Vor sechs Wochen hatte ich Marteria zufällig getroffen. Da hat er gesagt, ich hätte gar kein Video einsenden müssen.“

Ebenfalls ein Video hatte Alexander May geschickt – er wollte die Position des Torhüters. Seit fünf Jahren habe er kein Fußball mehr gespielt, sagt der gebürtige Rostocker, der seit 2001 in Konstanz lebt. „Das war für mich einfach eine Riesen-Gelegenheit. Seit ich denken kann, bin ich Hansa-Fan“, betonte der Finanz-Experte. Und die Chance nutzte er. „Als es dann hieß, ich bin der Keeper im Team Paule, hat es mir fast den Boden unter den Füßen weggerissen. Ich konnte es einfach nicht fassen – es war leicht unreal.“

Kaum Zeit zum Warmmachen

Ähnlich fühlte es sich an, als Ex-Profitorhüter Georg Koch, der in den ersten 45 Minuten des Benefiz-Spiels im Tor stand, plötzlich in der Kabine vor Alexander May stand. „Er sagte zu mir, ich solle mich langsam einmal warm machen. Dass ich eine ganze Halbzeit im Tor stehen würde, damit hatte ich nie gerechnet.“

Zwei, die sich verstehen: Torhüter Alexander May und Rapper Marteria. Foto: Rostock-Fotos.de

Viel Zeit zum Aufwärmen blieb ihm nicht – Schiedsrichter Bernd Heynemann pfiff pünktlich die zweite Halbzeit an. „Als ich im Tor stand, war die Aufregung auf einmal wie weggeblasen. Das war noch ganz anders, als ich in die Kabine ging und dort mein Trikot sah oder im Spieltunnel stand und plötzlich mein Name erklang – und 27 000 Menschen applaudierten. Einfach der Hammer.“ Übrigens: Das Trikot und seine Torwarthose durfte Alexander May behalten. „Die bleiben erst einmal bei mir – ob ich sie einrahme, das kann ich noch nicht sagen“, meint der Familienvater (Sohn Finn ist drei Jahre), der früher beim SV Hafen Rostock und in der Landesauswahl Mecklenburg-Vorpommerns spielte.

Christoph Thürk erinnert sich zudem an das Einspielen auf dem Nebenplatz des Ostseestadions. „Ich habe mit Campino, dem Sänger der Toten Hosen, gekickt. Einmalig. Der Typ ist so symphatisch und locker“, berichtet der 30-Jährige. „Und nach dem Spiel haben beide Mannschaften vor der Südtribüne getanzt – ich bekomme sofort wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke.“

Marteria singt drei Lieder

Ganz entspannt sei der Abend gewesen – das versichern beide. In der VIP-Lounge des Ostseestadions trafen sich die Protagonisten, um „nach dem ersten Bier in der Kabine“ (Christoph Thürk) den unvergesslichen Tag ausklingen zu lassen. „Marteria hat noch drei Lieder zum Besten gegeben und auch Max Herre hat gesungen“, verrät Christoph Thürk. Gegen Mitternacht sei er nach Hause gegangen: „Es gab aber noch ein paar Spieler, die wollten noch ein bisschen um die Häuser ziehen.“