03. April 2022 / 11:35 Uhr

Der Aufstiegskampf in der 1. Kreisklasse spitzt sich zu

Der Aufstiegskampf in der 1. Kreisklasse spitzt sich zu

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Wer wird der Aufstiegstrainer? Volker Krause (von links), Dean Rusch, Sandy Röhrbein oder Wilhelm Sieker? © dak, uk, pr.
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Die SG Rodenberg, der TuS Jahn Lindhorst, der SC Deckbergen-Schaumburg und der TSV Krankenhagen kämpfen in der 1. Kreisklasse um die beiden begehrte Aufstiegstickets. Wer hat die besten Chancen? Wir sprachen mit den Trainern.

Während es in der Fußball-Bundesliga rund um den Titelkampf mal wieder langweilig zugeht, herrscht in der 2. Liga Spannung. Gleich sieben Mannschaften sind noch im Aufstiegsrennen vertreten. Und wenn man so will, ist die 1. Kreisklasse das Schaumburger Äquivalent dazu. Der TuS Jahn Lindhorst (47 Punkte/20 Spiele), der SC Deckbergen-Schaumburg (45/18), der TSV Krankenhagen (44/18) und die SG Rodenberg (42/20) liefern sich einen heißen Kampf um die zwei ersten Plätze, die das Ticket in die Kreisliga bedeuten. Wir unterhielten uns vor dem nächsten Spieltag mit den Trainern der Vereine über das Aufstiegsrennen und die Chancen.

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SG Rodenberg: Die SG hat aktuell die schlechteste Ausgangslage. Bei zwei schon mehr gespielten Partien beträgt der Rückstand auf den zweiten Platz schon drei Zähler. Er könnte aber noch auf neun anwachsen. „Wir haben einfach gegen Mannschaften aus den unteren Regionen viele Punkte liegen lassen“, weiß Trainer Sandy Röhrbein und erwähnt vor allem die 3:4-Niederlage beim SV Victoria Lauenau II. „Die hat uns wehgetan, und so was darf man sich einfach nicht erlauben“, so Röhrbein. Auch wenn die Ausgangslage die schlechteste des Quartetts ist, hat er die Hoffnung nicht aufgegeben. „Ich glaube, dass die anderen drei Teams nicht besser sind als wir. Wir wollen nun alles gewinnen – und wenn das reicht, ist es schön. Wir wollen uns am Ende aber nicht vorwerfen, dass wir es nicht noch wenigstens versucht hätten.“

SC Deckbergen-Schaumburg: SC-Trainer Wilhelm Sieker surft mit seinem Team derzeit auf einer Welle der Euphorie. „Ich bin aktuell einfach richtig glücklich“, erklärt er. „Und ich will auch eigentlich gar nicht auf die Euphoriebremse treten.“ Warum auch? Es läuft schließlich. Die drei Saisonniederlagen gab es gegen den TSV Krankenhagen, den TuS Jahn Lindhorst und die SG Rodenberg. Dass es trotzdem so gut läuft, liegt daran, dass sich die Sieker-Elf gegen die anderen Teams der Liga keine Schwächen erlaubt. Die restlichen 15 Saisonspiele gewann die Mannschaft und steht deswegen aktuell auch auf Rang zwei, könnte – mit aktuell zwei Spielen weniger in der Hinterhand – sogar an die Tabellenspitze springen. „Jetzt mit Deckbergen noch mal aufzusteigen, wäre für mich und uns alle noch mal das große Highlight.“

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Ein großer Trumpf ist die Heimstärke. Alle acht Heimpartien gewann der SC – und von den restlichen zwölf Spielen, finden acht auf dem heimischen Platz statt, den das Team zu einer wahren Festung gemacht hat. Darunter sind auch die Heimspiele gegen die Rodenberger, Krankenhäger und Lindhorster. „Die müssen wir nicht gewinnen, dürfen sie aber nicht verlieren“, so Sieker. Der große und ausgeglichene Kader dürfte dafür sorgen, dass sich die Deckberger gegen den Rest der Liga weiterhin keine Blöße geben werden.

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TSV Krankenhagen: „Entscheidend wird sein, dass man ins Rollen kommt“, ist sich TSV-Trainer Dean Rusch sicher. Zuletzt stockte es bei seiner Mannschaft, die beim 1:1 beim SC Rinteln II, zwei wichtige Punkte liegen ließ. „Das war ein Ausrutscher. Wir hätten dort eigentlich gewinnen müssen, aber ich glaube, dass jeder noch Federn lassen wird.“ Bei den Krankenhägern spielte die Variable Corona lange eigentlich keine große Rolle, doch dann traf es die Mannschaft hart. Gleich zehn Spieler mussten in Quarantäne – und als diese zurückkamen, waren die nächsten beiden an der Reihe. „Von ihnen sind noch nicht alle wieder bei hundert Prozent“, berichtet Rusch. Die besten Karten hat laut ihm der SC Deckbergen-Schaumburg, doch auch die SG Rodenberg möchte er nicht abschreiben. „Die werden noch mal mit langen Schritten kommen, ist er sich sicher.“ Für den TSV-Coach hat es nicht die höchste Priorität, gegen die direkten Konkurrenten zu gewinnen. Gegen die restlichen Mannschaften dürfe man sich allerdings keine Fehler erlauben.

TuS Jahn Lindhorst: In den Spitzenspielen gegen die direkte Konkurrenz ist der TuS Jahn Lindhorst noch ungeschlagen. „Drei Siege, zwei Unentschieden“, rechnet Trainer Volker Krause vor. Dass sich der aktuelle Tabellenführer dennoch nicht entscheidend absetzen konnte, liegt am „schwarzen November“ des vergangenen Jahres. Nach dem Sieg in Krankenhagen verloren die Lindhorster danach beim TSV Algesdorf II und auch daheim gegen den TuS Germania Apelern. „Das wurmt – und der Stachel sitzt noch“, sagt Krause. „Das sind fehlende Punkte, die wehtun.“ Der TuS hatte sich vorgenommen, die letzten Punkte vor der Winterpause mitzunehmen, „aber das ist in die Hose gegangen“.

Wer wird am Ende die Nase vorne haben? Eine seriöse Prognose mag auch Volker Krause nicht abgeben. „Es ist ein Vierkampf – und es wird auch so bleiben.“ Die Konkurrenz spielt noch gegeneinander. „Es ist ein Kampf mit offenem Visier. Ich würde mich natürlich freuen, wenn wir es am Ende schaffen.“ Der Standort Lindhorst gehöre in die Kreisliga, so der Coach, der davon ausgeht, dass auch die Nerven eine gewichtige Rolle spielen werden. „Die Steine werden mit jedem Spieltag größer, es wird noch ein ganz heißer Fight. Aber es macht auch Spaß.“

Nun geht es für den TuS Jahn am Sonntag zum SC Deckbergen-Schaumburg. „Das ist ein Spiel auf Augenhöhe, wie man ja an der Tabelle erkennen kann“, so der ehemalige Torwart. Letztlich stünde der SC wegen der zwei Nachholspiele sogar besser da. „Aber das soll nichts heißen.“ Im Hinspiel hatten die Lindhorster am zweiten Spieltag mit 3:2 die Nase vorn. „Wir wollen unsere Serie ausbauen und nicht verlieren.“ Der Gegner spiele positiv aggressiv und verfüge über eine stabile Abwehr. Die stehen nicht von ungefähr da oben.“