22. März 2022 / 17:00 Uhr

Debüt für "Oldie" Zeise und ein Keeper als Sturmspitze: Corona zwingt SG Bienitz zum Improvisieren

Debüt für "Oldie" Zeise und ein Keeper als Sturmspitze: Corona zwingt SG Bienitz zum Improvisieren

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Diese Bienitzer Elf trat am Wochenende bei Fortuna an. Thomas Zeise (r.) feierte dabei sein Debüt.
Diese Bienitzer Elf trat am Wochenende bei Fortuna an. Thomas Zeise (r.) feierte dabei sein Debüt. © Privat
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Corona ist vorbei? Mitnichten. Die SG Bienitz kämpft nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs mit den Auswirkungen der Pandemie. Das Leipziger Stadtklasse-Team ist erfinderisch und reiste am Wochenende mit einer ungewöhnlichen Elf zum Auftritt bei Fortuna.

Leipzig. Die Corona-Pause ist vorbei, doch normal ist der Fußball-Spielbetrieb auf Stadtebene noch lange nicht. Besonders deutlich spürt das momentan das Stadtklasse-Team der SG Bienitz. Nur acht Spieler der ersten Mannschaft standen Trainer Daniel Porath am Sonntag für das Punktspiel bei Fortuna zur Verfügung. „Wir haben deshalb zwei Akteure der Alten Herren sowie einen Nachwuchstrainer eingesetzt“, berichtet SG-Präsident André Schneider, der beinah selbst nochmal die Schuhe geschnürt hätte. Für den 59-jährigen (!) Thomas Zeise war es sogar das Debüt in der ersten Mannschaft der SG Bienitz.

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Lediglich im Vorgängerverein SG Burghausen hatte er oben gespielt, doch das ist Jahrzehnte her. Der Oldie hat seine Sache prima gemacht, spielte rechts im mit fünf Mann verdichteten Mittelfeld. „Wir hatten natürlich den Beton angerührt, und haben nur mit einem Stürmer gespielt, der eigentlich unser Torwart ist“, erklärt Schneider die Rolle des etatmäßigen Keepers Patrick Glöckners als Sturmspitze und die logische Defensivtaktik. Anstatt Glöckner musste Axel Schempp in den Kasten.

"Bei uns haben etliche Long Covid"

Als einziger Stürmer auf weiter Flur hatte Glöckner in der 70. Minute sogar den Anschlusstreffer auf dem Kopf (übrigens nach Flanke von Zeise!), köpfte jedoch seinem eigentlichen Kollegen, Fortuna-Torwart Patrick Richter, genau in die Arme. So blieb es beim 2:0 für die Gastgeber. Für diese traf Lucas Gruber zu Beginn als auch kurz vor Ende der ersten Halbzeit.

„Wir hatten sogar eine weitere Chance zum 2:1“, berichtet Schneider, „aber das 2:0 war angesichts unsere Personalsituation auch achtbar.“ Gravierend wird sich die Bienitzer Personalnot in absehbarer Zeit wahrscheinlich nicht ändern. „Das wird angespannt bleiben, bei uns haben etliche Long Covid. Deshalb müssen wir mit A-Junioren auffüllen, von denen gerade aber auch viele erkrankt sind“, blickt der SG-Präsident mit Sorgenfalten auf der Stirn voraus. Für das kommende Match am Sonntag, 15 Uhr, dem Nachbarschaftsderby daheim gegen den TSV Böhlitz-Ehrenberg, hoffe er zumindest 12, 13 einsatzfähige Männer zu haben. Vielleicht werden ja nochmal Oldies zu Go(a)ldies.

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