09. Dezember 2020 / 20:54 Uhr

Den Sport den Profis überlassen: Harter Lockdown gilt auch für Sachsens Talente

Den Sport den Profis überlassen: Harter Lockdown gilt auch für Sachsens Talente

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Manager Karsten Günther vom SC DHfK Handball: „Wir werden unseren Nachwuchsspielern jedenfalls Trainingspläne für zuhause mitgeben.“
Manager Karsten Günther vom SC DHfK Handball: „Wir werden unseren Nachwuchsspielern jedenfalls Trainingspläne für zuhause mitgeben.“ © Picture Point
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Die Corona-Pandemie hat Sachsen im Griff. Drum will die Landesregierung die Reißleine ziehen, bevor die Infektionszahlen außer Kontrolle geraten. Doch die Maßnahmen haben gravierende Auswirkungen auf den Sport. So sollen nur noch die Olympia- und Bundeskader für die Olympischen Spiele trainieren dürfen. „Das wären 25 bis 30 Athleten in Leipzig“, sagt Standortkoordinator Stefan Sadlau.

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Leipzig. Die Corona-Pandemie hat Sachsen fest im Griff. Trotz vieler Maßnahmen steigen die Infektionszahlen weiter und drohen in mehreren Landkreisen gänzlich außer Kontrolle zu geraten. Die sächsische Landesregierung zieht bekanntlich die Reißleine. Ab Montag sollen im Freistaat deutlich härtere Einschränkungen gelten, die auch die Welt des Sports betreffen. Abgesehen von einer Radtour oder Joggingrunde durch den Park wird Sport im Amateurbereich bis Mitte Januar nicht möglich sein. Aus dem aktuellen Entwurf der Landesregierung geht hervor, dass nur bezahlte Profiathleten sowie die Bundeskader des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) weiterhin trainieren dürfen – doch sämtliche Nachwuchskader bis ins neue Jahr pausieren müssen.

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An den Landesstützpunkten hatten die Sportler, Trainer und Eltern gehofft, dass die bundeseinheitliche Regelung der vergangenen Wochen fortgeführt wird. Denn zuletzt hatten die Nachwuchs-Leistungssportler in ganz Deutschland eine Ausnahme fürs Training erhalten. Damit ist für die kommenden vier Wochen höchstwahrscheinlich Schluss. So wird es auch in der einzigen geöffneten Leipziger Schwimmhalle in der Mainzer Straße – sie befindet sich in Landesträgerschaft – wieder wesentlich ruhiger. An diesem Freitag und Sonnabend wird ein interner Stützpunkt-Vergleich mit 70 Schwimmern vorgezogen, der eigentlich kurz vor dem Fest geplant war. Die Schwimmhallen der Sportbäder Leipzig GmbH sind ohnehin seit Wochen dicht.

Weiteres zur Coronakrise in der Region

Auch die Nachwuchsleistungszentren von RB Leipzig, Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue oder dem SC DHfK Handball müssten demnach den Betrieb einstellen. Im vergangenen Lockdown im Frühjahr galten für die Klubs noch Ausnahmeregelungen. Diese sind im derzeitigen Entwurf aber nicht länger vorgesehen. „Wir stellen uns darauf ein, die Winterpause im Nachwuchsbereich ab Montag vorzuziehen“, sagt Karsten Günther, Manager der DHfK-Handballer.

Nachwuchs soll Hausaufgaben kriegen

Vier Wochen Trainingspause seien aber keine Option, weshalb der Verein nun andere Lösungen finden müsse. „Wir werden ihnen auf jeden Fall Trainingspläne für zu Hause mitgeben“, so der Handball-Chef, der ergänzt: „Natürlich ist das ärgerlich, aber das ist unsere Aufgabe und unser Beitrag, die Situation endlich wieder in den Griff zu bekommen.“


Die neuen Regelungen machen auch vor den Talenten am Olympiastützpunkt Sachsen nicht halt. Sollte keine erneute Ausnahmeregelung gefunden werden, könnten nur noch die Olympia- und Bundeskader für die kommenden Spiele in Tokio und Paris trainieren. Stefan Sadlau, Standortkoordinator für Leipzig, erklärt: „Sollte der Nachwuchs nicht trainieren dürfen, sprechen wir noch von rund 25 bis 30 Athleten in Leipzig.“

Der Stützpunkt bereite sich bis Montag aber auf beide Varianten vor. Die Hoffnung ist nicht ganz unbegründet. Nach SPORTBUZZER-Informationen befindet sich der sächsische Landessportbund erneut im Austausch mit der Landesregierung über den aktuellen Entwurf.