21. Juli 2019 / 10:36 Uhr

FIFA-Referee Aytekin beklagt Situation der Amateur-Schiedsrichter: „Sie sind die wahren Helden“

FIFA-Referee Aytekin beklagt Situation der Amateur-Schiedsrichter: „Sie sind die wahren Helden“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Deniz Aytekin ist seit 2011 FIFA-Schiedsrichter und kam in seiner Karriere bereits 478-mal zum Einsatz.
Deniz Aytekin ist seit 2011 FIFA-Schiedsrichter und kam in seiner Karriere bereits 478-mal zum Einsatz. © imago images / Sven Simon
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Deniz Aytekin schlägt Alarm: Der FIFA-Schiedsrichter nimmt die Situation seiner Kollegen auf Deutschlands Amateurplätzen wegen Pöbeleien und Beschimpfungen von Spielern, Trainern und Fans als dramatisch wahr – und nimmt zur Lösung des Problems auch die Profis in die Pflicht.

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Meckern, lamentieren, protestieren – oft wird bei jungen Fußballern schon im Juniorenbereich gesät, was in späteren Jahren zu einem großen Ärgernis für Schiedsrichter wird. Auch FIFA-Referee Deniz Aytekin hat schlechte Erfahrungen als Gast-Unparteiischer im Jugendfußball gesammelt. „Wahnsinn, was da von Trainern und Eltern geschimpft wird“, sagte der 41-Jährige im Interview der Bild am Sonntag. „Ich sag dann immer: Sorry, ich kann es nicht besser.“ Aytekin leitet hin und wieder Spiele seines Sohnes, der in einer D-Jugendmannschaft spielt.

Immer wieder werden in Deutschland Fälle bekannt, in denen Schiedsrichter von Spielern, Trainern, Funktionären bepöbelt werden. Für Aytekin leben dieses Verhalten die Profis in den obersten Ligen vor. „Wenn die Profis am Samstag auf die Schiris losgehen, machen es die Amateure am Sonntag nach“, sagte er. „Dessen müssen sich alle Beteiligten bewusst sein. Deshalb ist es ja so wichtig, dass wir gemeinsam entschieden gegen solches Verhalten vorgehen.“

Immer häufiger gehen Profischiedsrichter deshalb an die Basis, um bei den Amateuren von ihren Erfahrungen zu berichten. DFB-Referees wie Patrick Ittrich („Ich finde so etwas elementar wichtig“) halten Vorträge und kommen ins Gespräch mit Amateuren. Aytekin lebt das mit seinem Sohn vor. Der schimpfe manchmal mit ihm, sagte der Oberasbacher: „Er ist Stürmer und fordert gern Elfmeter. Einmal habe ich ihn mir geschnappt und ihm im Garten gezeigt, was eigentlich ein Foul ist und was nicht.“

#GABFAF-Schwerpunkt: Amateur-Schiedsrichter

Amateur-Schiedsrichter sind für Aytekin „die wahren Helden“, und es mache ihn „sehr traurig, wie die zum Teil angegangen werden“. Seinem zwölfjährigen Sohn würde er nicht empfehlen, selbst Schiedsrichter zu werden. „Wenn er das werden möchte, würde ich schon darüber nachdenken müssen, ob ich das überhaupt will. Wer will schon, dass sein Kind angepöbelt wird.“ Als Profi fühle er sich vor wütenden Fans gut geschützt – bei den Amateuren sei das anders.

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