08. Juni 2021 / 17:01 Uhr

Dem Traum einen Tritt näher

Dem Traum einen Tritt näher

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Radsport-Trainer Raimund Dinter (M.) mit seinen beiden Schützlingen Jonas Struck (l.) und Leon Barkhausen.
Radsport-Trainer Raimund Dinter (M.) mit seinen beiden Schützlingen Jonas Struck (l.) und Leon Barkhausen. © Oliver Schwandt
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Radsport: Leon Barkhausen vom RSV 93 Königs Wusterhausen möchte Profi-Radsportler werden und wechselt dafür im Sommer an die Cottbuser Sportschule.

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„Ich möchte später einmal Radprofi werden. Mein großes Vorbild ist Sprinter Peter Sagan aus der Slowakei“, sagt der 13-jährige Leon Barkhausen, der derzeit zu den stärksten Nachwuchs-Rennfahrern beim RSV 93 Königs Wusterhausen gehört. „Bis dahin ist es für ihn aber noch ein sehr weiter Weg. Aber die Veranlagung dazu hat Leon. Er sollte jedoch einen Schritt nach dem anderen gehen, denn der Weg in den Berufssport wird ein ziemlich steiniger werden“, fügt der Vereinsvorsitzende Raimund Dinter hinzu.

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Den ersten Schritt in Richtung Profirennfahrer vollzieht der derzeitige Schüler der Großbeerener Otfried-Preußler-Schule (6. Klasse) im August, denn zum neuen Schuljahr wechselt er auf die Cottbuser Sportschule. Auswahltrainer Bernd Drogan, selbst ein ehemaliger Weltklasse-Radsportler, wurde auf Barkhausen durch seine Landesmeister-Titel 2019 im Zeitfahren und in der Gesamtwertung aufmerksam. „Beim Berliner Sechstagerennen wurde ich angesprochen, ob ich ein Interesse hätte, auf die Sportschule zu gehen“, erzählt Barkhausen, der nach bestandenem Athletiktest und Messung der Leistungsdaten in Potsdam die Norm für die Eliteschule des Sports ohne Probleme erfüllen konnte.

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„Ich freue mich auf die Zeit in Cottbus und das qualitativ hochwertige Training dort. Natürlich darf ich die Schule dabei nicht vergessen, denn diese ist für mich unheimlich wichtig, falls es mit meinem Traum Radprofi nichts werden sollte“, so Barkhausen, der auch die richtig langen Kanten liebt. „Meine längste Trainingsrunde ging über 110 Kilometer. Auf den langen Distanzen fühle ich mich so richtig wohl. Ich liebe auch das Fahren in der Natur und das gemeinsame Training mit anderen Jungs.“



Auch Raimund Dinter verspricht sich vom Gang zur Sportschule für seinen Schützling sehr viel: „Ich hoffe, dass dort die Stärken von Leon weiterhin gefördert werden. Mit Drogan und Olympiasieger Jan Schur hat er jedenfalls in der Lausitz sehr gut ausgebildete Trainer, die ihr Radsporthandwerk so richtig gut verstehen.“

Mit sieben Jahren die Liebe zum Radsport entdeckt

Als er ein Jahr alt war zog der in Berlin geborene Barkhausen zusammen mit seinen Eltern nach Großbeeren. Die Liebe zum Radsport entdeckte der Grundschüler im Alter von sieben Jahren, weil sein damaliger bester Freund Lennox bereits beim Radsportverein Blankenfelde Mitglied war und ihn einfach mal zum Training mitnahm. Als Trainer Roland Fiebig einige Jahre später den RSV aus privaten Gründen verließ und bei der WSG’81 eine neue Radsportabteilung ins Leben rief, folgte auch Barkhausen, der zu diesem Zeitpunkt elf Jahre alt war, seinem Blankenfelder Coach nach Königs Wusterhausen.

Durch einige Radsportveranstaltungen entstand der Kontakt zu Dinter, der von Vater Jan Barkhausen angesprochen wurde, da bei der WSG’81 einfach zu wenige Kinder zum Trainieren waren. So wechselte das Radsporttalent Ende des vergangenen Jahres zum RSV 93, bei dem er in der Woche unter den Fittichen vom erfahrenen Dinter 200 bis 250 Kilometer in der Woche auf dem Rennrad herunterspult. „Mir macht das Training sehr viel Spaß, ich komme sehr gerne zu den Einheiten von Herrn Dinter“, berichtet der mehrfache Landesmeister in der Altersklasse U11. „Leider fehlten uns in den vergangenen Monaten aufgrund von Corona die Wettkämpfe, auf denen wir uns mit anderen Sportlern messen konnten. Da der BSC Süd 05 Brandenburg am vergangenen Wochenende eine Radsportveranstaltung erfolgreich durchführen konnte, hoffe ich ganz stark, das dies auch für den Nachwuchs bald wieder der Fall sein wird“, wünscht sich Dinter.