24. August 2021 / 09:03 Uhr

Noch eine Woche bis zum Deadline-Day: Die 18 Bundesliga-Klubs im Transfer-Check

Noch eine Woche bis zum Deadline-Day: Die 18 Bundesliga-Klubs im Transfer-Check

Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Donyell Malen (l., BVB) und Luca Waldschmidt (VfL Wolfsburg) spielen seit diesem Sommer in der Bundesliga.
Donyell Malen (l., BVB) und Luca Waldschmidt (VfL Wolfsburg) spielen seit diesem Sommer in der Bundesliga. © IMAGO/Sven Simon/NurPhoto/Uwe Kraft/Kröner (Montage)
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Am 31. August schließt das Transferfenster und öffnet erst wieder im Januar. Für die Klubs von Bayern München bis Greuther Fürth bleibt nicht mehr viel Zeit, ihre Teams noch zu verändern. Der SPORTBUZZER macht den Transfercheck

Die Uhr tickt. Noch eine Woche haben die Bundesliga-Klubs Zeit, Spieler zu verpflichten oder zu verkaufen. Am 31. August schließt das Transferfenster. Bisher standen die Vereine der deutschen Eliteklasse auf der Ausgabe-Bremse, investierten 358,1 Millionen Euro. Rekordtransfer ist mit 42,5 Millionen Euro Ablöse Bayerns Dayot Upamecano (RB Leipzig). Zum Vergleich: Paris St. Germain zahlt für Superstar Lionel Messi 80 Millionen in zwei Jahren – an Gehalt. In der englischen Premier League feuerten die Vereine über eine Milliarde (1,086) für neue Spieler raus. Allein der Wechsel von Jack Grealish kostete Manchester City 118 Millionen Euro. Wo ist in der Bundesliga eine Woche vor Transferschluss noch Bewegung? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick, was bei den Klubs noch passieren kann.

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Borussia Mönchengladbach: Für Marcus Thuram liegt Max Eberl eine Anfrage von Inter Mailand vor. Der Stürmer hat sich aber im Spiel gegen Leverkusen am Knie verletzt. Davor soll der italienische Meister bereit gewesen sein, 20 Millionen Euro für den Franzosen zu zahlen. Ob Inter jetzt Abstand von einem Wechsel nimmt, ist offen. Gladbach fordert allerdings auch mehr Kohle – und kann sich zudem einen Verbleib des Angreifers vorstellen. "Marcus ist bei uns gut aufgehoben", so Eberl. Aber: Die Borussia braucht Geld, um beispielweise die Verlängerung mit Matthias Ginter anzugehen. Der umworbene Nationalspieler (Atletico Madrid, Barcelona) hat nur noch ein Jahr Vertrag, könnte Gladbach 2022 ablösefrei verlassen.

Bayern München: Beim Rekordmeister gibt es mal wieder Gerüchte um einen Abschied von Robert Lewandowski. Der Torjäger will sich nach Medienberichten spätestens nach seinem Vertragsende 2023 verändern. Real Madrid soll ein Thema sein. Ein vorzeitiger Verkauf scheint ausgeschlossen. "Ich glaube, auf der einen Seite weiß Robert, was er in München hat. Das ist Punkt 1. Punkt 2: es gibt eine vertragliche Situation", sagte Trainer Julian Nagelsmann. Bayern-Interesse soll es an einer Verpflichtung von Mittelfeldspieler Tanguy Ndombele von Tottenham Hotspur geben. Laut TV-Sender Sky haben die Münchener als Tausch Corentin Tolisso plus 20 Millionen Euro angeboten. Dazu ist der Klub heiß auf Leipzigs Mittelfeldspieler Marcel Sabitzer. Es ist aber auch möglich, dass kein Spieler mehr kommt. Präsident Herbert Hainer erklärte gegenüber Bild, dass er "keinen akuten Bedarf" sieht, die Mannschaft noch zu verstärken.


BVB: Delaney weg, Halstenberg da?

Borussia Dortmund: Beim BVB steht der Abgang von Mittelfeldspieler Thomas Delaney zum FC Sevilla bevor. "Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet“, sagte Lizenzspieler-Chef Sebastian Kehl. Eines davon ist: Sollte Delaney gehen, würde der Klub wohl gerne Nationalspieler Marcel Halstenberg (RB Leipzig) verpflichten.

Hertha BSC: Auch in Berlin wird noch mit Millionen jongliert. Der brasilianische Olympiasieger Cunha steht vor dem Abschied zu Atletico Madrid. Der Verkauf soll den Berlinern 30 Millionen Euro bringen. Ersatz ist bereits vorhanden: Am Montagabend gaben die Berliner den Wechsel von Ishak Belfodil aus Hoffenheim bekannt. Weitere Spieler könnten folgen.

Bayer Leverkusen: Bei Bayer fällt immer wieder der Name von Julian Draxler. Dem 27-Jährigen droht aufgrund der Konkurrenz bei PSG dauerhaft die Bank. Sportchef Rudi Völler hat ein Interesse dementiert. Dennoch ist Leverkusen auf der Suche nach einem offensiven Außenspieler. "Wir haben noch einige Ideen, die wir versuchen umzusetzen“, sagte der 61-jährige Völler.

VfB Stuttgart: Der VfB hat große Sorgen im Sturm: Beim Spiel in Leipzig hat sich Stürmer Sasa Kalajdzic die Schulter ausgekugelt und fällt zwei Monate aus. Dazu fehlen im Angriff Silas Katompa Mvumpa (Kreuzbandriss), Neuzugang Chris Führich (Schlüsselbeinbruch) und Momo Cissé (Absplitterung am Mittelfußknochen). Sportdirektor Sven Mislintat prüft bereits das "Handlungsbudget", wie er sagte. Ein Kandidat ist offenbar das dänische Top-Talent Wahid Faghir.

Eintracht Frankfurt: Die Eintracht fahndet nach dem Holper-Start und dem Abgang von André Silva (Leipzig) ebenfalls nach Verstärkung im Sturm. Ein Ziel: Carlos Vinicius, noch Angreifer bei Benfica Lissabon. Amin Younes hingegen steht vor einem Wechsel nach Saudi-Arabien.

Leipzig plant wohl mit Barca-Talent Moriba

RB Leipzig: Die Zukunft von Marcel Sabitzer ist offen. Bayern hat großes Interesse an dem RB-Kapitän, Marcel Halstenberg könnte zu Borussia Dortmund wechseln. Auch Alexander Sörloth steht vor dem Absprung. Dafür könnte Ilaix Moriba, 18-jähriger Mittelfeldspieler des FC Barcelona sich dem Vizemeister anschließen.

Arminia Bielefeld: "Wir haben in der Priorität ganz oben die Linksverteidigerposition, die wir in diesem Transferfenster noch schließen wollen“, sagte Sportchef Samir Arabi. Das Problem lösen soll Lennart Czyborra, der früher in den Auswahlmannschaften des DFB spielte. Der 22-Jährige ist aktuell von Serie A-Klub Atalanta Bergamo an CFC Genau ausgeliehen und soll auch zur Arminia zunächst per Leihe kommen.

TSG Hoffenheim: Der Verbleib von Torjäger Andrej Kramaric ist unklar. Der Stürmer sagte nach dem 2:2 am Wochenende gegen Union Berlin: "Schauen wir mal, was passiert. Ich bin immer glücklich hier. Die fünfeinhalb Jahre waren eine tolle Zeit. Wir haben viel erreicht." Der 30-Jährige hat einen Marktwert von 28 Millionen Euro. Bei einem Verkauf müsste die TSG im Angriff nachlegen - auch, weil Belfodil inzwischen der Hertha gehört.

VfL Wolfsburg: Der Champions-League-Teilnehmer hat sich am Wochenende noch mal prominent verstärkt. Für zwölf Millionen Euro hat der VfL Nationalspieler Luca Waldschmidt von Benfica Lissabon verpflichtet. Gerüchte gibt es immer wieder um einen Abgang von Offensivspieler Josip Brekalo, der zuletzt mit Serie-A-Klub Lazio Rom in Verbindung gebracht wurde.

Schlotterbeck bleibt offenbar in Freiburg

Union Berlin: Beim Überraschungs-Klub der vergangenen Saison ist es ruhig am Ende der Transferperiode. Bei dem Team von Trainer Urs Fischer sind keine Wechsel mehr zu erwarten.

SC Freiburg: Die Breisgauer haben sich zuletzt mit Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein von Werder Bremen verstärkt. Gerüchte gab es immer mal wieder um einen Abgang von U21-Europameister Nico Schlotterbeck. Leverkusen war dran, wahrscheinlich bleibt der Verteidiger aber beim SC.

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Mainz 05: Heiß diskutiert wurden über den ganzen Sommer Abgänge der Leistungsträger in der Verteidigung Moussa Niakhaté und Jeremiah St. Juste. Doch für beide ist kein handfestes Angebot bei den Mainzern eingegangen.

FC Augsburg: Die Fuggerstädter haben sieben Millionen für U21-Europameister Niklas Dorsch gezahlt, Arne Maier von Hertha BSC geliehen. Weitere Aktivitäten dürften in der Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl nicht zu erwarten sein.

Skhiri könnte Köln noch verlassen

Köln: Bei dem FC weckt Mittelfeldspieler Ellyes Skhiri Begehrlichkeiten. Er wurde schon mit West Ham United oder dem AS Rom in Verbindung gebracht. Köln will angeblich mindestens einen zweistelligen Millionenbetrag. "Bis jetzt gibt es nur Spekulationen. Wir gucken, was die nächsten Tage auf uns zukommt", sagte Trainer Steffen Baumgart zuletzt.

VfL Bochum: Der letzte Transfer des Aufsteigers war Stürmer Sebastian Polter, der beim 2:0-Sieg gegen Mainz gleich einen Treffer erzielte. Er soll der letzte Neuzugang bei dem Aufsteiger gewesen sein. "Weitere Zugänge wird es nicht geben", sagte Trainer Thomas Reis: "Damit sind unsere Transferaktivitäten abgeschlossen."

Greuther Fürth: Bei dem Aufsteiger ist der finanzielle Rahmen sehr begrenzt, der Kader dürfte nicht mehr groß verändert werden.