03. Februar 2021 / 13:07 Uhr

Deniz Almas: Der komplizierte Kampf des Wolfsburger Sprint-Asses um Olympia

Deniz Almas: Der komplizierte Kampf des Wolfsburger Sprint-Asses um Olympia

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Der Traum von Olympia: Für Deniz Almas geht es sogar um zwei Tickets, der Kampf aber ist wegen Corona kompliziert, erfordert jede Menge Logistik.
Der Traum von Olympia: Für Deniz Almas geht es sogar um zwei Tickets, der Kampf aber ist wegen Corona kompliziert, erfordert jede Menge Logistik. © Imago/Dpa
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Deniz Almas, Sprinter des VfL Wolfsburg, ist in die Saison gestartet. In der Halle. Doch für ihn dreht sich alles nur um das Ziel Olympia. Draußen. Er kämpft quasi um zwei Tickets für die Spiele, der Kampf aber ist in Corona-Zeiten extrem kompliziert.

Im vergangenen Sommer war Deniz Almas vom VfL Wolfsburg deutscher Meister über 100 Meter geworden. Er hofft, dass Olympia in diesem Jahr stattfinden kann. Die Verschiebung war für ihn nicht schlecht, denn so hat er eine Chance, noch die Einzel-Norm zu schaffen. Kurz vor der DM hatte er seine Bestzeit auf 10,08 Sekunden verbessert, für Olympia müssen es 10,05 Sekunden werden.

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Es geht sogar um zwei Tokio-Tickets

Für ihn geht es sogar um zwei Tickets, der Kampf aber ist wegen Corona kompliziert, erfordert jede Menge Logistik. Der 23-Jährige betont stets, wie wichtig das gesamte Team ist, seine Trainer, seine Trainingskollegen in Leipzig, wo er studiert, der medizinische Stab, zu dem auch der frühere Wolfsburger Top-Sprinter Sven Knipphals als Chiropraktor zählt, seine Managerin. Denn neben dem Training und der Trainingssteuerung muss ständig bedacht werden: welche Veranstaltungen stehen bald an, vor allem aber: was hängt dran, wenn der Termin naht. Findet der Wettbewerb statt, was ist mit Einreise, möglicher Quarantäne.

Mehr über Deniz Almas

Am vergangenen Wochenende hatte Almas seinen zweiten Saisonstart, wurde Dritter beim ISTAF Indoor in Düsseldorf. 6,65 Sekunden waren nicht schlecht, "aber ich kann schneller rennen ", sagt Almas. "Wir haben es schon analysiert, die Startphase war gut, doch es gibt noch einige Dinge, an denen wir arbeiten."

Die Hallen-EM-Norm hat er noch nicht, doch die ist für ihn weniger spannend als Zeitverbesserung. Schneller werden, immer schneller werden. Im Hinblick auf Olympia. Dafür wiederum hat der Sportler, der sich vor einigen Wochen für zwei weitere Jahre an den VfL Wolfsburg band, einen Rahmenfahrplan. Und in den passt die Hallen-EM nicht unbedingt rein. Wenn der Plan denn in Pandemie-Zeiten bestehen bleiben kann. Die Lage kann sich jederzeit ändern. Almas über die Pläne: "Am 9. Februar ist ein internationaler Wettkampf in Frankreich, am 24. einer in Madrid - dazwischen sind die deutschen Hallenmeisterschaften." Die DM ist Pflichtprogramm, die internationalen Wettkämpfe sind höchstwertig. A-Kategorie. Das bedeutet: "Ich kann hier Punkte für das Ranking sammeln." Das Ranking kann auch zu Olympia führen. Die andere Möglichkeit: Die Vorjahres-Bestzeit über 100 Meter in der Freiluft-Saison um drei Hundertstel auf 10,05 Sekunden verbessern. Dann hätte er das ersehnte Einzel-Ticket für Olympia auch.

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Staffel-WM in Polen

Das andere Ticket hat Deutschlands schnellster Mann sicher - wenn er sich bei der Staffel-WM in Polen mit Deutschland für Olympia qualifiziert. Die WM ist am ersten Mai-Wochenende in Polen - ein weiterer Kern-Termin.

Zudem hat man ins Auge gefasst, nach Madrid ein Trainingslager in den USA einzuschieben. Wenn es denn die Lage zulässt. Das wäre im Hinblick auf Olympia wertvoll, die Hallen-EM vom 4. bis zum 7. März würde da terminlich nicht gut passen. Leichtathletik 2021 - ein Balanceakt mit unkalkulierbaren Variablen. Almas: "Ich beobachte natürlich auch alle Corona-Entwicklungen und befasse mich damit, aber es ist gut, ein Team um sich zu wissen, dass das alles genau im Auge behält."

Deniz Almas vom VfL Wolfsburg bei der DM 2020 - Deutscher Meister über 100 m

Deniz Almas vom VfL Wolfsburg holte sich in Braunschweig den deutschen Sprinttitel. Zur Galerie
Deniz Almas vom VfL Wolfsburg holte sich in Braunschweig den deutschen Sprinttitel. © dpa

Am Freitag im Einsatz

In Düsseldorf musste Almas sich dem Ivorer Arthur Cisse beugen - und Kevin Kranz, dem deutschen Meister von 2018, der nach einem Seuchenjahr wieder in Topform ist. Almas: "Konkurrenz belebt das Geschäft, ich möchte ihn aber natürlich schlagen." In Düsseldorf lief Almas übrigens erneut in einem in schwarz-weiß-Design gehaltenen Anzug - ohne VfL-Logo. Für die internationale Ebene sei das so vereinbart, sagt der Sportler. Almas betont aber: "bei nationalen Veranstaltungen starte ich als VfLer - und es hat mich total gefreut, dass mir die Fußball-GmbH jetzt viel Ausrüstung mit dem VfL-Logo beflockt hat." Am Freitag ist Almas wieder im Einsatz, da steigt das ISTAF Indoor in Berlin. Das ZDF ist mit einem Internet-Livestream von 17 Uhr bis 19.45 Uhr dabei.

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