22. Dezember 2020 / 22:52 Uhr

Debüt zum Vergessen für Karius: Union Berlin scheitert am SC Paderborn

Debüt zum Vergessen für Karius: Union Berlin scheitert am SC Paderborn

David Joram
Märkische Allgemeine Zeitung
Torwart am Boden: Loris Karius kann die Niederlage des 1. FC Union gegen den SC Paderborn nicht verhindern.
Torwart am Boden: Loris Karius kann die Niederlage des 1. FC Union gegen den SC Paderborn nicht verhindern. © Andreas Gora/dpa
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Die Pflichtspiel-Premiere von Torhüter Loris Karius misslingt – der 1. FC Union Berlin unterliegt Zweitligist SC Paderborn im DFB-Pokal 2:3.

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Die weiße Weste von Loris Karius hielt nur kurz. Gerade mal zwei Minuten und acht Sekunden waren gespielt in der zweiten Runde des DFB-Pokals, als der Torhüter des 1. FC Union Berlin hinter sich greifen musste. Das frühe 1:0 für den Zweitligisten SC Paderborn, erzielt durch Sven Michel, war ein denkbar schlechter Auftakt für Karius und Union. Und viel besser wurde es auch nicht. 2:3 (1:3) verloren die Berliner am Ende und sind damit schon in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden.

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"Wir wussten wie Paderborn spielt, haben es in der ersten Halbzeit aber einfach nicht gut gemacht", sagte Unions Grischa Prömel, Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:1. "Wir waren nicht konsequent in der ersten Halbzeit, kein Zweikampfverhalten, die 50:50-Aktionen sind an den Gegner gegangen, dann wird's schwer, ins Spiel zu kommen."

In Bildern: Die Torhüter von Union Berlin seit 2000.

Klickt euch durch die Torhüter von Union Berlin seit 2000. Zur Galerie
Klickt euch durch die Torhüter von Union Berlin seit 2000. © dpa

Unions Trainer Urs Fischer hatte drei Änderungen in seiner Startelf vorgenommen, am auffälligsten war jene im Tor: Karius, durfte erstmals in einem Pflichtspiel für die Berliner auflaufen, Andreas Luthe nahm auf der Bank Platz. Zudem starteten der in der Liga zuletzt rotgesperrte Potsdamer Robert Andrich und Keita Endo statt Marius Bülter und Sebastian Griesbeck. "Wenn du nicht über 90 Minuten ans Limit gehst im bezahlten Fußball, hast du keine Chance", resümierte Fischer, "ich glaube, es hat vor allem mit dem Kopf zu tun."



Dass Karius den Ball schon nach zwei Minuten und acht Sekunden aus dem Netz holen musste, war ihm nicht anzulasten. Union gewährte den Gästen über deren rechten Flügel extrem viel Raum, der Nutznießer hieß Sven Michel, der am langen Pfosten stehend den Ball ganz entspannt über die Linie drücken durfte. Einen besseren Start hätte sich Paderborns Trainer Steffen Baumgart, der in Köpenick lebt, nicht wünschen können. Seine Elf wirkte frisch, agierte mutig und mit viel Tempo. Vom forschen Auftritt wirkten die Berliner überrascht, auch wenn Grischa Prömel nach starker Vorbereitung durch Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi schnell der Ausgleich glückte (5. Minute).

Cedric Teuchert, Andrich und Awoniyi fehlte in der Folge die Entschlossenheit im Abschluss, weshalb Paderborn die erneute Führung gelang. Nach einer Ecke traf Dennis Srbeny (31.), Karius schlug wütend auf den Rasen ein. Nur fünf Minuten später wuchs der Frust weiter an, als ihm Michel den Ball nach einem feinen Konter durch die Beine schob, das 1:3 nach gerade mal vier Torschüssen der Gäste.

Nach der Pause parierte Karius dann doch mal einen Ball, als er gegen Svante Ingelsson stark reagierte. Viel mehr zu tun bekam der Torwart nicht, seine Vorderleute drückten auf den Anschluss, den Gästespieler Uwe Hünemeier per Eigentor besorgte (57.). Union erhöhte den Druck, Trainer Fischer schickte mit Griesbeck und Bülter für Endo und Teuchert frische Kräfte auf den Platz.

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Die besten Chancen zum Ausgleich besaß zunächst Grischa Prömel (71./74.), der erst an der Latte und dann an SCP-Torwart Leopold Zingerle scheiterte. Auch Robert Andrich (81.) hatte Pech, als Hünemeier seinen Schussversuch knapp über statt ins Tor abfälschte. Mit der letzten Aktion traf Awoniyi noch den Pfosten – doch dann war Schluss, Union draußen und Karius bitter enttäuscht.