16. Juni 2020 / 08:17 Uhr

Halles Dennis Mast und seine besondere Derby-Bilanz gegen den 1. FC Magdeburg

Halles Dennis Mast und seine besondere Derby-Bilanz gegen den 1. FC Magdeburg

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Dennis Mast (2.v.l. mit Teamkollege Terrence Boyd) kehrte im Sommer 2019 von den Würzburger Kickers zum Halleschen FC zurück, wo er bereits zwischen 2009 und 2013 gespielt hatte.
Dennis Mast (2.v.l. mit Teamkollege Terrence Boyd) kehrte im Sommer 2019 von den Würzburger Kickers zum Halleschen FC zurück, wo er bereits zwischen 2009 und 2013 gespielt hatte. © imago images/Karina Hessland
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Der Drittliga-Fußballer aus Premnitz fällt für das Derby zwischen dem Halleschen FC und dem 1. FC Magdeburg zwar verletzt aus, trotzdem hat das Spiel für Dennis Mast einen besonderen Stellenwert.

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Dennis Mast ließ nichts unversucht, um am Dienstag (20.30 Uhr/MDR, Magentasport) für den Halleschen FC im Drittliga-Derby auflaufen zu können. „Mein Knie wurde zweimal punktiert und jede Menge Flüssigkeit rausgeholt. Ich wollte unbedingt gegen Magdeburg dabei sein, aber es reicht leider noch nicht“, erzählt der Mittelfeldspieler, der in Premnitz (Havelland) aufwuchs und später für Energie Cottbus in der Jugend spielte.

Horror-Halbjahr für Halle und Magdeburg

Selten hatte das Sachsen-Anhalt-Derby zwischen dem HFC und dem FCM so viel sportliche Brisanz wie bei dieser Auflage. Beide Mannschaften müssen um den Klassenerhalt bangen, beide haben ein sportliches Horrorjahr 2020 hinter sich – bei Halle sogar noch dramatischer als beim FCM, der zuletzt Trainer Claus-Peter Wollitz entließ. „Ich habe sowas persönlich noch nie erlebt. Wir hatten die beste Defensive, lagen auf Platz zwei – und dann so dermaßen abzurutschen, das ist wirklich unfassbar“, sagt Mast mit Blick auf die zurückliegenden Monate. 13 Ligaspiele blieben die Hallenser in Folge sieglos, kassierten elf Niederlagen und stürzten von Aufstiegsplatz zwei auf Abstiegsrang 17. „Wir haben viele verkopfte Menschen in der Mannschaft, die sich eine Platte und sich persönlich dafür verantwortlichen machen. Es war ein absolut krasser Abwärtsstrudel, in den wir geraten waren.“

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Doch seit einer Woche herrscht wieder eine andere Stimmung beim HFC. Dem neuen Trainer Florian Schnorrenberg, Nachfolger des glücklosen Ismail Atalan (nur ein Punkt in fünf Spielen), gelangen seit seinem Amtsantritt zwei Siege in zwei Spielen, Halle liegt nur einen Platz und einen Punkt hinter dem FCM (13., 40 Punkte). „Er ist fachlich sehr, sehr gut, was man in der kurzen Zeit so mitbekommen hat. Und er schafft es, das mental sehr positiv rüberzubekommen, sodass in vielen der Glaube gewachsen ist, dass wir das schaffen können“, sagt Mast über seinen neuen Trainer.

Der stellte ihn beim Debüt gegen Waldhof Mannheim (3:0) direkt in die Schaltzentrale im Mittelfeld, obwohl Mast eigentlich gelernter Flügelspieler ist. „Es war ab der ersten Minute eine andere Dynamik im Spiel. Obwohl keine Zuschauer im Stadion waren, herrschte eine enorme Stimmung – von uns auf dem Platz, von den Trainern, von den Jungs auf der Bank“, berichtet der 28-Jährige. Allerdings bekam Mast in der 70. Minute einen Schlag auf das rechte Knie, zog sich eine Knochenquetschung mit einer Einblutung zu. „Ich bin froh, wie das Knie jetzt aussieht, dass es auch wieder als Knie erkennbar ist.“

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Mast verpasst damit das zweite Duell der Saison mit dem FCM, beim ersten – Magdeburg gewann 1:0 – saß er 90 Minuten auf der Bank. Dabei hat er eine besondere Beziehung zum Derby. Mit 18 Jahren spielte er sein erstes für den HFC, vor knapp 10 000 Zuschauern in Magdeburg schoss er den 3:1-Endstand. Seine persönliche Derbybilanz gegen den FCM ist positiv, wenn er auf dem Platz stand, ging er nie als Verlierer vom Platz (zwei Siege, ein Remis). Allerdings konnte der HFC keines der letzten sieben Duelle gewinnen. „Natürlich fehlen die Fans, aber auf der anderen Seite bringt die Tabellensituation schon sehr viel Brisanz mit. Es kommt darauf an, wer den Kampf besser annimmt“, sagt Mast. Zuallererst solle natürlich der HFC die Klasse halten, „in erster Linie geht es mir um meinen Verein“. Aber wenn er es sich wünschen könnte, soll auch der FCM drinbleiben, „weil das immer geile Spiele sind“.

Zur Person

Dennis Mast wurde am 15. Februar 1992 in Rathenow geboren, den Großteil seiner Jugend spielte er bei Chemie Premnitz. Über die Jugend von Energie Cottbus kam er 2009 zum Halleschen FC, wo er bis 2013 spielte. Anschließend lief er für den Karlsruher SC (2013/14), Arminia Bielefeld (2014 bis 2016), den Chemnitzer FC (2016/17) und die Würzburger Kickers (2017 bis 2019) auf, ehe er zum HFC zurückkehrte.