27. Juli 2020 / 11:17 Uhr

Der Ball rollt in der Kleingruppe: So starten SVE Comet Kiel und Co in die Vorbereitung

Der Ball rollt in der Kleingruppe: So starten SVE Comet Kiel und Co in die Vorbereitung

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
SVE Comet-Trainer Mark Hungerecker (Mitte) dirigiert aus der Distanz die Übungseinheit seiner Schützlinge.
SVE Comet-Trainer Mark Hungerecker (Mitte) dirigiert aus der Distanz die Übungseinheit seiner Schützlinge. © Uwe Paesler
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Wie schmeckt Fußball light? Elf gegen elf über 90 Minuten? In Schleswig-Holstein Fehlanzeige! Während die Amateure in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen bereits wieder in kompletter Mannschaftstärke ohne Kontaktbeschränkung Spiele absolvieren, köcheln im nördlichsten Bundesland die Trainingsaktivitäten für den noch nicht terminierten Saisonstart auf Kleingruppen-Sparflamme. Immerhin besteht die Hoffnung, dass ab dem 10. August nach weiteren Lockerungen der Landesverordnung Testspiele möglich sein werden. Doch wie gehen die hiesigen Vereine mit der Situation um?

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SVE Comet Kiel

Bereits 45 Minuten vor Trainingsbeginn auf dem Blaschkeplatz am Donnerstagabend desinfiziert SVE Comet-Chefcoach Mark Hungerecker die Trainingsbälle. „Außergewöhnliche Situationen erfordern halt besondere Maßnahmen“, erläutert der 38-Jährige, der Punkt 19 Uhr 20 Spieler begrüßte. In zwei Zehnergruppen ließ Hungerecker trainieren, um anschließend mit spezifischen Torschussübungen seine Jungs über den Platz zu scheuchen. Alles mit genügend Abstand. Der Übungsleiter betont jedoch: „Ich habe mir den Trainingsablauf nicht extra wegen der Corona-Pandemie ausgedacht. So trainieren wir unter anderem auch unter normalen Umständen. Es passt aber halt in diese merkwürdige Zeit“, so Hungerecker. Danach analysiert er im Halbkreis mit den Spielern, wiederum mit genügend Abstand, seine Trainingseindrücke. „Natürlich ist es alles erschwerend, aber wir müssen uns den Gegebenheiten eben fügen. Ich bin gespannt, wann wir das erste Testspiel absolvieren können“, so der Trainer des Landesligisten abschließend.

Einblick in das Corona-Training des Landesligisten SVE Comet Kiel

SV Tungendorf

Ganz klassisch geht die Vorbereitung beim Landesligisten SV Tungendorf über die Bühne. Das Trainerduo Thilo Becker/Nils Voss bat bereits am vergangenen Montag zum Training. Ausdauerläufe durch das nahegelegene Brachenfelder Gehölz, Stabilitäts- und Kräftigungsübungen, sowie Training mit dem Ball stehen auf dem Plan. „Natürlich steigern wir uns im Laufe der Zeit. Es ist allerdings schon etwas skurril, die Truppe zieht sich in zwei Umkleidekabinen um, zudem trainieren wir in zwei Zehnergruppen. Aber es ist eine Ausnahmesituation, der wir uns beugen“, erzählt Trainer Nils Voss. Das erste Testspiel ist für den 13. August anberaumt. Da empfängt die Voss-Elf den Kreisligisten TS Einfeld. „Ich hoffe sehr, dass alles so klappt, wie wir uns es vorstellen, denn vier Testspiele, die eigentlich geplant waren, mussten wir schon canceln“, so der 32-Jährige.

Gettorfer SC

Die Akteure des Landesligisten Gettorfer SC sind ebenfalls seit Mitte Juli wieder aktiv, um sich auf die bevorstehende Spielzeit vorzubereiten. „Wir trainieren seit dem 18. Juli und dies reduziert nur zweimal die Woche. Bis zum 9.August wollen wir das so handhaben, dass die Spieler zusätzlich eine eigenständige Laufeinheit machen. Die Trainingsinhalte gestalten wir natürlich mit den nötigen Abständen. Die Spielform fünf gegen fünf nutzen wir gerne, sodass wir nicht gegen die aktuelle Verfügungslage verstoßen“, erklärt Schössler. „Wenn alles gut läuft, machen wir Mitte August eine einwöchige Pause, um den Kopf nochmal frei zu bekommen. Dann können wir hoffentlich intensiv in die Vorbereitungsphase starten. Neben Hessen und Hamburg sind wir das einzige Bundesland, das noch auf weitere Lockerungen wartet“, so der Übungsleiter.

Manuel Puderbach

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FC Kilia Kiel

Individuell hielten sich bis dato die Spieler des FC Kilia Kiel fit. Erst am heutigen Montag werden sich die Fußballer des Landesliga-Aufsteigers zu einer ersten gemeinsamen Trainingseinheit treffen. „Für uns hätte es wenig Sinn gemacht, wenn wir schon früher losgelegt hätten. Bis zum geplanten Saisonstart sind noch mindestens sechs Wochen Zeit. Das sollte mehr als ausreichend sein“, erklärt Kilias Trainer Steve Frank. „Eine allzu lange Vorbereitung ist auch gar nicht unbedingt wünschenswert. Ich muss die Jungs ja auch irgendwie bei Laune halten. Dies dürfte gar nicht ganz so einfach werden, schließlich kann man ja noch gar keine Testspiele bestreiten. Und im Trainingsbetrieb sind unsere Gestaltungsmöglichkeiten durch die Einhaltung der Abstandsregelung ja auch eingeschränkt. Darüber hinaus steht auch noch völlig in den Sternen, ob der vorgesehene Termin zum Ligastart überhaupt eingehalten werden kann.“

Jan-Claas Harder