21. Februar 2021 / 12:19 Uhr

Deniz Almas blass: Wolfsburgs Top-Sprinter verzichtet als Titelverteidiger auf DM-Finalstart

Deniz Almas blass: Wolfsburgs Top-Sprinter verzichtet als Titelverteidiger auf DM-Finalstart

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Ofen war aus: Titelverteidiger Deniz Almas vom VfL Wolfsburg verzichtete auf seine Finalteilnahme über die 60 Meter bei der Hallen-DM.
"Der Ofen war aus": Titelverteidiger Deniz Almas vom VfL Wolfsburg verzichtete auf seine Finalteilnahme über die 60 Meter bei der Hallen-DM. © Imago Images/Axel Kohring
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Aus der Titelverteidigung wurde nichts: Der deutsche Hallenmeister über 60 Meter von 2020, Deniz Almas vom Wolfsburg, verzichtete am Samstag auf seinen Start im Finale. Kevin Kranz (Wetzlar) schnappte sich den Titel. 

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Aus der Titelverteidigung wurde nichts: Der deutsche Hallenmeister über 60 Meter von 2020, Deniz Almas vom Wolfsburg, verzichtete am Samstag auf seinen Start im Finale. Kevin Kranz (Wetzlar) schnappte sich den Titel in überragenden 6,52 Sekunden (deutscher Hallenrekord). Almas war nicht verletzt, erklärte auf Nachfrage des SPORTBUZZERS: "Ich bin nicht verletzt, aber der Ofen war aus, das habe ich schon im Vorlauf gemerkt und dann hat das keinen Sinn gemacht für mich, das Finale zu laufen."

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Denn dass es für Almas zum Titel gereicht hätte, scheint fraglich. Kranz ist in überragender Form, gewann in 6,52 Sekunden, blieb damit acht Hundertstel unter Almas im Vorjahr aufgestellter Bestzeit und mehr als eine Zehntel unter der Jahresbestleistung des Wolfsburgers. Und an die kam Almas im Vorlauf nicht heran, wurde in 6,70 Sekunden Dritter seines Laufs, was ihn aber ins Finale brachte. Doch da zog er kurzfristig zurück. Wolfsburgs Coach Werner Morawietz war verwundert: "Eigentlich sollte man sich stellen, wenn man das Finale laufen kann."

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Aber: Almas, seines Zeichens auch amtierender Meister über 100 Meter, legt den Fokus ohnehin auf diese Strecke und die Freiluftsaison. Er will mit der deutschen Staffel zu den OIympischen Spielen und wenn möglich auch noch die Qualifikation für den olympischen Sprint im Einzel schaffen. Die Hallen-DM zeigte, was Almas vermutet hatte: "Es können viele schnell rennen." Kranz, 2018 deutscher Meister, ist aus seiner Talsohle raus, mit Julian Wagner (22/LC Thüringen) Zweiter in 6,59 Sekunden meldet sich ein weiterer junger Athlet in der nationalen Spitze, mit Routinier Michael Pohl (Dritter in 6,60) ist weiter zu rechnen. Unter anderem.

VfL-Coach Morawietz, über Almas, der in Leipzig studiert und dort bei Bundestrainer Ronald Stein trainiert: "Möglich, dass Deniz jetzt ein wenig frustriert ist, aber so etwas gehört dazu."


Almas Pech ist Gieses Glück

Aus Sicht des VfL gab es aber auch Erfreuliches. Almas Pech war zugleich Niels Torben Gieses Glück. Der VfL-Zugang aus Leipzig kam im Vorlauf auf seine persönliche Bestzeit von 6,73 Sek., konnte dadurch nach der Almas-Absage ins Finale nachrücken. Da war er zwar chancenlos, brachte aber erneut die 6,73, blieb nur eine Hundertstel über seiner Bestzeit und hatte zuvor etliche hinter sich gelassen, die in der Jahresbestenliste vor ihm rangierten. "Das war sehr gut, damit bin ich sehr zufrieden", so Morawietz, der mit Almas, Giese, Enkel Tobias Morawietz sowie einem weiteren VfLer eine aussichtsreiche Staffel für die Freiluft-DM ins Rennen schicken könnte und möchte.