22. November 2021 / 22:58 Uhr

Alaba-Wechsel hat Bayern geschwächt - Matthäus: "Auf dem Platz und in der Kabine fast unbezahlbar"

Alaba-Wechsel hat Bayern geschwächt - Matthäus: "Auf dem Platz und in der Kabine fast unbezahlbar"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Wechsel von David Alaba vom FC Bayern zu Real Madrid hat den Münchenern laut Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geschwächt.
Der Wechsel von David Alaba vom FC Bayern zu Real Madrid hat den Münchenern laut Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geschwächt. © IMAGO/Pressinphoto/Jan Huebner (Montage)
Anzeige

Der FC Bayern München spielt in dieser Saison bisher nicht so dominant, wie man es erwartet hat. Kürzlich gab es in der Bundesliga eine überraschende Niederlage in Augsburg. Für "Sky"-Experte Lothar Matthäus hat die fehlende Konstanz auch mit dem Wechsel von David Alaba zu Real Madrid zu tun.

Der FC Bayern München hat kürzlich beim 1:2 in Augsburg überraschend die zweite Saisonpleite kassiert. "Es war jetzt schon das zweite Spiel zum Vergessen und das ist schon ein wenig ungewöhnlich in so kurzer Zeit", schreibt Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus in seiner Kolumne bei Sky. Ende Oktober waren die Bayern im DFB-Pokal bei Borussia Mönchengladbach beim 0:5 völlig unter die Räder gekommen. Als ein Problem macht Matthäus die ständige Diskussionen um die Corona-Problematik bei den Bayern mit den umgeimpften Spielern um Joshua Kimmich fest. Ein anderer Aspekt ist ein Wechsel aus dem vergangenen Sommer.

Anzeige

Der Abgang von Verteidiger David Alaba hat in der Abwehr des Rekordmeisters ein großes Loch hinterlassen. Bereits am Sonntag sagte der ehemalige Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in der Sendung Sky 90: "Es fehlt vielleicht auch der Organisator der Abwehr. Der ist natürlich auch leider transferiert nach Real Madrid: David Alaba war immer für den FC Bayern in dieser Rolle des defensiven Organisators ein ganz wichtiger Mann. Er war auch für die Kabine ein wichtiger Mann. Ich glaube, David geht schon dieser Defensive ein Stück ab."

Matthäus stimmt voll mit Rummenigge überein. "Da gebe ich ihm recht", schreibt der Ex-Profi. "Vor allem, weil es ein Spieler mit einer ausgesprochenen Bayern-DNA war, der bei diesem Verein groß geworden ist und den man dann auch noch zu allem Überfluss zum Nulltarif zu Real Madrid hat gehen lassen."


Mit dem FC Bayern konnte sich der Österreicher auf keinen neuen Kontrakt einigen, bei den Spaniern unterschrieb der Defensiv-Allrounder einen Fünfjahresvertrag bis 2026. Besonders der ablösefreie Abgang ist Matthäus ein Dorn im Auge. "Hätte man wenigstens 30, 40 Million für ihn bekommen, wäre es was anderes gewesen", meinte er. "Aber so einen Spieler, der sowohl für die Defensive auf dem Platz als auch für die Hierarchie in der Kabine fast unbezahlbar war, hätte man am besten behalten."

Die Fußstapfen, die der sympathische Österreicher hinterlassen hat, sind indes groß. Das weiß auch Matthäus. Alaba-Nachfolger Dayot Upamecano und auch der schon länger in München spielende Lucas Hernandez brauchen daher Zeit. "Das sind tolle Abwehrspieler", lobte der Weltmeister von 1990. "Aber es fehlt ihnen noch ein wenig die Identifikation und das Standing im Team. Der eine kam verletzt aus dem Ausland, der andere ist noch sehr jung und es dauert eben seine Zeit, bis solche Spieler in die Rolle eines großen Bayern-Stars wachsen."