25. März 2020 / 12:38 Uhr

Debüt-Saison steht auf der Kippe! Blue-Wings-Coach Ebert muss improvisieren

Debüt-Saison steht auf der Kippe! Blue-Wings-Coach Ebert muss improvisieren

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Neu dabei: Hendrik Ebert (r.) übernimmt die Wolfsburg Blue Wings ab dieser Saison als Headcoach.
Findet die kommende Saison statt? Blue-Wings-Headcoach Hendrik Ebert (r.) muss vielleicht noch ein Jahr lang auf sein Debüt an der Seitenlinie warten. © Facebook/Blue Wings/Tim Schulze
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Für Blue-Wings-Headcoach Hendrik Ebert steht seine erste Spielzeit als Cheftrainer im Herren-Bereich vor der Tür - doch das Coronavirus könnte ihm und seinen Regionalliga-Footballern einen Strich durch die Rechnung machen. In der Saisonvorbereitung ist bei den Wolfsburgern ohnehin schon Kreativität gefragt.

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Der American-Football-Verband Deutschland (AFVD) hat zwar für Herren-Teams kein Trainingsverbot, aber die dringende Empfehlung ausgesprochen, bis Ende März mit dem Training auszusetzen. Weil in Wolfsburg die städtischen Sportanlagen ohnehin bis zum 19. April gesperrt sind, kommen die Wolfsburg Blue Wings zumindest nicht in einen Gewissenskonflikt. "Alle Spieler versuchen, sich zu Hause fit zu halten", sagt Ebert. "Es gibt keinen direkten Kontakt zu einem anderen Teamkollegen." Zumindest auf physischer Ebene.

Denn: Not macht erfinderisch. Am vergangenen Freitag gab's den ersten Testlauf, ab diesem Freitag soll es dann bis auf Weiteres zur Regel werden - das Training via Videokonferenz. "Wir wollen das immer freitagabends machen, wenn wir eigentlich normal Training hätten", kündigt der Headcoach an.

Im Videochat will der Chef-Trainer mit seinem Team die Handzeichen zur schnellen Kommunikation auf dem Platz einstudieren. Denn irgendwie muss die Trainingszeit nachgeholt werden: Durch die Platzsperre ist das Trainingscamp im März ausgefallen - obendrein wäre normalerweise dreimal die Woche Training. Und - Stand jetzt - soll es Anfang Mai mit dem Spielbetrieb wieder losgehen.

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Die Saison der GFL und der GFL 2 wurde bereits um fünf Wochen auf Pfingsten verschoben, der Saisonstart der Wolfsburger bislang nur um eine Woche vom 2. auf den 9. Mai. Ob die Saison aber überhaupt angeht, da hat der Blue-Wings-Coach so seine Zweifel. "Ich glaube nicht, dass so schnell alles gegessen ist", sagt er über die Corona-Epidemie.

Das sieht wohl auch der Verband so. Gerüchten zufolge will dieser Mitte April entscheiden, ob und wie die kommende Saison stattfindet. Denkbar wären auch eine verkürzte Saison, eine Saison ohne Sieger, Auf- und Absteiger - oder aber eben der Ausfall der 2020er Spielzeit. Bei dieser Auswahl wäre Ebert letztere Option am liebsten: "Entweder spielen wir ganz oder gar nicht", macht der Headcoach deutlich, der zur Not noch ein Jahr auf seine Debüt-Saison warten kann. "Da gibt es Schlimmeres", sagt er mit einem Schmunzeln.

Ein gesamter Saison-Ausfall würde die Blue Wings finanziell zumindest nicht so hart treffen wie andere Klubs, die beispielsweise auf kostspielige Import-Spieler setzen, so Ebert, der als gelernter Kfz-Mechatroniker nun neben Football auch wieder etwas mehr Zeit für sein Studium der Fahrzeugtechnik hat. Auch große Zuschauer-Einnahmen seien nicht im Budget der Blue Wings einkalkuliert. Weil beim Football anders als in anderen Sportarten keine unterbrochene Saison zu Ende gebracht werden muss, ist für Ebert klar: "Wir haben immer noch Glück im Unglück."

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