20. Februar 2019 / 16:21 Uhr

Defensiver Stresstest für den TV Stuhr

Defensiver Stresstest für den TV Stuhr

Thorin Mentrup
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Stuhrs Torhüter Daniel Bischoff zeigte gegen den BSV Rehden einige starke Paraden.
Stuhrs Torhüter Daniel Bischoff zeigte gegen den BSV Rehden einige starke Paraden. © Thorin Mentrup
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Der Landesligist verliert gegen den Regionalligisten BSV Rehden mit 0:5

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Stephan Stindt konnte nur seinen Hut ziehen: "Es hat Spaß gemacht, Rehden zuzuschauen. Da sind klasse Spieler dabei, von denen einige vielleicht auch nochmal höher spielen werden", sagte der Trainer des TV Stuhr. Der von ihm und Christian Meyer gemeinsam trainierte Fußball-Landesligist hatte im Freundschaftsspiel auf Kunstrasen keine Chance gegen den zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten um Coach Benedetto Muzzicato. Am Ende zogen sich die Rot-Weißen dennoch recht ordentlich aus der Affäre und verloren 0:5 (0:4).

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Mitte der ersten Hälfte musste man ein Debakel der Stuhrer befürchten. "Da haben wir es Rehden zu einfach gemacht, hatten keine Ruhe, haben die Bälle sofort verloren und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen", sagte Stindt zur wohl schwierigsten Phase der Gastgeber, die innerhalb von nur zehn Minuten gleich vier Gegentreffer schluckten durch Shinji Yamada (26.), zweimal Addy Waku Menga (29./HE, 36.) sowie Josip Tomic (32.). Es waren blitzsauber herausgespielte Tore der Gäste. Einen Gegner mit einer ähnlich hohen fußballerischen Qualität hat man an der Pillauer Straße schon länger nicht mehr gesehen. Da können selbst die Landesliga-Topteams, die der TVS in dieser Saison kennenlernte, nicht mithalten. Die Präsenz, die Ausstrahlung und die fußballerische Klasse hatte die Muzzicato-Elf den Gastgebern deutlich voraus – genauso wie die technischen Fähigkeiten. Dass der BSV bereits seine Generalprobe vor dem Punktspielstart am Wochenende gegen Weiche Flensburg bestritt, während die Elf von Meyer und Stindt noch rund zweieinhalb Wochen Zeit bis zum ersten Landesliga-Duell hat, vergrößerte die Unterschiede zusätzlich.

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Kurzum: Stuhr war unterlegen. Torben Drawert war in Abwesenheit von unter anderem Riccardo Azzarello die einzige Offensivkraft in der Startformation. Er rieb sich angesichts der ausschließlich langen Bälle, die seine Mitspieler schlugen, in den Duellen mit Jakob Lewald oder auch Augustino Canzian da Silva auf. Konstruktiv nach vorn spielten die Gastgeber kaum einmal, dazu fehlte die Ruhe am Ball. Deshalb standen die Gastgeber unter Dauerdruck. Nach dem Schock der vier Gegentreffer innerhalb weniger Minuten mussten sich die Stuhrer erst einmal schütteln. Hätte Bjarne Voigt nicht Menga den Ball im letzten Moment vom Fuß gegrätscht, wäre es wohl mit einem weiteren Gegentreffer in die Pause gegangen.

Nach dem Seitenwechsel hielten sich die Gastgeber dann wacker und ließen nur noch ein Tor von Quentin Fouley zu (57.). "Wir haben uns gut gewehrt", fand Stindt. Rehden war nicht mehr so zielstrebig, ließ darüber hinaus die eine oder andere Gelegenheit ungenutzt. Mehrfach parierte Stuhrs Schlussmann Daniel Bischoff stark, so unter anderem gegen Kevin Kalinowski und Tim Rieckhof, zudem half gegen Yannis Beckers Lupfer die Latte und gegen Ronaldo Felix Juniors Abschluss der Pfosten. Insgesamt meisterte der TVS den defensiven Stresstest nach der Pause ganz gut. Erkenntnisse für das Offensivspiel konnten Meyer und Stindt dagegen nicht gewinnen. Die beste Chance hatte Drawert, der nach einem Ballgewinn aus halbrechter Position im Strafraum zum Schuss kam, aber über das Tor schoss.

Mehr Offensivakzente werden sich die Stuhrer am Sonntag erhoffen. Dann empfangen sie im Testspiel den Bezirksligisten SV Heiligenfelde.