08. Oktober 2019 / 17:10 Uhr

Déjá-vu beim 1. VfL Potsdam - Trainer Daniel Deutsch behält die Ruhe

Déjá-vu beim 1. VfL Potsdam - Trainer Daniel Deutsch behält die Ruhe

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Den Start in seine dritte Saison als Trainer hat sich VfL-Coach Daniel Deutsch (l.) anders erhofft. Seine Sieben liegt derzeit auf Rang 15.
Den Start in seine dritte Saison als Trainer hat sich VfL-Coach Daniel Deutsch (l.) anders erhofft. Seine Sieben liegt derzeit auf Rang 15. © Julius Frick
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3. Handball-Liga Nord: Am Freitagabend bekommen es die Handballer aus der Landeshauptstadt mit der Reserve des Bundesliga-Spitzenreiters TSV Hannover-Burgdorf zu tun.

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Schon in der vergangenen Woche überraschte Daniel Deutsch beim Training mit der Aussage: „Der Aufstieg ist wohl nicht mehr drin, der Klassenerhalt wäre aber schön.“ Der Trainer des Handball-Drittligisten VfL Potsdam meint dies, wie er selbst anmerkt, keineswegs despektierlich, „wir müssen uns aber darüber bewusst sein, dass die Situation kritisch ist.“ Nach sieben Partien liegen die Adler mit 3:11-Punkten auf einem Abstiegsplatz, und stehen vor dem kommenden Duell am Freitagabend (20 Uhr, MBS-Arena) gegen die Reserve des Bundesliga-Spitzenreiters TSV Hannover-Burgdorf bereits gehörig unter Druck.

Vielleicht ist es in dieser schwierigen Lage sogar von Vorteil, dass der 37-jährige Coach solch eine Konstellation bereits durchlebt – und vor allem überstanden – hat. „Ich kann mich noch gut an mein erstes Jahr erinnern, da sind wir sogar noch ein bisschen schlechter als jetzt gestartet“, weiß Daniel Deutsch, der zur Saison 2017/18 den Trainerposten von Jens Defke bei den Potsdamern übernahm. Sieben Spiele, sechs Niederlagen, ein Remis – so las sich die Horror-Bilanz, welche den früheren Rückraumspieler anfangs auch zweifeln ließ: „So einen Start nach Amtsantritt wünscht man sich natürlich nicht. Man muss aber dazu sagen, dass wir einen großen Umbruch eingeleitet hatten, die Mannschaft war fast komplett neu.“

In Bildern: Das ist der Kader des Handball-Drittligisten 1. VfL Potsdam.

Das Team des 1. VfL Potsdam. Zur Galerie
Das Team des 1. VfL Potsdam. © Sylvia Göres/Julius Frick
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Der gebürtige Hannoveraner blieb ruhig, formte in kontinuierlichen Schritten eine Einheit und wurde für die Geduld belohnt. Am 14. Oktober 2017 setzte sich der VfL nicht nur mit 29:25 in Fredenbeck durch und bescherte Daniel Deutsch den ersten Sieg seiner Trainerkarriere. Nein, man startete auch eine beeindruckende Serie, mit der zum damaligen Zeitpunkt so nicht zu rechnen war. Von den folgenden acht Spielen wurden sieben erfolgreich gestaltet, bis Jahresende brachte der Trainer das Schiff in ruhiges Fahrwasser, unter dem Weihnachtsbaum lag ein sicherer achter Platz mit 13:15-Punkten.

Der gegenwärtige Stand der Dinge ähnelt sich mit dem von vor fast genau zwei Jahren. Und auch jetzt wollen die Landeshauptstädter möglichst zügig die Kurve bekommen, wobei sich Daniel Deutsch nicht mit dem Positivlauf der Vergangenheit beschäftigt: „Es gab damals kein wirkliches Geheimnis, wir hatten uns dann irgendwann einfach gefunden. Dafür brauchte es aber ein Erfolgserlebnis, dann bricht halt auch der Bann“, glaubt der VfL-Coach ganz fest an seine Mannschaft und weiß als langjähriger Spieler nur allzu gut, dass es nichts bringt, „den Jungs auf die Fresse zu hauen“: „Wir hatten zuletzt Spiele, wo wir nicht verpflichtet waren, zu punkten. Die Niederlagen bei Hamburg-Barmbek und der HSG Ostsee tun weh, weshalb wir seit Wochen einen schweren Rucksack mit uns rumtragen.“

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Dieser soll am Freitagabend leichter, der Ballast abgeworfen werden, auch wenn Hannover-Burgdorf II der nächste Brocken ist, welcher erst einmal erklommen werden muss. „Zum Teil sind dort vier, fünf junge Spieler dabei, die zum Bundesliga-Kader gehören. Das ist uns aber egal, wir wollen im Heimspiel zwei Punkte bei uns behalten und kämpferisch überzeugen. Meine Jungs müssen bereit sein, alles zu geben und in den entscheidenden Situationen die Konzentration wahren“, sagt Daniel Deutsch, der trotz negativer Umstände den Glauben an seine Sieben noch lange nicht verloren hat: „Es ist schade zu sehen, dass wir nicht das auf die Platte bringen, was wir eigentlich können. Ich bin hochfokussiert und werde die Mannschaft bestmöglich einstellen.“

Um dann mit zwei Punkten im Gepäck womöglich wieder eine Serie zu starten, wie vor zwei Jahren, als der Potsdamer Trainer in seiner Premierensaison ein Wechselbad der Gefühle – erst negativ, dann positiv – durchlitt und die Spielzeit auf einem beachtlichen sechsten Rang beendete. „Das würde mich sehr freuen, das Zeug dazu haben meine Jungs. Aus den restlichen acht Spielen in der Hinserie wollen wir fünf Siege holen“, so Deutsch.

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