26. Januar 2022 / 18:30 Uhr

Nach Preiserhöhung von DAZN: Bayern-Boss Oliver Kahn zeigt Verständnis für Fan-Frust 

Nach Preiserhöhung von DAZN: Bayern-Boss Oliver Kahn zeigt Verständnis für Fan-Frust 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Auch Oliver Kahn ist als Vorstandschef des FC Bayern regelmäßiger Gesprächspartner bei DAZN.
Auch Oliver Kahn ist als Vorstandschef des FC Bayern regelmäßiger Gesprächspartner bei DAZN. © IMAGO/Michael Weber
Anzeige

Am Dienstag löste DAZN eine Welle der Entrüstung unter Fußball-Fans aus. Der Streaminganbieter hatte angekündigt, seinen Abo-Preis künftig zu verdoppeln. Bayern Münchens Vorstandschef kann die Reaktion der Zuschauer nachvollziehen - hat aber auch Verständnis für den Sender.

Die angekündigte Preiserhöhung von DAZN sorgte am Dienstag für Verärgerung bei vielen Sportfans. Der Streaminganbieter wird die Kosten für ein Monatsabonnement ab dem 1. Februar praktisch verdoppeln. Neue Kunden zahlen dann statt bisher 14,99 künftig 29,99 Euro pro Monat, der günstigste Vertrag für ein Jahr kostet 274,99 statt 149,99 Euro.

Anzeige

"Dass das nicht positiv bei den Fans aufgenommen wird, kann ich verstehen", sagte Oliver Kahn am Mittwoch. Doch der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern äußerte auch Verständnis für die Gegenseite: "Ich kann mich aber auch in die übertragenden Sender hineinversetzen, die irgendwie überleben müssen."

Er könne "weder das Geschäftsmodell von DAZN beurteilen noch etwas zu den Preissteigerungen sagen", so Kahn diplomatisch und stellt lediglich fest: "Die Rechte für Fußball sind alles andere als preisgünstig."

Von einer Entfremdung des Profi-Fußballs zu seinen Fans wollte der Bayern-Boss aber nicht sprechen. "Ich höre das Wort Entfremdung sehr häufig. Ich wäre da vorsichtig", so Kahn, der darauf hinwies die Entwicklung nur bezogen auf den FC Bayern beurteilen zu können: "Wenn man sich unsere digitale Welt anschaut, kann ich nicht erkennen, dass sich unsere Fans entfremden.“

DAZN hatte zuletzt massiv in Rechte investiert und Konkurrenten beim Wettbieten um die Medien-Angebote der Deutschen Fußball Liga und der UEFA ausgestochen. Der Streaminganbieter darf seit Beginn der Saison die Partien der Bundesliga am Freitagabend und am Sonntagnachmittag live zeigen. Außerdem sind fast alle Spiele der Champions League im Angebot - während Sky leer ausging und derzeit in Deutschland keine Spiele der Königsklasse im Angebot hat.

Zu Begründung des enormen Preisanstiegs hatte DAZN mitgeteilt: "Damit wird die Sport-Plattform der Qualität und der Wertigkeit ihres seit Saisonbeginn stark erweiterten Angebots gerecht und positioniert sich mit einem angemessenen Preis im Marktgefüge." Weitere Details wie die Abonnentenzahl nannte der Internetanbieter nicht. Unwahrscheinlich scheint aber, dass der derzeitige Kundenstamm und die bisherigen Preise ausreichen, um die Rechtekosten von mehreren 100 Millionen Euro im Jahr auszugleichen.