19. November 2019 / 12:04 Uhr

Dassow plant Radrennen durch die Stadt

Dassow plant Radrennen durch die Stadt

Dirk Hoffmann
Ostsee-Zeitung
Vor 15 Jahren fand in Dassow das letzte Straßenrennen durch die Stadt statt. Im nächsten Jahr soll dort wieder ein Radrennen ausgetragen werden.
Vor 15 Jahren fand in Dassow das letzte Straßenrennen durch die Stadt statt. Im nächsten Jahr soll dort wieder ein Radrennen ausgetragen werden. © Foto: Dirk Hoffmann
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Die Radsportler des RST Dassow möchten nach 15 Jahren wieder ein Radrennen durch ihre Stadt austragen.

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Deutschlandweit und international sorgen Radsportler aus Dassow schon seit Jahrzehnten für Aufsehen. Unvergessen sind die Solofahrten des Tour-de-France-Helden Jens Voigt, mit denen er Millionen Menschen an der Strecke und an den TV-Geräten begeisterte. Wenn er die Möglichkeit hatte, dann trat der Ausnahmekönner auch vor heimischem Publikum in der Stepenitzstadt an. So wie 2003 bei einem Rundkurs an der Siedlung. Im Jahr darauf gab es dann ein Radrennen ohne Jens Voigt durch die Stadt. Es war das letzte. 16 Jahre später gibt es nun die Hoffnung, dass in der radsportbegeisterten Stadt wieder ein Radrennen stattfindet.

Anfrage beim Ordnungsamt gestellt

„Wir möchten den Kindern einen Ansporn geben. Mit ihnen fahren wir überall zu Wettkämpfen hin, warum sollte das hier nicht möglich sein“, erzählt René Bever, stellvertretender Vorsitzender und Trainer vom RST Dassow. Die Idee dazu gibt es nach seiner Darstellung schon länger. Der Verein hat auch offiziell eine Anfrage an das Ordnungsamt gestellt, ob es ein Rundstreckenrennen in Dassow genehmigen würde. Start wäre in der Hermann-Litzendorf-Straße, von da würde es über den Jens-Voigt-Ring Richtung Prieschendorf und wieder zurück nach Dassow gehen. Knapp vier Kilometer lang wäre dieser Rundkurs, der je nach Altersklasse mehrmals umfahren würde. Jetzt warten die Verantwortlichen des RST auf ein positives Zeichen des Ordnungsamtes. Dann wollen sie ihre Pläne forcieren, so Bever. Voraussichtlich im Mai könnte es somit wieder ein Radrennen in Dassow geben. Der genaue Termin dafür muss dann noch festgelegt werden.

Gute Erinnerungen an das Radrennen von 2003, wo sich bei den Männern Jens Voigt und Andre´ Kalfack einen packenden Zweikampf lieferten, den am Ende Voigt für sich entschied, hat Bever ohnehin. Damals trat der heute 33-Jährige als Nachwuchsfahrer noch selbst in die Pedalen und gewann in der U 19. Mittlerweile ist er Trainer und kümmert sich vor allem um die Lizenzfahrer der Altersklassen von der U 11 bis zur U 19. Mit den Leistungen seiner Jungs kann er bislang sehr zufrieden sein. Sie haben in diesem Jahr mehrere Top-Ergebnisse abgeliefert. Dabei ragen die Landesmeistertitel von Ben Rogall (U 11) und Emil Bismarck (U 13) im Omnium bei den Titelkämpfen auf der Bahn heraus. Die letzte Ehrung erfuhren sie erst vor wenigen Tagen, als sie ihre Urkunden und Prämien für ihre jeweils zweiten Plätze in der Schüler-Cupwertung von 2019 entgegennahmen. Hier flossen die Ergebnisse aus den Wettkämpfen auf der Bahn, der Straße und im Querfeldein mit ein. Weitere Podiumsplätze in dieser Wertung gingen als jeweils Dritte an Jonas Müsse (U 13) und Niklas Czuprynska (U 15), der erst vor kurzem vom SV Dassow 24 zum RST wechselte.

Positiver Mitgliederzuwachs

„Es war ohnehin das erfolgreichste Jahr seit dem Bestehen des RST“, meint der Vorsitzende Tom Rogall, der ebenfalls früher Radrennen bestritt, seinen heute zehn Jahre alten Sohn Ben vor vier Jahren für diesen Sport begeistern konnte und sich neben René Bever, Christian Manzke und Sandro Boddin als einer der Trainer engagiert. Mit dieser Aussage meint er aber nicht nur die Erfolge, sondern die gesamte Arbeit in dem Verein. Das Werben für diesen Sport, auch in der Schule, habe sich ausgezahlt und mit zu einem starken Zuwachs an Mitgliedern geführt. Daraus entstanden ist erst vor kurzem eine Kindergruppe für die Jüngsten der mittlerweile 20 Kinder und Jugendlichen in dem 60 Mitglieder zählenden Verein. „Betreut werden die vier bis acht Jahre alten Kinder von Stefanie Bismarck“, erklärt Bever. Die für die Pressearbeit des Vereins verantwortliche junge Frau ist bei den Wettkämpfen ebenso wie bei den Trainingsstunden dabei. Aktuell finden diese überwiegend in der Dornbuschhalle statt. Die allgemeine athletische Ausbildung steht dabei im Vordergrund. Es soll vor allem Spaß bringen. Um Top-Ergebnisse geht es dabei weniger, wie Bever erzählt. Aber man nimmt sie natürlich gerne mit. So wie zuletzt bei der Athletiküberprüfung am 10. November in Schwerin, wo den RST-Sportlern zwei Siege gelangen. In der U 13 gewann Emil Bismarck vor seinem Teamkollegen Emil Müsse und in der U 15 siegte Niklas Czuprynska. Sportlerinnen und Sportler des SV Dassow hatten an dieser Überprüfung nicht teilgenommen. Sie legen ihr Hauptaugenmerk auf den letzten Höhepunkt des Jahres, die Landesmeisterschaften der Nordverbände im Radcross am 24. November in Malente sowie den Titelkämpfen im Crosslauf der U 11 und U 13 am 15. Dezember in Neubrandenburg. An den genannten Wettkämpfen nehmen auch die Akteure de RST Dassow teil.

Außerdem waren die Radrenner aus der Stepenitzstadt am 17. November beim 7. Lauf um den Stevens-Cup in Neumünster erfolgreich. In der Altersklasse der U 13 fuhren nach 15 Rennminuten Emil Bismarck und Jonas Müsse (beide RST Dassow) auf die Plätze vier und sechs. Außerdem wurde in dieser Altersklasse Eric Haase Siebter und kam Carlotta Zemke (beide SV Dassow 24) als Zehnte und damit bestplatziertes Mädchen ins Ziel. In der U 15 wurde Niklas Czuprynska (RST Dassow) nach 20 gefahrenen Rennminuten Zweiter. Es siegte Max Heiner Oertzen von der Harburger Renngemeinschaft.

Neujahrsempfang am 11. Januar

Blicken indes die RST-Verantwortlichen René Bever und Tom Rogall auf das kommende Jahr, dann steht der grobe Fahrplan bereits fest. Es beginnt am 11. Januar mit dem Neujahrsempfang in der Familienbegegnungsstätte (altes Rathaus), zu der auch die Sponsoren eingeladen sind. Weitere feste Termine neben den Titelkämpfen auf der Bahn, der Straße und im Cross sind unter anderem die Ost-Thüringen-Tour im April und die Kids-Tour im Spätsommer in Berlin. Und vielleicht klappt es ja noch mit dem Rennen vor heimischem Publikum. Das wäre dann sicherlich ein besonderes Highlight im Jahr 2020.