03. Februar 2022 / 07:18 Uhr

Upamecano vor Duell mit Ex-Club Leipzig: Durch Tedesco "ist die Aufgabe für uns nicht einfacher geworden"

Upamecano vor Duell mit Ex-Club Leipzig: Durch Tedesco "ist die Aufgabe für uns nicht einfacher geworden"

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Dayot Upamecano wechselte im Sommer für über 40 Millionen Euro von RB Leipzig zum FC Bayern.
Dayot Upamecano wechselte im Sommer für über 40 Millionen Euro von RB Leipzig zum FC Bayern. © IMAGO/Revierfoto
Anzeige

Dayot Upamecano schaffte im vergangenen Sommer den Sprung von RB Leipzig zu Rekordmeister München. Vor dem Wiedersehen mit den Ex-Kollegen am Samstag hat der Franzose mit LVZ-Chefreporter Guido Schäfer unter anderem über die Qualität der Bayern-Kabine und Kontakte zu Ralf Rangnick gesprochen. Der Verteidiger verrät auch, wem er den Sieg im DFB-Pokal wünscht.

München/Leipzig. Als Dayot Upamecano seinen Vertrag beim FC Bayern unterschrieben hatte, erhob er sich und hielt vor den verdutzten Oliver Kahn und Co. eine Rede, bedankte sich, versprach, alles zu geben. Am Sonnabend, 18.30 Uhr, empfängt der erdverbundene französische Nationalspieler, der vier Jahre bei RB Leipzig gespielt hat (154 Pflichtspiele, 42,5 Millionen Euro Ablöse), mit seinen Bayern die Roten Bullen.

Anzeige

SPORTBUZZER: Wie haben Sie sich in München eingelebt, Monsieur Upamecano?

Dayot Upamecano: Sehr gut, alle waren und sind sehr freundlich zu mir, haben es mir leicht gemacht, mich gut und willkommen zu fühlen. Dass die Leistung und das eigene respektvolle Verhalten auch passen müssen und bei der Eingewöhnung helfen, ist klar.

Anzeige

Waren Sie nervös, als Sie zum ersten Mal die Umkleidekabine betraten und Superstars wie Robert Lewandowski, Manuel Neuer und Thomas Müller begegnetet sind?

Nein, warum sollte ich nervös sein? Das war wie vor einem großen Spiel, da war nur Freude auf eine neue Herausforderung. Man spielt Fußball, um Erfolg zu haben und möglichst weit zu kommen…

… und sollte dann nicht mit klopfendem Herzen vor der Bayern-Kabine stehen bleiben.

Ich bin stolz, Teil dieses fantastischen Kaders zu sein und konnte das erste Training nicht erwarten. Die Stimmung in der Kabine ist nicht anders als in Leipzig. Man macht Späße, lacht, hört Musik, Tanquy (Nianzou; Red.) tanzt auch schon mal. Die Mischung zwischen Anspannung und Entspannung ist wichtig. Wenn es raus auf den Platz geht, sind alle fokussiert, keiner will verlieren, bei jedem noch so kleinen Trainingsspiel geht es wie in einem Punktspiel zu. Das Niveau beim FC Bayern ist wirklich unglaublich. Fußballerisch, körperlich und taktisch. Da braucht man jeden Tag seine Topform.

Und all das macht den lernwilligen Fußballer idealerweise jeden Tag ein Stück weit fähiger.

Das soll und muss so sein. Ich liebe es, zu lernen, will ein besserer Spieler werden, der Mannschaft noch besser helfen. Und da gibt es jeden Tag viel zu tun.

Beispielsweise in Sachen Torgefahr. Die Ihre war in Leipzig mit vier Toren in 154 Pflichtspielen ausbaufähig.

Ich muss torgefährlicher werden, mehr Tore schießen und mehr vorlegen. Daran arbeite ich in jedem Training und nach jedem Training.

Was kann man von Robert Lewandowski lernen?

Alles! Er ist in jeder Hinsicht ein großes Vorbild, ein großartiger Profi und wunderbarer Kollege. Robert ist seit vielen Jahren Weltklasse, in jeder Hinsicht komplett. Wenn man sieht, wie er spielt, wie er trainiert, wie oft er im Kraftraum ist, wie er sich ernährt und alles dem Fußball unterordnet, dann ist das eine große Inspiration. Er gibt uns und mir Tipps, ist immer hilfsbereit.

Mehr zu RB

Sie haben für die Bayern 23 Pflichtspiele absolviert, ein Tor erzielt, vier Tore vorgelegt. Der FC Bayern ist in der Champions League und in der Meisterschaft glänzend unterwegs. Zufrieden, froh und glücklich?


Ja. Bis aufs Ausscheiden im Pokal läuft es bei uns gut. Aber die Saison ist noch nicht beendet, sie geht jetzt in die entscheidende Phase.

Ihre Ex-Kollegen kommen nach München. Wie beurteilen Sie die Lage bei RB?

Sie hatten in dieser Saison ihre Probleme und sind mit vier Siegen hintereinander zurückgekommen. Durch den neuen Trainer ist die Aufgabe für uns nicht einfacher geworden. RB hatte und hat eine große Qualität, spielt mutig und aggressiv. Ein großes Spiel. Wir werden alles dafür tun, dass die drei Punkte in München bleiben. Wir sind ja leider nicht mehr im Pokal. Den dürfen jetzt gerne meine früheren Jungs holen. Das wünsche ich ihnen.

Sie werden am Samstag voraussichtlich auf Yussuf Poulsen treffen. Hartes Brot?

Ja, Yussi setzt seinen Körper ein, hat keine Angst, haut alles raus. Ich mag ihn und seine Spielweise, aber es ist immer schwer gegen ihn.

Ihr Landsmann Christopher Nkunku spielt in Leipzig die Saison seines Lebens. Wie nehmen Sie ihn wahr?

Christo ist ein klasse Spieler. Ich wünsche ihm, dass er weiter viele Tore schießt und vorlegt. Außer in den Spielen gegen uns.

DURCHKLICKEN: Dayot Upamecano bei RB Leipzig

2017 Januar: Upamecano aktiv im Spiel (@GEPA Pictures) Zur Galerie
2017 Januar: Upamecano aktiv im Spiel (@GEPA Pictures) ©

Sie und Ibrahima Konaté (FC Liverpool; Red.) waren in Leipzig unzertrennlich. Vermissen Sie ihn besonders?

Ich habe ihn ins Herz geschlossen, wir haben nach wie vor ständig Kontakt. Ich freue mich für ihn und hoffe, dass er in Liverpool noch öfter spielt und viele Titel holt.

Ralf Rangnick hat Ihnen vor vielen Jahren das Szenario Weltklasse-Karriere aufgemalt. Danach haben sie „ja“ gesagt zu Rangnick und sind via FC Liefering und Red Bull Salzburg durchgestartet. Alles richtig gemacht?

Ja, ich hatte damals auch andere Angebote, habe aber Ralf vertraut, bin ihm heute noch sehr dankbar. Wir telefonieren ab und zu, er gibt mir Ratschläge. Er kennt das Geschäft von allen Seiten, kann Manchester United auf ein neues Niveau heben.

Sie galten in Leipzig immer als der schnellste Spieler des Kaders, sind Sie das auch bei den Bayern?

Es gibt bei uns viele schnelle Spieler, beispielsweise Kingsley Coman, Alphonso Davies oder Serge Gnabry. Schnelligkeit ist wichtig, hilft dir aber auch gegen nicht ganz so schnelle Stürmer wenig, wenn du zu spät losläufst. Unter Julian Nagelsmann arbeite ich viel an meinem Spielaufbau, der Passschärfe, darf und soll mich auch nach vorn einschalten. Aber im Zentrum steht natürlich mein Job als Verteidiger, die richtige Positionierung, das Antizipieren. Da habe ich mich schon verbessert.

Wie oft müssen Sie in München Autogramme geben?

Von Müssen kann keine Rede sein. Wenn man anderen Menschen einen schönen Moment schenken kann, sollte man das tun.