30. Oktober 2019 / 20:19 Uhr

Demonstration in Wolfsburg! RB Leipzig fertigt die Wölfe 6:1 ab

Demonstration in Wolfsburg! RB Leipzig fertigt die Wölfe 6:1 ab

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
WOLFSBURG, GERMANY - OCTOBER 30: Marcel Sabitzer of RB Leipzig celebrates after scoring his team's second goal during the DFB Cup second round match between VfL Wolfsburg and RB Leipzig at Volkswagen Arena on October 30, 2019 in Wolfsburg, Germany. (Photo by Boris Streubel/Bongarts/Getty Images)
Marcel Sabitzer machte das Tor zum 2:0 und schickte herzige Grüße nach Hause. © Getty Images
Anzeige

Das war ganz nach dem Geschmack der Fans von Verantwortlichen von RB Leipzig. Die Messestädter haben rechtzeitig zu sich zurückgefunden, gewinnen das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal auch in der Höhe verdient 6:1 (1:0).

Anzeige

Wolfsburg. RB Leipzig hat am Mittwochabend in der zweiten Runde des DFB-Pokals eine beeindruckende Reaktion auf die Kritik der vergangenen Wochen gezeigt. Gegen den VfL Wolfsburg setzten sich die Roten Bullen nach einem frühen Eigentor von Jeffrey Bruma sowie Treffern von Marcel Sabitzer, Emil Forsberg, Konrad Laimer und zwei Mal Timo Werner mit 6:1 durch. Den Ehrentreffer besorgte kurz vor Schluss Wout Weghorst.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum 6:1-Erfolg der Roten Bullen

VfL Wolfsburg - RB Leipzig (1:6) Zur Galerie
VfL Wolfsburg - RB Leipzig (1:6) ©

Julian Nagelsmann verändert seine Mannschaft im Vergleich zur 1:2-Ligapleite gegen den SC Freiburg auf vier Positionen. Wie schon in der ersten Pokalrunde steht Ersatzkeeper Yvon Mvogo für Peter Gulacsi im Tor. Außerdem rücken Nordi Mukiele, Yussuf Poulsen und Konrad Laimer in die erste Elf. Amadou Haidara, Ademola Lookman und Lukas Klostermann nehmen auf der Bank Platz.

Harter Kampf in Wolfsburg

Viel wurde in den vergangenen Tagen über Haltung gesprochen und die Roten Bullen haben sich die Worte ihres Trainers zu Herzen genommen, schmeißen sich in jeden Zweikampf. Doch der VfL hält dagegen. Immer wieder gibt es Nickligkeiten im Mittelfeld. Spielfluss kommt so in den ersten zehn Minuten der Partie nicht zu Stande, Großchancen sind Mangelware.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf in Wolfsburg in der Einzelkritik

(28) Yvon Mvogo: Steht erstmals seit der Sommer-Partie in Osnabrück im Tor - und seinen Mann. Klasse-Parade gegen Arnold-Freistoß. Note 2. Zur Galerie
(28) Yvon Mvogo: Steht erstmals seit der Sommer-Partie in Osnabrück im Tor - und seinen Mann. Klasse-Parade gegen Arnold-Freistoß. Note 2. ©

Symbolisch für den Spielverlauf ist die Leipziger Führung nach 13 Minuten nicht unverdient, aber ein ganz krummes Ding. Bei einer Flanke von links setzt zunächst Marcel Halstenberg sehenswert zum Seitfallzieher an, trifft aber nicht richtig. Der Ball landet bei Dayot Upamecano, dessen Volleyschuss mehrfach im Strafraum zwischen Wölfen und Bullen hin und her prallt. Am Ende ist VfL-Verteidiger Jeffrey Bruma zuletzt mit der Schulter dran und drückt zum Eigentor über die Linie. Perfekter Start für Leipzig!

Orban muss runter

Doch die Nagelsmann-Elf erleidet kurz darauf einen Rückschlag: Kapitän Willi Orban verdreht sich nach etwas mehr als 20 Minuten ohne Gegnereinwirkung das Knie und muss runter. Bitter. Dafür kommt Routinier Stefan Ilsanker zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison. Diego Demme übernimmt die Kapitänsbinde.

Mehr zu VfL Wolfsburg - RB Leipzig (1:6)

Was Leipzig danach zeigt, wirkt ein bisschen wie eine Rückkehr zu vergangenen Zeiten unter Ralf Rangnick, auch weil sich mit der Führung im Rücken mehr Räume auftun zum Kontern. Wolfsburg hat zwar häufig den Ball, doch Leipzig kommt durch frühes Stören und schnelles Umschalten immer wieder in Strafraumnähe. Wirklich zwingende Möglichkeiten kann sich jedoch weder RB noch Wolfsburg vor dem Pausenpfiff erarbeiten. Dafür kassieren Nordi Mukiele und Maxi Arnold jeweils nach hartem Einsteigen im Mittelfeld gelbe Karten. Beim Stand von 1:0 geht es in die Kabine.

Wolfsburg nach der Pause mit Tempo

Wolfsburg startet mit viel Zug aufs Tor in den zweiten Durchgang. Nach einem Ballgewinn sprintet Marcel Tisserand mit großen Schritten Richtung Leipziger Tor und passt nach links auf Josip Brekalo. Der Offensivspieler zieht an der Strafraumgrenze nach innen. Seinen abgefälschten Schlenzer, wehrt Mvogo mit einem spektakulären Flug ab – nicht die einzige brenzlige Situation zu Beginn der zweiten Halbzeit.

Auf die Druckphase der Niedersachsen reagiert Leipzig jedoch im Stile einer Spitzenmannschaft. Sabitzer hat im Mittelfeld plötzlich ganz viel Platz und weiß ihn zu nutzen. Der Österreicher zieht an, schiebt nach rechts zu Timo Werner, der den Doppelpass punktgenau in den Lauf zurück spielt. Sabitzers Schuss wird von Bruma noch abgefälscht, landet aber unhaltbar zum 2:0 im Tor.

Leipzig wie im Rausch

Und RB setzt nach. Im Mittelfeld fängt Poulsen einen Pass ab und schickt Laimer auf die Reise. Der 22-Jährige leitet zu Werner weiter. Profiteur ist nach einem uneigennützigen Querpass Emil Forsberg, der nur noch einschieben muss.

DURCHKLICKEN: Das sind die Stimmen zum Spiel

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): Ich bin sehr stolz auf die Jungs, was sie abgeliefert haben. Wir waren sehr giftig und sehr gallig. Wir hatten heute auch die Momente auf unserer Seite. Da sind wir gut ins Laufen gekommen. Zur Galerie
Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Ich bin sehr stolz auf die Jungs, was sie abgeliefert haben. Wir waren sehr giftig und sehr gallig. Wir hatten heute auch die Momente auf unserer Seite. Da sind wir gut ins Laufen gekommen." ©

Jetzt haben die Roten Bullen richtig Bock auf Fußball. Diesmal macht Halstenberg im Zentrum mit Ball am Fuß viele Meter, passt zu Poulsen, der direkt zu Laimer abtropfen lässt. Auch der Mittelfeldspieler hat keine Probleme Pavao Pervan zu überwinden. 4:0 nach 61 Minuten.

Weghorst mit dem Ehrentreffer

Und Poulsen legt gleich noch mal auf. Diesmal behält der Däne nach einem traumhaften Schnittstellenpass von Laimer im Strafraum die Übersicht und passt zum völlig freien Werner. Leipzigs Topstürmer drückt den Ball zum 5:0 über die Linie. Das 6:0 besorgt nach 88 Minuten erneut Werner mit einer tollen Einzelaktion. Der Stürmer zieht an der Strafraumkante von links nach Innen und schlenzt den Ball unhaltbar zum 6:0 ins Tor.

Der Schlussakkord gehört dem VfL Wolfsburg. Wout Weghorst jagt den Ball nach einer Flanke kurz vor dem Abpfiff volley zum 6:1 ins Tor – keine Chance für Mvogo. RB steht durch den beeindruckenden Sieg im Achtelfinale des DFB-Pokals und muss am Samstag zuhause gegen Mainz 05 ran.

RBL: Mvogo – Halstenberg, Upamecano (72. Ampadu), Orban (26. Ilsanker), Mukiele, Demme, Laimer, Sabitzer (65. Nkunku), Forsberg, Werner, Poulsen

VfL: Pervan – William (76. Knoche), Bruma, Brekalo (64. Nmecha), Steffen, Weghorst, Gerhardt (Rexhbecaj) , Mbabu, Arnold, Tisserand, Joao Victor

Tore: 0:1 Bruma (13., ET), 0:2 Sabitzer (55.), 0:3 Forsberg (58.), 0:4 Laimer (61.) 0:5 Werner (68.) 0:6 Werner (88.), 1:6 Weghorst (90.)

Zuschauer: 17.705