14. März 2020 / 23:07 Uhr

Programm-Ausfall von Bundesliga bis Formel 1: Das bedeutet der Shutdown für DAZN, Sky und Co.

Programm-Ausfall von Bundesliga bis Formel 1: Das bedeutet der Shutdown für DAZN, Sky und Co.

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Es war das bislang letzte Bundesliga-Spiel: Der 1. FC Köln unterlag Borussia Mönchengladbach - und nun ist dort ebenso Pause wie in der Formel 1, wo das Auftaktrennen in Australien kurzfristig abgesagt wurde.
Es war das bislang letzte Bundesliga-Spiel: Der 1. FC Köln unterlag Borussia Mönchengladbach - und nun ist dort ebenso Pause wie in der Formel 1, wo das Auftaktrennen in Australien kurzfristig abgesagt wurde. © 2020 Getty Images (Montage)
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Das vorläufige Aussetzen von Bundesliga, Formel 1 und Co. trifft nicht nur die Klubs, Ligen und alle Sportler hart. Auch die übertragenden TV-Sender und Streamingdienste wie "Sky" und "DAZN" müssen nun durch erheblichen Programm-Ausfall improvisieren. Noch ist ungewiss, welche Folgen dies für die Medienkonzerne hat.

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Die Corona-Pause kommt nicht für Athleten, Klubs und Verbände aus sportlicher Sicht zur Unzeit. Sie ist inmitten der heißen Phase in den europäischen Top-Fußball-Ligen, den internationalen Wettbewerben Champions League und Europa League sowie unmittelbar vor dem Saison-Start in der Formel 1 auch für die übertragenden TV-Sender und Streamingdienste ein herber Schlag. Bei DAZN, Sky und Co. entfällt dadurch ein zentraler oder sogar der existenzielle Teil ihrer Berichterstattung.

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Neue Saison, neue TV-Experten: Sky, DAZN & Co. haben sich in der Saison 2019/20 personell verändert. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Fachleute bei den Fußball-Übertragungen dieser Saison. Zur Galerie
Neue Saison, neue TV-Experten: Sky, DAZN & Co. haben sich in der Saison 2019/20 personell verändert. Der SPORTBUZZER zeigt die Fachleute bei den Fußball-Übertragungen dieser Saison. ©

Die Folgen sind vielerorts noch nicht abzusehen. Sicher ist nur, dass es einige Medienunternehmen dabei härter trifft als andere. Den größten Einfluss hat der Shutdown der internationalen Sport-Wettkämpfe sicherlich auf die Streamingplattform DAZN. Der Sport-Broadcaster ist ohne die vielen Live-Events um wichtige Inhalte ärmer. Zwar produziert DAZN auch umfangreiche Features und Reportagen und hat zum Beispiel die Players Championships der Darts-Organisation PDC kurzfristig ins Programm genommen - doch für Kunden lohnt sich ein Abonnement vor allem für das breite Portfolio von Bundesliga über Champions und Europa League bis hin zu den europäischen Top-Ligen. Außerdem hält die Plattform kostspielige Rechte außerhalb Europas, zum Beispiel an der japanischen J-League.

DAZN gilt als großer Verlierer der Corona-Pause

In Branchen-Kreisen gilt DAZN als großer Verlierer der aktuellen Entwicklung. Ein Insider nennt gegenüber dem SPORTBUZZER den Sport-Shutdown "eine Katastrophe für DAZN". Weil der Streamingdienst einen Probe-Monat anbietet sowie innerhalb des Abos die bei den Nutzern angesagte monatliche Kündbarkeit und sogar eine Vier-Monats-Pause des Abos, können die Fans in der derzeitigen Situation problemlos zwischenzeitlich aussteigen und damit Geld sparen. "Es gibt derzeit kaum einen Grund, das Abo weiterlaufen zu lassen", erklärt der Branchen-Kenner. Ein offizielles Statement des Medienkonzerns gibt es zur Entwicklung bislang nicht.

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Anders der DAZN-Konkurrent Sky, der allein aufgrund einer Laufzeit-Bindung (Verträge zwischen 12 und 24 Monaten) nicht auf seine Sport-Kunden verzichten muss. Darüber hinaus bietet der Sender auch ein im Gesamt-Abo enthaltenes Entertainment-Programm. Dennoch reagiert man beim Pay-TV-Sender mit einer möglichen Entschädigung auf die Corona-Pause. "Es ist eine sehr dynamische Situation, und wir arbeiten eng mit unseren Vertragspartnern zusammen, um die Auswirkungen zu verstehen", teilte der Sender auf Anfrage des Sportinformationsdienstes (SID) mit.

Sky hofft auf Live-Sport zu späteren Zeitpunkten

Derweil hofft man bei Sky, dass die ausgefallenen Live-Sendungen zu späteren Zeitpunkten gezeigt werden können. „Eine Reihe von Sportveranstaltungen wurde verschoben, aber nicht abgesagt, so dass wir erwarten, diese, wenn sie neu terminiert worden sind, zeigen zu können“, sagte Jacques Raynaud, Sport- und Vermarktungs-Chef des Medienkonzerns am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sind uns bewusst, dass sich die Situation schnell entwickelt und arbeiten mit Hochdruck daran, auch weiterhin unsere Leistungen für alle unsere Kunden erbringen zu können.“

Internationale Pressestimmen zum Corona-Stillstand: "Wir werden sogar den VAR vermissen"

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Fast überall auf der Welt steht der Sport wegen der Coronavirus-Pandemie still. Die internationale Presse ist bestürzt. Der SPORTBUZZER hat die Pressestimmen zusammengetragen - klickt euch durch! ©

Der Sender wolle neben Sky Sport News auf seinen weiteren Sportkanälen zunächst ein vollständiges Programm mit Dokumentarfilmen und Archivmaterial anbieten, um die verschobenen Live-Events zu ersetzen, hieß es. Dazu zählt neben den Wettbewerben im Fußball auch die Formel 1, die nach langem Hin und Her doch noch den Auftakt im australischen Melbourne abgesagt hatte. Dies betrifft gleichzeitig auch den Privatsender RTL.

MagentaSport reagiert mit Entschädigung - ARD und ZDF ändern Programm

Ebenfalls auf die Programm-Ausfälle reagiert hat der Telekom-Streamingdienst MagentaSport - er zahlt allen Kunden eine Entschädigung in Höhe eines Monatsabos. Weil nahezu der komplette Sport durch Absagen stillsteht, "können wir leider den Fans und unseren MagentaSport-Kunden nicht wie gewohnt packenden Live-Sport zeigen."

Bei Magentasport laufen unter anderem Begegnungen der 3. Liga und der Basketball-Bundesliga.

Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF ändern in Folge der Coronavirus-Krise und ausgefallenen Sport-Events ihre Programme. Die Samstags-"Sportschau" wurde wegen der fehlenden Bundesliga- und Zweitliga-Spiele gekürzt. Stattdessen wird die übliche Sendezeit am Sonntag verdoppelt. Von 17.30 bis 18.30 Uhr begrüßt Moderatorin Jessy Wellmer nach ARD-Angaben unter anderem NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Auch das ZDF-"Sportstudio" änderte kurzfristig seinen Programm-Inhalt.