07. Oktober 2019 / 08:08 Uhr

Der Druck ist raus - vorerst: Was der Sieg in Dresden für Slomka und 96 bedeutet

Der Druck ist raus - vorerst: Was der Sieg in Dresden für Slomka und 96 bedeutet

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Mirko Slomka darf 96 nach dem Sieg in Dresden weiterhin trainieren.
Mirko Slomka darf 96 nach dem Sieg in Dresden weiterhin trainieren. © imago images / Dennis Hetzschold
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Die drei Auswärtspunkte bei Dynamo Dresden waren immens wichtig für Hannover 96 - und für Trainer Mirko Slomka. Dessen Job ist erstmal gesichert, doch die Mannschaft muss jetzt nachlegen.

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Die Fans sangen („Oh, 96 olé – du wirst niemals untergeh’n“), Kapitän Edgar Prib brüllte die Erleichterung wenig später beim Gang in die Kabine raus: „Sauber, Männer! Bravo!“ 96 hat sich befreit in Dresden. Ein 2:0-Sieg, eine deutliche Steigerung – nicht nur gegenüber dem katastrophalen 0:4 gegen Nürnberg. Es war die beste Saisonleistung bisher, die Mirko Slomka den Job rettet. Zumindest fürs Erste.

So ganz wollen die Entscheider das Trainerthema noch nicht ad acta legen. Zwar war das „vom Engagement, vom Kämpferischen und von der Einsatzbereitschaft her das, was wir uns erhofft und ein Stück weit erwartet haben“, bestätigte Sportdirektor Jan Schlaudraff. Aber: „Dieses Trainerthema sollten wir einfach lassen. Das bringt nichts. Dann feiern wir uns heute ab, und wenn wir das nächste Spiel verlieren, fängt’s wieder an.“ Slomka und 96 müssen also nachlegen, damit der Druck tatsächlich verschwindet. Nächster Gegner nach der Länderspielpause ist Aufsteiger Osnabrück (20. Oktober, 13.30 Uhr).

DURCHKLICKEN: Stimmen zum Spiel gegen Hannover

Jannik Müller (Dynamo Dresden): Ich denke, es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, wo wir vielleicht in der ersten Halbzeit – ich habe es nicht noch mal gesehen – einen Elfmeter kriegen können oder auch nicht, wo wir ein, zwei gute Aktionen haben. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite. Hinten raus ist dann eine Aktion: das 0:1. Wir geraten ins Hintertreffen, machen dann auf und Hannover hat den Konter zum 0:2 eiskalt genutzt. Das ist bitter. Ich finde, wir haben versucht, uns dagegen zu stemmen, aber heute hat nicht alles geklappt, wir haben viele einfache Fehler gemacht. Zur Galerie
Jannik Müller (Dynamo Dresden): "Ich denke, es war über weite Strecken ein ausgeglichenes Spiel, wo wir vielleicht in der ersten Halbzeit – ich habe es nicht noch mal gesehen – einen Elfmeter kriegen können oder auch nicht, wo wir ein, zwei gute Aktionen haben. Leider war das Glück nicht auf unserer Seite. Hinten raus ist dann eine Aktion: das 0:1. Wir geraten ins Hintertreffen, machen dann auf und Hannover hat den Konter zum 0:2 eiskalt genutzt. Das ist bitter. Ich finde, wir haben versucht, uns dagegen zu stemmen, aber heute hat nicht alles geklappt, wir haben viele einfache Fehler gemacht." ©
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Sieg hilft - ändert aber wenig an der Ausgangslage

Die Leistung gegen Dresden macht zumindest Hoffnung, dass es nachhaltig besser wird. „Es war ein ganz enges Match. Wir haben uns am Ende durchgesetzt mit einer echten Teamleistung, mit einer kämpferischen Einheit“, lobte Slomka. „Es war klar, dass wir das brauchten nach dem Spiel gegen Nürnberg. Die Mannschaft hat das fantastisch umgesetzt.“ 96 muss die Leistung bestätigen. Schlaudraff: „Klar ist, dass immer Druck drauf ist, wenn man nicht die Ergebnisse erzielt. Wir sind von den Erwartungen nicht da, wo wir hinmöchten.“ Der Sieg hilft, ändert aber an der Ausgangslage noch nicht allzu viel.

In Dresden hielt endlich auch die Defensive. Waldemar Anton, der mangels Alternativen ins defensive Mittelfeld beordert worden war, ackerte bissig. Auch für ihn war es das beste Saisonspiel. Auf der Position davor überzeugte Marc Stendera als Strippenzieher und doppelter Vorbereiter. Er und 96 profitierten auch davon, dass nach dem doppelten Platzverweis (65./Gelb-Rot für Albornoz, Rot für Dresdens Kreuzer) mehr Platz für die technisch besseren Gäste aus Hannover frei wurde.

Die Roten in Noten: Das ist die Einzelkritik zum Spiel von Hannover 96 gegen Dynamo Dresden

Ron-Robert Zieler – Note 3: Ein Abschlägchen landet direkt bei Atik 30 Meter vorm 96-Tor. Passiert aber nichts. Verschätzt sich einmal bei einer Ecke, auch da passiert aber nichts. Alles andere hält er routiniert und sicher. Kein Problem auch bei Nikolaous 25-Meter-Gewaltschuss. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler – Note 3: Ein Abschlägchen landet direkt bei Atik 30 Meter vorm 96-Tor. Passiert aber nichts. Verschätzt sich einmal bei einer Ecke, auch da passiert aber nichts. Alles andere hält er routiniert und sicher. Kein Problem auch bei Nikolaous 25-Meter-Gewaltschuss. ©

Diesmal hatte 96 hintenraus die Kraft

Stendera bereitete den ersten Treffer mit einem zielgenauen Abspiel auf Julian Korb vor. Der nahm sehenswert mit der Brust an, hatte den Rücken zum Tor. Korb traf den Ball aus der Drehung zwar nicht voll, aber gut genug (72.). Danach schickte Stendera den eingewechselten Cedric Teuchert. Der Leihstürmer machte es im Eins-gegen-eins eiskalt, traf ins kurze Eck (89.).

Statt wie häufig hintenraus kraftlos zu wirken, wurde 96 diesmal sogar zielstrebiger und belohnte sich für den kämpferischen Auftritt.

Die Bilder der Partie Dynamo Dresden - Hannover 96:

Baris Atik (links) im Duell gegen 96-Verteidiger Julian Korb.  Zur Galerie
Baris Atik (links) im Duell gegen 96-Verteidiger Julian Korb.  ©

Zieler lobt Trainer Slomka

Vor einer Woche nach dem 0:4 gegen Nürnberg wurden die Profis von den eigenen Fans ausgepfiffen, diesmal gab es Extraapplaus. „Solche Momente sind schön. Schön, dass wir nach dem 0:4 so eine Reaktion gezeigt haben“, fand Torwart Ron-Robert Zieler. „Den Moment genießen wir, das war brutal wichtig. Alle wussten um die Bedeutung dieses Spiels.“ Nicht zuletzt wegen des wackelnden Trainers.

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Für Slomka hatte Zieler sogar noch ein Extralob parat. „Der Trainer hat wirklich eine sehr positive Ausstrahlung gehabt, hat das wirklich gut gemacht und vor der Mannschaft gesprochen, uns professionell und ruhig auf das Spiel eingestellt.“

96 hat sich etwas Ruhe für die Länderspielpause erarbeitet. Aber das Slomka-Team muss nachlegen, sonst ist der alte Druck schnell wieder da – nicht nur für den Trainer.

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