30. Oktober 2019 / 12:05 Uhr

Degradierter 96-Keeper Michael Esser kann Coach Slomka den Job retten

Degradierter 96-Keeper Michael Esser kann Coach Slomka den Job retten

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Trainer 
Mirko Slomka schaut Torwart Michael Esser mit ernstem Blick an.
96-Trainer Mirko Slomka schaut Torwart Michael Esser mit ernstem Blick an. © Florian Petrow
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Torwart Michael Esser, bester 96-Mann in der Abstiegssaison, wurde von Trainer Mirko Slomka zur Nummer drei degradiert. Nun ersetzt der Ersatzkeeper den gesperrten Ron-Robert Zieler gegen Sandhausen. Ein gutes Omen?

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Mirko Slomka legte sich zu Saisonbeginn schnell fest fürs Tor: „Ron-Robert Zieler ist die klare Nummer eins. Philipp Tschauner ist dahinter, um Druck zu machen“ – und Michael Esser als Nummer drei praktisch bedeutungslos. Der beste 96-Profi der Abstiegssaison hatte eigentlich keine Zukunft mehr in Hannover, sollte sich einen neuen Job suchen und musste nach viel Hin und Her doch bleiben.

Weil Zieler nach der unabsichtlichen Boxeinlage gesperrt ist, ist Esser plötzlich wieder wichtig. Freitag (18.30 Uhr, HDI-Arena) gegen Sandhausen steht der ausgemusterte Keeper in der Startelf. Und ausgerechnet Esser könnte Slomka den Job retten.

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Beim VfL Bochum gelang Esser der Durchbruch im Profifußball. Allerdings kam er zu Beginn seiner Bochum-Zeit zunächst bei der zweiten Mannschaft zum Einsatz. ©
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Kein Pflichtspiel unter Slomka

Esser lässt sich nichts anmerken, ist freundlich und wirkt äußerlich ganz zufrieden mit seinem Profialltag. Auch wenn er das kaum sein dürfte: nur Training, keine Spiele ...

Der 31-Jährige, in der vergangenen Saison noch Nummer eins im 96-Tor, hat seit der Verpflichtung von Zieler kein Pflichtspiel gemacht. Das Verhältnis zu Slomka gilt als unterkühlt, eher distanziert.

Esser sitzt in Hannover fest, weil Tschauner als dritter Torwart einen Rentenvertrag bei RB Leipzig unterschreiben durfte – und kein Klub die aufgerufenen 2 Millionen Euro Ablöse für die da bereits ausgemusterte Ex-Stammkraft zahlen wollte. Ge­gen einen günstigeren Esser-Abgang legten die Entscheider ihr Veto ein. Düsseldorf hatte angefragt, auch Augsburg und Frankfurt hinterlegten Interesse. Stattdessen musste sich Esser mit dem Bankplatz in Hannover begnügen – bis jetzt.

Von Rynio bis Zieler: Die Stammtorhüter von Hannover 96 seit 1979

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Jürgen Rynio: 1979 bis 1986 (204 Spiele) ©

"Er hat sich vorbildlich verhalten"

Zieler kassierte in Karlsruhe unglücklich Gelb-Rot wegen eines Schlags in den Magen von Torschütze Daniel Gordon. Eigentlich sollte es ein Frustfausthieb gegen den Ball werden. Kurios: Zieler boxt Esser in die Startelf! Und Hannover kann sich erstmals richtig freuen, so eine starke Nummer zwei zu haben. 96-Torwarttrainer und Klubikone Jörg Sievers: „Jeder weiß, dass Bruno, wie wir ihn nennen, ein sehr guter Torwart ist. Er hat sich in den vergangenen Wochen vorbildlich verhalten und genauso trainiert.“

Ausgerechnet Esser kann Slomka den Job retten. Nach zwei Unentschieden hintereinander (Heim-0:0 gegen Osnabrück, 3:3 in Karlsruhe) ist der Druck groß auf den 96-Coach. Er muss gewinnen, wenn er sicher weitermachen will beim eigentlich ambitionierten Erstligaabsteiger.

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Gutes Omen - für Esser und Slomka

Der Degradierte selbst freut sich auf seine Chance, und es schwingt kein bisschen bittersüße Freude über den überraschenden Einsatz mit, stattdessen die Hoffnung, den ersten Heimsieg für 96 in dieser Saison mit zu sichern. Esser will einfach wieder mal spielen – und sich in dieser Saison zumindest sein kleines 96-Heimträumchen erfüllen. Der bei den Fans beliebte „Bruno“ hat Bock auf lauten Support.

Es würde passen. Denn das bisher letzte Pflichtspiel machte Esser am 11. Mai 2019 – beim bisher letzten 96-Sieg in der eigenen Arena, einem 3:0 gegen Freiburg zum Heimabschied aus der 1. Liga. Es könnte ein gutes Omen sein – für Esser und vielleicht auch für Slomka.

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