13. Mai 2022 / 16:21 Uhr

Ausgangslage, Kader, Bundestrainer: So schätzt TV-Experte Rick Goldmann Deutschland vor der Eishockey-WM ein

Ausgangslage, Kader, Bundestrainer: So schätzt TV-Experte Rick Goldmann Deutschland vor der Eishockey-WM ein

Christian Müller
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Traut der deutschen Mannschaft um Bundestrainer Toni Söderholm den Einzug ins WM-Viertelfinale zu: Toni Söderholm.
Traut der deutschen Mannschaft um Bundestrainer Toni Söderholm den Einzug ins WM-Viertelfinale zu: Toni Söderholm. © IMAGO/Hentschel / Sport1 (Montage)
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Am Freitag startet für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft in Finnland. Zum Auftakt trifft das DEB-Team auf Kanada. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER nimmt "Sport1"-Experte Rick Goldmann die Mannschaft von Bundestrainer Toni Söderholm genauer unter die Lupe.

Mit dem Spiel gegen Kanada startet die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft an diesem Freitag (19.20 Uhr, Sport1 und Magenta Sport) in die Weltmeisterschaft in Finnland. Im Gespräch mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschlands (RND), blickt Sport1-Experte Rick Goldmann auf das deutsche Team.

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Ausgangslage

Mit dem Verpassen des Viertelfinals bei den Olympischen Spielen in Peking am Jahresanfang erlebte das deutsche Team die erste große Enttäuschung unter Bundestrainer Toni Söderholm (seit 2019 im Amt). Nach dem 1:5 gegen Kanada zum Auftakt kam die Mannschaft nie richtig ins Turnier. "Bei der WM hoffe ich, dass die deutsche Mannschaft einen Weg findet, sich zu entfalten und Selbstvertrauen aufzubauen", sagt Goldmann.

Der WM-Kader

Als das „Prunkstück“ bezeichnet Goldmann die drei Torhüter Philipp Grubauer (Seattle Kraken), Mathias Niederberger (Eisbären Berlin) und Dustin Strahlmeier (Grizzlys Wolfsburg). "Mit Grubauer gibt es einen ehemaligen Stanley-Cup-Sieger, mit Niederberger einen zweifachen deutschen Meister, mit Strahlmeier den Torhüter des Jahres in der DEL. Das sind drei Nummer-eins-Torhüter", erläutert der Ex-Profi. Strahlmeier fehlte allerdings zunächst auf der am Donnerstagabend veröffentlichten offiziellen Liste.

Söderholm meldete demnach 21 der 25 Spieler, kann den Kader im Laufe des Turniers aber auffüllen. Neben Grubauer sind mit Verteidiger Moritz Seider (De­troit Red Wings) und Tim Stützle (Ottawa Senators) zwei weitere Spieler aus der nordamerikanischen Profiliga NHL im Kader. Seider helfe dem Team "extrem weiter", glaubt Goldmann, "einer wie er hat bei den Olympischen Spielen wirklich gefehlt". Der 21-Jährige werde "einen Wahnsinnseinfluss" haben. Auch auf Stützle freut sich Goldmann: "In der NHL hat er hintenraus stark gepunktet und Fahrt aufgenommen." Für eine Absage sorgte der verletzte Ex-NHL-Profi Dominik Kahun.

Der Bundestrainer

Trotz der Enttäuschung bei Olympia verlängerte der Finne Söderholm, der der Mannschaft bis dahin unter anderem mit WM-Platz vier im Vorjahr zu einer rasanten Entwicklung verholfen hatte, seinen Vertrag im März bis 2026. Für Goldmann eine sinnvolle Entscheidung. Söderholm gehe "vom sportlichen Ansatz in die richtige Richtung". Insofern sei die langfristige Verlängerung "die einzig logische Konsequenz vonseiten des DEB".

Turnierverlauf und deutsche Ziele

Nach dem Auftaktspiel gegen Kanada wartet am Samstag mit der Slowakei (19.20 Uhr) die nächste schwierige Aufgabe. Am Montag (19.20 Uhr) geht es gegen Frankreich weiter. Das Team ist für Russland nachgerückt, das wegen des Kriegs gegen die Ukraine ausgeschlossen worden war. "Hat die Mannschaft nach diesen drei Spielen sechs Punkte, kannst du anders auftreten und nach außen auch wieder andere Ziele formulieren", so Goldmann.


Der DEB hatte sich zu möglichen Zielen nicht ganz so forsch geäußert wie etwa vor Olympia, als es Goldambitionen gab. Weitere deutsche Gruppengegner sind Dänemark (19. Mai, 15.20 Uhr), Italien (20. Mai, 15.20 Uhr) und Kasachstan (22. Mai, 15.20 Uhr), ehe es am 24. Mai (11.20 Uhr) zum Prestigeduell mit der Schweiz kommt. Aber wie weit geht es für Deutschland? "Ich glaube, dass mit der Mannschaft und in dieser Gruppe das Viertelfinale realistisch ist", mutmaßt Goldmann. Dafür ist mindestens Rang vier in der Gruppe erforderlich. Ob noch mehr drin ist, hänge vom Verlauf der Vorrunde ab.

WM-Favoriten

Für viele Experten stehen Olympiasieger Finnland und Titelverteidiger Kanada weit oben auf der Liste. Goldmann ist zudem auf Tschechien gespannt, das mit Kari Jalonen als neuem Trainer antritt. "Sie bringen eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern mit." Der starke Kader der Schweiz mit rund einem halben Dutzend NHL-Profis ist aus seiner Sicht "verdammt dazu, dass er eine Medaille gewinnt".

WM im TV

Sport1 zeigt die deutschen Spiele, ausgewählte internationale Partien sowie Viertelfinale, Halbfinale und Endspiel im frei empfangbaren Fernsehen. Bei Magenta Sport sind ebenfalls die Begegnungen der DEB-Auswahl zu sehen, darüber hinaus die internationalen Duelle ab dem Viertelfinale.