17. November 2020 / 22:34 Uhr

Historisches Debakel in Spanien: DFB-Team verpasst Final Four der Nations League - Torres mit Dreierpack

Historisches Debakel in Spanien: DFB-Team verpasst Final Four der Nations League - Torres mit Dreierpack

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutsche Mannschaft um Leon Goretzka (Nummer 18) und Serge Gnabry (Nummer 20) erlebte gegen Spanien ein Debakel.
Die deutsche Mannschaft um Leon Goretzka (Nummer 18) und Serge Gnabry (Nummer 20) erlebte gegen Spanien ein Debakel. © dpa
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Ein Abend zum Vergessen für die deutsche Nationalmannschaft! Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw kassierte eine 0:6-Klatsche in Spanien und verpasst damit den Sprung ins Final Four der Nations League. Es ist die höchste Niederlage für Deutschland seit fast 90 Jahren.

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Was für ein Debakel zum Abschluss des Länderspieljahres 2020! Die deutsche Nationalmannschaft hat im direkten Duell um den Gruppensieg in Spanien eine historische 0:6 (0:3)-Klatsche hinnehmen müssen und den Sprung ins Final Four der Nations League deutlich verpasst. Damit kassierte Deutschland die höchste Niederlage unter Löw - und zugleich die höchste Pleite seit dem 0:6 in Berlin gegen Österreich im Mai 1931! Die Tore für die Iberer erzielten Alvaro Morata (17. Minute), Ferran Torres (33., 55., 72.), Rodrigo (38.) und Mikel Oyarzabal (89.).

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Das DFB-Team ging mit neuem System (4-3-3) und Rückkehrer Toni Kroos, aber ohne den gesperrten Antonio Rüdiger in die Partie. Bereits in der Anfangsphase deutete sich an, dass Deutschland ein bitterer Abend bevorstehen würde. Nach sieben Minuten hatte Rekordspieler Sergio Ramos, beim 1:1 gegen die Schweiz am Samstag mit zwei verschossenen Elfmeter der große Pechvogel, per Freistoß von der Strafraumgrenze die große Möglichkeit zur Führung der Spanier, doch Manuel Neuer war auf dem Posten. Das deutsche Team hatte sogar Glück, dass das Foul von Ilkay Gündogan an Dani Olmo nicht zu einem Elfmeter führte - denn die Berührung gab es recht deutlich im Strafraum.

Deutschland in der Einzelkritik gegen Spanien

 Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik gegen Spanien. Zur Galerie
Die deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik gegen Spanien. ©

In der 17. Minute besorgte dann Morata nach einer Ecke per Kopf die Führung für die Gastgeber. Das DFB-Team machte dabei eine unglückliche Figur. Kurz danach wurde der zweite Treffer des spanischen Angreifers wegen einer Abseitsposition aberkannt. Doch "La Seleccion" blieb weiter gefährlich. Zunächst reagierte Neuer gegen Torres glänzend (30.), ehe dieser das völlig verdiente 2:0 erzielte. Koke flankte von links auf Olmo, der den Ball per Kopf an die Latte setzte. Den Abpraller verwandelte der im Sommer vom FC Valencia zu Manchester City gewechselte Torres per Volleyschuss. Für den höchsten Halbzeit-Rückstand in der Löw-Ära sorgte dann Rodrigo, der erneut nach einer Ecke einköpfte. Letztmals mit 0:3 zurück lag Deutschland im März 2006 im Freundschaftsspiel gegen Italien.

Spanien auch nach der Pause dominant

Obwohl der Bundestrainer in der Halbzeit reagierte und Jonathan Tah für Niklas Süle ins Abwehrzentrum stellte, blieb Spanien dominant. So war es keine Überraschung, dass Torres nur zehn Minuten nach dem Wiederanpfiff endgültig für klare Verhältnisse sorgte. Da fiel es kaum ins Gewicht, dass Abwehrboss Ramos kurz vor der Halbzeit durch Eric Garcia ersetzt werden musste. Aufgrund zu vieler Abspielfehler und einer fehlenden Aggressivität der Deutschen hatten die Iberer leichtes Spiel.

Deutschland blieb erschreckend schwach, konnte sich überhaupt nur selten in die gegnerische Hälfte vorspielen. Stattdessen beherrschte Spanien zu jedem Zeitpunkt der Partie das Geschehen - und legte sogar noch zwei drauf. Torres mit seinem dritten Tor des Abends per Schuss von der Strafraumkante sowie Oyarzabal aus kurzer Distanz sorgten für den Schlusspunkt eines Abends, an dem die deutsche Nationalmannschaft um Coach Löw wohl noch lange zu knabbern hat. Bezeichnend: Erst in der 77. Minute hatte Serge Gnabry mit einem Fernschuss an die Latte für die erste Torchance Deutschlands gesorgt - dabei blieb es offensiv auch.