29. August 2019 / 06:01 Uhr

DAZN-Chef Thomas de Buhr über die Champions League, die Bundesliga und den Rechtekampf mit Sky

DAZN-Chef Thomas de Buhr über die Champions League, die Bundesliga und den Rechtekampf mit Sky

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
DAZN-Chef Thomas de Buhr macht im Wettbieten mit Sky deutlich: Man sieht, dass wir es ernst meinen
DAZN-Chef Thomas de Buhr macht im Wettbieten mit Sky deutlich: "Man sieht, dass wir es ernst meinen" © Montage: Imago Images (2) / David Kirchner / dpa
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Erst Champions League und Europa League, nun auch Bundesliga: "DAZN" befindet sich im Rechtekampf mit "Sky" im Angriffsmodus. Im SPORTBUZZER spricht Deutschland-Chef Thomas de Buhr über die kommende Saison der "Königsklasse", den Coup des Sommers - und Pläne für künftige Deals.

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Mit dem großen Knall, für den DAZN in der vergangenen Sommerpause sorgte, haben wohl die wenigsten gerechnet. Von der Öffentlichkeit unbemerkt vereinbarte der Streamingdienst mit Eurosport eine Kooperation, die vor allem das hierzulande wohl wichtigste Recht im Sport beinhaltet: Live-Übertragungen der Bundesliga. DAZN zeigt nun insgesamt 45 Partien, darunter alle 30 Freitagsspiele sowie fünf Montagsspiele, die zuvor über den Eurosport Player zu sehen waren. Ein echter Coup - mitten in der noch bis zum Ende der nächsten Spielzeit laufenden Rechteperiode.

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DAZN-Chef de Buhr zum Rechte-Portfolio: "Das ist ein Statement"

Die Vereinbarung beinhaltet neben dem Fußball-Oberhaus aber noch weitere attraktive Veranstaltungen. Da die Eurosport-Kanäle nun über die DAZN-Plattform zu empfangen sind, können dort unter anderem Live-Bilder künftiger Olympischer Spiele oder der derzeit laufenden US Open abgerufen werden. "Das ist ein Statement“, sagt Thomas de Buhr, Deutschland-Chef von DAZN, dem SPORTBUZZER und gibt einen kleinen Einblick in die bis zum Ende geheimen Verhandlungen mit dem neuen Partner: "Man macht einen solchen Deal sicher nicht über Nacht. Es zeigt aber die hohe Professionalität aller Beteiligten, dass diese Verhandlung so lange im engsten Kreis geblieben ist."

DAZN positionierte sich mit dem Bundesliga-Coup einmal mehr als ernstzunehmender Konkurrent des derzeitigen Platzhirschen Sky. Im Frühjahr kommenden Jahres werden die Übertragungsrechte für die Spielzeiten von 2021 bis 2024 vergeben - und der Streamingdienst befindet sich vor dem erwartbaren Wettbieten in der Offensive. "Man sieht, dass wir es ernst meinen. Man sieht auch, dass wir es können", sagt de Buhr: "Wir werden uns die Rechtepakete ganz genau anschauen, sobald diese offiziell ausgeschrieben sind und dann entscheiden, was wir machen."

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DAZN, Sky und Co. bieten für Bundesliga-Rechte

Derzeit erzielt die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit dem Verkauf der nationalen Medienrechte im Schnitt 1,16 Milliarden Euro pro Jahr. Im Rechtezyklus von 2017/18 bis 2020/21 sprangen also insgesamt 4,64 Milliarden Euro heraus. DFL-Boss Christian Seifert hatte zuletzt bereits erklärt, dass er sich bei der kommenden Vergabe eine weitere Steigerung der Einnahmen erhoffe.

Schon im vergangenen Jahr hatte DAZN auf dem umkämpften Markt für eine große Überraschung gesorgt. Nachdem Sky die Rechte an der Champions League erworben hatte, sicherte sich der Medienkonzern eine umfangreiche Sublizenz – und darf bis 2021 ebenfalls Begegnungen aus der Königsklasse übertragen. "Wir zeigen mehr als 100 Champions-League-Spiele live und exklusiv in voller Länge. Es gibt keinen, der in Deutschland mehr Spiele der Königsklasse zeigt", betont de Buhr: "Allein daran sieht man, welchen Stellenwert dieses Recht für uns hat."

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Champions League auf DAZN: "Ein großer Erfolg"

Mit der ersten Champions-League-Spielzeit beim Streamingdienst ist der Deutschland-Chef absolut zufrieden."Das Resümee ist sehr positiv. Wir fokussieren uns auf den Sport, auf die Trainer, auf die Spieler, auf die Vereine. Genau das haben wir hervorragend transportieren können. Von daher ist das ein großer Erfolg", erklärt der 51-Jährige und fügt hinzu: "Zudem hat uns das noch mehr Bekanntheit sowie eine andere Position und Reputation im Markt verschafft."

Bevor DAZN in sein zweites Champions-League-Jahr geht, das am Donnerstag mit der Gruppenauslosung startet und bei dem die deutschen Teilnehmer FC Bayern, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen Mitte September erstmals auf dem Feld stehen werden, blickt de Buhr aber noch auf den bisher vielleicht bittersten Rückschlag seiner Plattform zurück: Den Verlust der Premier League an Sky. Die englische Elite-Liga war lange Zeit das Vorzeigeprodukt – und eng verknüpft mit dem rasanten Wachstum von DAZN.

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Keine Premier League auf DAZN: "Natürlich ein Verlust"

"Wir haben die Premier League sehr gern gemacht", meint de Buhr und gibt zu, dass es "natürlich ein Verlust" war, die stärkste Liga der Welt nicht mehr im Programm zu haben. "Auf der anderen Seite hatten wir bereits die Champions League und die Europa League in großen Umfängen hinzubekommen. Und dazu haben wir nun die Bundesliga. Insgesamt gesehen bieten wir damit allen Fußballfans ein äußert starkes Rechtepaket an, mit dem wir den Verlust der Premier League deutlich überkompensieren."

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