23. November 2020 / 17:46 Uhr

Torjäger Nils Grothe ist der „Bomber“ aus Finsterwalde

Torjäger Nils Grothe ist der „Bomber“ aus Finsterwalde

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Mit zehn Treffern führt Nils Grothe die Torschützenliste der Fußball-Kreisoberliga an. 
Mit zehn Treffern führt Nils Grothe die Torschützenliste der Fußball-Kreisoberliga an. © Oliver Schwandt
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Kreisoberliga Dahme/Fläming: Nils Grothe von Tabellenführer FSV Admira 2016 führt die Torschützenliste an.

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Mit zehn Toren hat Nils Grothe einen ziemlich großen Anteil daran, dass das Team vom FSV Admira 2016 mit 33 Punkten die Tabelle der Fußball-Kreisoberliga Dahme/Fläming anführt. „Zehn Treffer möchte ich eigentlich immer in einer Saison erzielen. Dass ich diese Marke jetzt schon nach zwölf Partien erreicht habe, freut mich natürlich sehr“, sagt der Führende der Torschützenliste.

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Und das, obwohl er beim FSV überhaupt nicht im Angriff spielt. „Ich agiere hinter den Spitzen, sodass ich vom Mittelfeld aus die richtigen Entscheidungen treffen kann. Bekomme ich jedoch die Möglichkeit, selbst abzuschließen, dann zögere ich auch nicht lange, um die Bude zu machen“, sagt der 33-Jährige. „Ich musste auch in dieser Saison schon im Sturm aushelfen, der nicht meine Lieblingsposition ist.“

In Bildern: Das sind die besten Torjäger im Fußballkreis Dahme/Fläming 2020/21.

Das sind die besten Torjäger im Fußballkreis Dahme/Fläming 2020/21. Zur Galerie
Das sind die besten Torjäger im Fußballkreis Dahme/Fläming 2020/21. ©

Für seine große Fußball-Liebe FSV Admira nimmt der Ingenieur einige Strapazen in Kauf, um sich zum Ende seiner Karriere noch einmal mit dem Aufstieg in die Landesklasse belohnen zu können. „Ich wohne in Finsterwalde und fahre zum Training hin- und zurück 180 Kilometer“, sagt Grothe, der auch genau weiß, warum es beim Admira-Team im Jahr 2020 so richtig gut läuft. „Wir haben in dieser Saison nur eine Partie beim SV Blau-Weiß Dahlewitz verloren. Das liegt sicherlich auch daran, weil sich der größte Teil der Mannschaft bereits schon aus dem Jugendbereich kennt, wir Spieler aus der Region sind und auch außerhalb des Fußballplatzes viel miteinander unternehmen.“

Trainer Stefan Eggert ist auch ein Grund, warum Grothe sich nach seiner Rückkehr aus Hamm vor der Saison 2019/2020 wieder für den FSV entschieden hat. „Mit Stefan habe ich in Ragow bereits zusammen gekickt und mein Verhältnis zu ihm ist prima. Er brauchte auch nicht lange, um mich zu einer Rückkehr zu Admira zu überreden“, berichtet Grothe, der die Entscheidung, in diesem Jahr kein Fußball mehr spielen zu dürfen, durchaus nachvollziehen kann. „Die Gesundheit aller Spieler ist natürlich wichtiger als irgendwelche Punkte in der Tabelle. Trotzdem hoffe ich sehr, dass wir diese Saison noch zu Ende spielen können und nicht abgebrochen werden muss wie im vergangenen Jahr“, sagt er. „Wir wollen Dahlewitz ein ebenbürtiger Konkurrent im Kampf um den Meistertitel sein, den wir holen wollen. Auch Blau-Weiß wird sicherlich noch den einen oder anderen Punkt liegenlassen“, glaubt der FSV-Akteur, der mit sieben Jahren beim Hermsdorfer SV (Sachsen) mit dem Kicken begann. Mit 14 Jahren kam Grothe nach Ragow, wo er einige Jahre bei Blau-Weiß aktiv war.

Grothe absolvierte zehn Partien in der Brandenburgliga

„In der A-Jugend spielte ich eine Saison lang beim FSV Eintracht Königs Wusterhausen, weil es in Ragow in dieser Altersklasse keine Mannschaft gab“, erinnert sich der 33-Jährige. Gleich in seinem ersten Männerjahr schaffte Grothe mit Ragow in der Serie 2005/06 den Aufstieg in die Kreisliga. In den folgenden acht Spielzeiten absolvierte er für Blau-Weiß 208 Partien in der höchsten Spielklasse des Fußballkreises und erzielte 95 Tore. Die Leistungen des Ragower Kreisliga-Spielers waren auch dem SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen nicht entgangen – der Brandenburgligist um Trainer Christian Schröder überzeugte ihn vor der Saison 2014/15 zu einem Wechsel an den Wüstermarker Weg. Nach nur einem halben Jahr, zehn Partien und drei Treffern kehrte Grothe nach Ragow zurück, wo die SG Blau-Weiß und der BSV Mittenwalde später zum FSV Admira fusionierten.

„Bei der Eintracht habe ich mich nicht wirklich wohl gefühlt, denn die Truppe war damals nicht so homogen, wie es jetzt zum Beispiel beim FSV der Fall ist. Es gab in Miersdorf viele kleine Grüppchen, die alle gegeneinander gearbeitet haben. Das war nicht mein Ding“, begründet Grothe die schnelle Rückkehr im Winter nach Ragow. „Ich hätte mit meinem Können sicherlich auch in der Brandenburgliga mithalten können.“

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Aus beruflichen Gründen musste er dann nach Hamm in Nordrhein-Westfalen umziehen. Bei der dortigen SG Bockum-Hövel absolvierte der Mittelfeldakteur von 2016 bis 2019 28 Spiele in der Bezirksliga, zehn Partien in der Landesliga und zwölf Spiele in der Kreisklasse A. 

„Ich denke, ein, zwei Jahre möchte ich noch bei den ersten Männern spielen. Am liebsten davon noch eine Saison in der Landesklasse. Das wäre noch einmal ein Traum, den ich mir gerne erfüllen möchte“, sagt Grothe, der auch schon einmal bei den Alten Herren vom FSV Admira 2016 ausgeholfen hat. „Für die war ich dann doch noch zu gut“, erzählt der Finsterwalder lächelnd, der seine eigenen Stärken im Durchsetzungsvermögen, in der Zweikampfführung und beim Kopfballspiel sieht.