18. Juni 2020 / 17:52 Uhr

DEL: Grizzlys-Manager Fliegauf erwartet bald wichtige Entscheidungen für alle Klubs  

DEL: Grizzlys-Manager Fliegauf erwartet bald wichtige Entscheidungen für alle Klubs  

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Geht die Saison erst zu Weihnachten los: Charly Fliegauf, Manager der Grizzlys Wolfsburg, hat dieses Worst-Case-Szenario bestätigt.
Wie geht es weiter, wann startet die DEL? Wolfsburgs Manager rechnet mit wegweisenden Entscheidungen bis Mitte Juli. © Boris Baschin
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Das Verbot von Großveranstaltungen wird wegen der Corona-Pandemie verlängert bis Ende Oktober. Der reguläre Saisonstart des Eishockey-Oberhauses im September muss dadurch aber nicht gefährdet sein, glaubt Charly Fliegauf, Manager der Grizzlys Wolfsburg. Dennoch sieht er jetzt entscheidende Wochen auf die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) zukommen, die für die gesamte Saison bedeutsam werden.

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Das Großveranstaltungs-Verbot wird verlängert, die Grizzlys Wolfsburg halten aber erst einmal an ihrem Fahrplan fest: Am 1. August soll das Eis-Training beginnen, mit einem Saisonstart am 18. September wird noch geplant – Betonung auf „noch“. Das Großveranstaltungs-Verbot sieht Fliegauf als nicht so problematisch an, wie es im ersten Moment zu sein scheint. Denn das beziehe sich eher auf Veranstaltungen mit unkontrolliertem Besucherstrom und ohne Nachverfolgungsmöglichkeiten „wie Schützenfeste oder Jahrmärkte“.

In der Liga wurde längst in den beinahe täglich stattfindenden, oft mehrstündigen Video- und Telefonkonferenzen der Verantwortlichen in Klubs und Ligenleitung über verschiedene Möglichkeiten gesprochen. Per personalisierter Tickets etwa wäre die Nachverfolgbarkeit gegeben.

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Zwei andere Punkte gehen aber nun in ihre akute Phase: Die DEB-Taskforce und die DEL arbeiten am Konzept, unter welchen Bedingungen und mit welchen Schutzmaßnahmen – etwa Vollvisieren – Training erlaubt wird. Politik und Behörden müssen das Konzept dann absegnen. Lokal gelte das auch für eine Erlaubnis eines Eis-Trainingsbetriebes überhaupt, der in einigen Bundesländern schon aufgenommen wurde.

Über allem aber steht an allen Standorten die Frage: Wie viele Zuschauer dürfen zu Spielen rein? Verspäteter Saisonbeginn, spätest denkbarer Starttermin wäre kurz vor Weihnachten, womöglich keine Play-Offs, das ist das eine. Zum anderen sagt Fliegauf: „Zum Schluss wird es eher eine wirtschaftliche Entscheidung, weniger eine sportliche, ob überhaupt gespielt werden kann.“

Allstars der Grizzlys Wolfsburg

Christoph Höhenleitner: Sein Trikot sollte einen Ehrenplatz an der Seite der stilisierten Shirts von Jan Zurek, Norm Milley und Tyler Haskins in der Eis-Arena erhalten. 13 Jahre hielt er für die Grizzlys die Knochen hin. Spielte vorn, später auch oft hinten. Schnell, intensiv, fair und oft auch brandgefährlich. 803 Partien absolvierte er im Oberhaus. Er war aus Ingolstadt gekommen. Für die Grizzlys brachte er es auf 686 Spiele und 96 Tore. Zur Galerie
Christoph Höhenleitner: Sein Trikot sollte einen Ehrenplatz an der Seite der stilisierten Shirts von Jan Zurek, Norm Milley und Tyler Haskins in der Eis-Arena erhalten. 13 Jahre hielt er für die Grizzlys die Knochen hin. Spielte vorn, später auch oft hinten. Schnell, intensiv, fair und oft auch brandgefährlich. 803 Partien absolvierte er im Oberhaus. Er war aus Ingolstadt gekommen. Für die Grizzlys brachte er es auf 686 Spiele und 96 Tore. ©

Jeder Standort muss Signale bekommen, wie viele Zuschauer er hineinlassen kann. Dann müsse kalkuliert werden, was unter welchen Bedingungen wirtschaftlich überhaupt machbar ist. Vielleicht greift auch der Hilfsfonds der Bundesregierung, aus dem auch Gelder an die Sportverbände fließen sollen. Einige dieser Weichenstellungen sollten in den nächsten Wochen passieren. Die Grizzlys werden voraussichtlich nächste Woche ihren ersten Dialog mit der Stadt als Hallenbesitzerin haben – zum Thema unter welchen Bedingungen welche Kapazität an Zuschauern zugelassen werden könnte.

Es wird spannend, womöglich wird es ohne Fremdunterstützung nicht gehen. Fliegauf: „Je nach Auflagen kann es letztlich so sein, dass es billiger ist, ohne Zuschauer zu spielen, als vor 800“ - eine Zahl die für Wolfsburg denkbar scheint. Dann, so Wolfsburgs Manager und einer der erfahrensten Sportlichen Leiter der DEL, müsse man sehen, ob man durch eine Verschiebung des Liga-Starts etwas gewinne. Diese Entscheidung erwarte er für Mitte Juli.