26. Februar 2021 / 12:36 Uhr

Dennis Kramer trägt in der vierten Saison das Trikot der BG Göttingen

Dennis Kramer trägt in der vierten Saison das Trikot der BG Göttingen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Dennis Kramer beim Aufwärmen fühlt sich wohl in Göttingen.
Dennis Kramer fehlen die Fans in der Halle. © Swen Pförtner
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Dennis Kramer zählt beim Basketball-Bundesligisten quasi zum „alten Eisen“. Mit seiner Familie lebt er seit mehr als drei Jahren in Göttingen und fühlt sich wohl. Dabei musste er gerade in dieser Saison mit vielen Veränderungen zurecht kommen.

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Für Dennis Kramer ist es die vierte Saison im Trikot der BG Göttingen. Im Sommer 2017 kam der Center mit seiner Frau Meredith und Sohn Jackson nach Göttingen, im Jahr danach wurde der zweite Sohn des Ehepaares, Chase, in der Universitätsstadt geboren. „Wir haben uns hier sehr gut eingelebt, ich fühle mich wohl in Göttingen. Unser Fokus lag schon darauf, hier bleiben zu können“, erzählt der 2,09 Meter lange Basketballer von der Situation im Sommer vergangenen Jahres, als sein Klub sich im Umbruch befand. Er habe immer wieder das Gespräch mit Frank Meinertshagen gesucht als die Trainerposition noch nicht besetzt war, habe regelmäßig trainiert und schließlich einen 1-plus-1-Vertrag erhalten – einen Jahresvertrag mit Option auf Verlängerung.

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Hobby: Zeit mit der Familie verbringen

Bei Kramers wachsen die Söhne zweisprachig auf, was schon daran liegt, dass sie im Sport- und Umwelt-Kindergarten des ASC 46 Göttingen Deutsch sprechen. „Es gefällt ihnen dort gut, sie sprechen auch mit ihren Freunden Deutsch. Es ist für sie kein Problem, zwischen den beiden Sprachen hin und her zu wechseln“, erzählt Dennis Kramer, der in seinem Steckbrief auf der BG-Homepage als Hobby „Zeit mit der Familie verbringen“ angegeben hat.

Viel Zeit verbringt der Spieler natürlich auch mit seiner Mannschaft. „Wir kommen miteinander gut klar, aber das Teambuilding war in diesem Jahr schon schwieriger als in der Vergangenheit. Einfach mal zusammen zum Essen zu gehen, ist nicht möglich. Ich könnte mir vorstellen, dass es gerade für die neuen Spieler schwieriger ist, soziale Kontakte außerhalb der Halle zu haben“, sagt Kramer. Er freut sich, wieder mit Harper Kamp auf dem Spielfeld zu stehen. „Mit ihm habe ich auch in meiner ersten Saison in Göttingen zusammen gespielt. Unsere Frauen haben den Kontakt gehalten, treffen sich regelmäßig.“ Meredith Kramer, die seit Sommer vergangenen Jahres bei Sartorius arbeitet, und Tabea Kamp haben sich in der Vorweihnachtszeit auch gemeinsam für Kinder, die die Feiertage im Universitäts-Klinikum verbringen mussten, engagiert und die Fans zu Spielzeug-Spenden aufgerufen. Die Resonanz war wieder überwältigend.

Unterschied zwischen Trainern

Im Vergleich der beiden Trainer, die Dennis Kramer in Göttingen bislang erlebt hat, hat er „schon einen Unterschied“ festgestellt. Er sagt aber auch, dass er sich gut an einen Trainer anpassen könne. Roel Moors habe aber ein ganz andere Art zu coachen als es Johan Roijakkers getan habe. „Coach Moors geht anders mit der Mannschaft um. Für Johan gab es nur Basketball, Moors hat selbst Familie und deshalb auch mehr Verständnis“, hat der Spieler, dessen Vater die Bonner Basketball-Legende Arvid Kramer ist und der als Kind eines Profisportlers groß geworden ist, festgestellt.

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Den Schlüssel zum Erfolg seines Teams sieht der BG-Center in der Konstanz – nicht nur während der Saison, „sondern auch während eines Spiels“. Wenn man 40 Minuten lang eine konstante Leistung bringen wolle, sei das vor allem „eine Kopf- und Einstellungssache“. Seine eigene Situation betrachtet er – so wie es seine gesamte Art ist – sehr nüchtern: „Natürlich möchte ich möglichst viel spielen, aber schließlich sind Siege das wichtigste. Es liegt am Trainer, wie er die Einsatzzeiten verteilt.“ Seine 15 Punkte aus dem Spiel gegen ratiopharm Ulm ordnet er so ein: „Ja, für meinen Kopf waren sie gut. Wenn du am Ende aber mit minus 29 verlierst, dann darf man das auch nicht überbewerten.“

Fans fehlen Dennis Kramer sehr

Dass bislang keine Zuschauer dabei sein konnten, fehlt Dennis Kramer enorm. „Es ist den Neuen, die das noch nicht erlebt haben, auch schwer zu erklären, was sie tatsächlich verpassen, wenn die Ränge leer sind. Das müssen sie eigentlich einmal erlebt haben. Ich finde, dass keine Fans in der Halle sein dürfen, ist mit das Schlimmste an der Covid-Situation.“