04. September 2021 / 21:06 Uhr

Der Eckernförder SV feiert den zweiten Sieg in Serie

Der Eckernförder SV feiert den zweiten Sieg in Serie

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Historisch: Der Eckernförder SV bejubelt den ersten Oberligaheimsieg.
Historisch: Der Eckernförder SV bejubelt den ersten Oberligaheimsieg. © Jan-Phillip Wottge
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Der Eckernförder SV ist auf den Geschmack gekommen. Auf den historischen ersten Sieg in der Fußball-Oberliga beim SV Frisia 03 Risum-Lindholm am vergangenen Wochenende ließen die Haberlag-Schützlinge gegen den TSV Kronshagen mit 2:1 auch den ersten Heimdreier der Geschichte folgen. „Saisonübergreifend sind wir in der Oberliga jetzt sogar seit fünf Spielen ungeschlagen. Das sind 330 Tage“, schmunzelt ESV-Coach Maik Haberlag über die kleine, aber zeitlich lange ESV-Erfolgsserie.

Zwei Spiele, sechs Punkte. Im dritten Oberligajahr soll der Krisenmodus in Eckernförde endgültig in der Mottenkiste verstaut werden. Brach die mangelnde Effektivität den ESV-Kickern in der Vergangenheit stets das Genick, steckten sie nun auch Rückschläge bravourös weg. Dabei rauften sich die knapp 140 Zuschauer am Bystedtredder zunächst die Haare: Während die ESV-Angreifer Malte Eggers (14.) und Lukas Witte (16./18.) beste Chancen zum Führungstreffer im Zwei-Minuten-Takt vergaben, traf Kronshagens Thorge Jeß mit dem ersten Torschuss zur Gästeführung (19.). Geht denn das schon wieder los? War der Auswärtssieg des ESV in Nordfriesland doch nur ein positiver Ausrutscher?

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Nein! Der ESV ist oberligareif! Christopher Nommels schnappte sich den Ball, setzte zu einem Sololauf über den halben Platz an und wurde erst vom TSVK-Keeper Cedric Cordes gestoppt. Zeichen gesetzt, weiter pressen. Der ESV knickte nicht ein. Und auch Witte nicht. Im dritten Anlauf ließ das 21-jährige Eigengewächs die ESV-Fans jubeln. Sein gefühlvoller Heber über den Kronshagener Torwart senkte sich butterweich zum 1:1 (26.) ins Netz. „Der Junge hat super trainiert. Schön, dass er sich belohnen konnte“, verteilte Haberlag Komplimente. Komplimente, die sich auch Jannes Mohr verdiente, als der Mittelfeldmotor per Flachschuss nur fünf Minuten später das hochverdiente 2:1 nachlegte.

Nach der Halbzeit zogen sich die Gastgeber zurück, überließen dem TSVK, der defensiv auf Dreierkette umstellte, mehr Ballbesitz. Die Gäste wusste damit jedoch nichts anzufangen. Chancen sprangen für sie nicht heraus. Doch weil Eckernfördes Eggers nur den Pfosten (63.) traf, blieb es bis zum Schlusspfiff eng. Einziger Aufreger bei strahlendem Sonnenschein: Kronshagens Sebastian Wirth sah nach Foul an Henrik Stöterau foulte und folgendem Schubser die Ampelkarte (86.). Ende. Zweiter Erfolg, erster Heimsieg. Der ESV schreibt Vereinsgeschichte.

„Manchmal reicht auch ein 2:1. Dass Fußball ein Ergebnissport ist, haben wir in den letzten Jahren gelernt, als wir nicht immer schlechter waren, aber trotzdem den Platz als Verlierer verlassen mussten. Der Kopf spielt eine nicht unerhebliche Rolle, aber wir sind auch körperlich extrem stark und können 90 Minuten Gas geben“, sagt Haberlag nicht ohne Stolz. Doch Haberlag wäre nicht Haberlag, wenn er sich mit dem Erreichten zufrieden geben würde: „Jetzt kommen die dicken Bretter aus Bordesholm und Flensburg, da wollen wir auch nicht verlieren.“ Sein Kapitän Julian Zülsdorff pflichtet bei: „Nichts kommt von allein. Wir haben viel gearbeitet. Siege sind einfach gut für den Kopf.“

Ganz andere Sorgen hat hingegen Kronshagens Coach Daniel Lechte: „Die Leistung meiner Mannschaft hat mich wirklich erstaunt. Wir haben überhaupt nicht das abgerufen, was wir uns vorgenommen haben. Wir haben jegliche Präsenz in den Zweikämpfen vermissen lassen. Nicht mal die überraschende Führung konnte uns helfen. Darüber müssen wir sprechen und daran arbeiten.“