29. Oktober 2020 / 14:45 Uhr

"Frustrierend": DEL-Boss Tripcke beklagt Entscheidungen der Politik - Saison-Start im Dezember?

"Frustrierend": DEL-Boss Tripcke beklagt Entscheidungen der Politik - Saison-Start im Dezember?

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, sorgt sich um die Wirkung der politischen Entscheidung, vorerst keine Zuschauer im Profisport zuzulassen.
Gernot Tripcke, Geschäftsführer der DEL, sorgt sich um die Wirkung der politischen Entscheidung, vorerst keine Zuschauer im Profisport zuzulassen. © imago images (Montage)
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Die DEL hat noch nicht begonnen - doch die Entscheidung der Politik, vorerst nur Geisterspiele im Profisport zuzulassen, ist aus Sicht von Liga-Boss Gernot Tripcke "frustrierend". Im exklusiven Gespräch mit dem SPORTBUZZER erklärt er, welche Wirkung damit für das Eishockey einhergeht.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die DEL ihre Saison noch nicht begonnen. Doch die Planungen für einen Saison-Start im Dezember laufen längst auf Hochtouren. Deshalb äußert sich Liga-Geschäftsführer Gernot Tripcke mit Blick auf die Einschränkungen für den Profisport kritisch zu den neuen Corona-Verordnungen der Bundesregierung. Im November dürfen keine Zuschauer in die Arenen und Stadien. "Es ist nicht wirklich motivierend, angesichts dessen, dass wir alle Hygienekonzepte für Spiele mit Zuschauern entwickelt haben", sagt der Boss der Deutschen Eishockey Liga dem SPORTBUZZER. "Die Kollegen anderer Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball, aber auch die Eishockey-Klubs in anderen Ländern, zeigten bereits, dass man diese erfolgreich umsetzen kann."

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Tripcke ärgern die politischen Entscheidungen auch deshalb, weil die Bemühungen der Profivereine hoch waren. "Es wird verlangt, kontrollierte Räume zu schaffen, um mit der Pandemie zu leben. Dafür wollten wir sorgen - bei allem Verständnis für die Sorgen und Ängste, die uns alle begleiten. Aber das ist uns nun zunächst unmöglich gemacht worden. Uns werden Hausaufgaben aufgegeben, man macht die Hausaufgaben - und keiner nimmt das in die Entscheidung auf", betont der 52-Jährige.

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Große Illusionen machten sich DEL-Chef Tripcke und die Klubs ohnehin nicht, dass eine große Zuschauer-Zahl zugelassen wird. Dabei stellen die Ticketing-Einnahmen mit rund 80 Prozent einen Löwenanteil der Gesamterlöse aller Teams dar. "Durch die steigenden Inzidenzwerte wurde schon in den letzten Tagen klar, dass selbst die 20-Prozent-Regelung bei der Zulassung von Fans leer laufen könnte", verdeutlicht der Liga-Boss.

Tripcke weist auf die Wichtigkeit einer Teilzulassung von Fans in den Hallen hin. "Man darf nicht vergessen, dass es einen Unterschied macht, ob 1000 Zuschauer in der Halle sind oder gar keine", sagt er und fügt an: "Für die Klubs ist das für die Finanzierung zumindest ein kleines Argument, insbesondere mit Blick auf die Sichtbarkeit der Werbung von Sponsoren oder dem möglichen Besuch dieser von einigen Spielen."

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Tripcke: Entscheidung "für Motivation schädlich"

Trotz der Einschränkungen im November, welche die Planbarkeit für den Dezember nicht gerade erhöht, wolle die DEL im Dezember in ihre Saison starten. "Ich glaube, wir haben vorausschauend agiert und den Saison-Start nicht vor Dezember angepeilt. Hierüber werden die Klubs Mitte November entscheiden. An diesem Plan wollen die Klubs vorerst einmal festhalten, auch wenn die Entscheidungen der Politik natürlich frustrierend sind", erklärt Tripcke: "Für die wichtige Motivation im Hinterkopf, doch irgendwann wieder mit einer Zulassung von 20 Prozent und mehr Fans rechnen zu können, war das schädlich."

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