28. Mai 2022 / 11:06 Uhr

Vom "Traum" zur Krönung? Das erste Jahr von David Alaba bei Real Madrid in der Bilanz

Vom "Traum" zur Krönung? Das erste Jahr von David Alaba bei Real Madrid in der Bilanz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bei Real Madrid kann David Alaba ein erfolgreiches Jahr mit dem Champions-League-Titel krönen.
Bei Real Madrid kann David Alaba ein erfolgreiches Jahr mit dem Champions-League-Titel krönen. © IMAGO/NurPhoto (Montage)
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Als Eigengewächs des FC Bayern München wagte David Alaba im vergangenen Sommer den Absprung vom deutschen Rekordmeister. Nach 13 Jahren im FCB-Trikot zog es den Österreicher zum spanischen Spitzenklub Real Madrid. Der SPORTBUZZER zieht nach seinem ersten Jahr bei den "Königlichen" Bilanz.

Unter anderem zehnmal Deutscher Meister, sechsmal DFB-Pokal-Sieger sowie zweimal Triumphator in Champions League, UEFA Supercup und FIFA-Klub-WM. Mit dem FC Bayern München räumte David Alaba so ziemlich jede bedeutende Trophäe ab, die es abzuräumen gibt. Nach 13 Jahren im Verein suchte die Münchner Identifikationsfigur im vergangenen Sommer eine neue Herausforderung. Viel Steigerungspotenzial gab es im europäischen Spitzenfußball nicht – es wurde letztlich der spanische Rekordmeister Real Madrid. Ein Klub, von dem der Österreicher laut eigener Aussage schon als Junge geschwärmt hat. "Für mich geht mit diesem Wechsel ein Traum in Erfüllung", sagte Alaba nach seiner Unterschrift.

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An die großen Erfolge bei den Bayern anzuknüpfen – das war das große Ziel bei seinem gewünschten Schritt nach Madrid, um sich "sportlich und menschlich" trotz der langjährigen Erfahrung auf Weltklasse-Niveau noch einmal weiterzuentwickeln. Doch zahlte sich der Weg aus der Komfortzone für den Defensiv-Allrounder aus? Der SPORTBUZZER, das Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), hat sein erstes Jahr im Trikot der "Königlichen" unter die Lupe genommen.

Eine Torbeteiligung zum Einstand

Zum ersten Mal in einem Pflichtspiel streifte Alaba gleich am ersten La-Liga-Spieltag gegen Deportivo Alaves das Trikot der "Königlichen" über. Auf der Linksverteidigerposition spulte der Österreicher die vollen 90 Minuten ab und glänzte dabei mit Impulsen in der Offensive. Zum 4:1 gegen den Underdog steuerte Alaba eine Torvorlage bei – Debüt gelungen. Auch in der Folge galt: Ist Alaba fit, setzt Trainer Carlo Ancelotti, mit dem er bereits während seiner Amtszeit beim FC Bayern (2016–2017) zusammengearbeitet hatte, voll auf den Defensivmann. Bis zum 33. Spieltag verpasste der 29-Jährige nur drei Liga-Partien: Zweimal bremsten ihn muskuläre Probleme aus, einmal das Coronavirus. In allen anderen Begegnungen stand Alaba in der Startformation.

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Erstes Tor – und das im Clasico

Einen besseren Zeitpunkt für seinen ersten Treffer im Trikot der Madrilenen hätte sich Alaba kaum aussuchen können. Im Camp Nou des FC Barcelona leitete der Österreicher am 10. Spieltag den Erfolg im Clásico ein (2:1). "Das ist ein schönes Gefühl. Mein erster Clásico und mein erstes Tor. Ich bin sehr glücklich und dankbar für diesen Moment, aber der Sieg als Team ist wichtiger", sagte Alaba im Anschluss. In der Liga manifestierte Real Madrid den Platz in der Spitzengruppe und konnte sich dort halten, auch wenn die Leistungen nicht immer vollends den Ansprüchen der "Königlichen" genügten. Alaba war in der Defensive unmittelbar zum Stammspieler geworden – erst als Links- und dann als Innenverteidiger.

Der erste Titel

Seinen ohnehin schon überquillenden Trophäenschrank füllt Alaba auch in Madrid weiter auf. Ein erster Coup: Im Finale des spanischen Supercups im Januar ist das Star-Ensemble von Ancelotti zu stark für Athletic Bilbao. Real gewinnt mit 2:0 und Alaba seinen ersten Pokal im neuen Trikot. Alabas Arbeitsnachweis: 90 Minuten lang ein Stabilisator in der Hintermannschaft. Doch kurz darauf setzt es einen ersten herben Dämpfer: Gelang im Supercup gegen Bilbao noch der erste Coup, war im spanischen Pokal gegen die Basken frühzeitig Endstation. Im Viertelfinale mussten sich die Madrilenen mit 0:1 geschlagen geben und überraschend die Segel streichen.

Alaba wird auch in Spanien Meister

Die Meisterschaft ließen sich die "Königlichen" dann aber nicht nehmen. Wirklich gefährdet war der Titel im nationalen Liga-Wettbewerb nicht – auch weil der große Rivale FC Barcelona eine weitestgehend enttäuschende Saison spielte. Am Ende waren es 13 Punkte Vorsprung auf die Katalanen. Ein Wermutstropfen: Das zweite Clásico in der Liga ging mit 0:4 verloren, an der souveränen 35. Meisterschaft änderte das aber nichts mehr. Einmal mehr stand Alaba mit seinem Team zwar ganz oben, der Österreicher entwickelte sich in der Schlussphase der Saison aber zum Sorgenkind: Hartnäckige Adduktorenbeschwerden zwangen Alaba in die Zuschauerrolle. Fünf Liga-Spiele und das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Manchester City (3:1 n.V.) mussten ohne den Leistungsträger stattfinden.

Krönung mit dem Champions-League-Coup?

Und doch schaffte die Ancelotti-Elf den Sprung ins Königsklassen-Endspiel nach Paris – mehreren Comebacks sei Dank. Im Achtelfinale drehte Real ein 0:1 aus dem Hinspiel durch ein 3:1 im zweiten Vergleich mit Paris Saint-Germain. In der Runde der letzten Acht schockten Alaba und Co. Titelverteidiger FC Chelsea (3:1, 2:3 n.V.), und in der Vorschlussrunde hatte man nach einem nervenaufreibenden Kräftemessen mit Manchester City die Nase vorn (3:4, 3:1 n.V.). "Glauben kann man das irgendwo nicht. Zu was wir fähig sind, haben wir in dieser Saison gezeigt. Unfassbar, wie die Mannschaft zurückgekommen ist. Das ist geisteskrank. Wir haben einen Charakter innerhalb der Mannschaft, der sehr speziell ist", jubelte Alaba. Und so kann der 29-Jährige sein überaus gelungenes erstes Jahr (45 Spiele, drei Tore, vier Vorlagen) nun im Endspiel gegen den FC Liverpool (21 Uhr, ZDF und mit DAZN [Anzeige]) mit dem begehrtesten Pokal auf Vereinsebene krönen. Es wäre das perfekte Ende einer starken Premieren-Saison.

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