16. Mai 2020 / 13:39 Uhr

Der Eckernförder SV hat weiterhin Lust auf Oberliga-Fußball

Der Eckernförder SV hat weiterhin Lust auf Oberliga-Fußball

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Die Mannschaft des Eckernförder SV wird auch in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga vertreten sein.
Die Mannschaft des Eckernförder SV wird auch in der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga vertreten sein. © Sven Janssen
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Am vergangenen Sonnabend gab der Schleswig-Holsteinische Fußballverband bekannt, wie die abgebrochene Spielzeit endgültig bewertet wird. Während zahlreiche Teams die Möglichkeit zum Aufstieg wahrnehmen können, wurde die Abstiegsregel außer Kraft gesetzt. Für den Eckernförder SV, der den letzten Tabellenplatz der Fußball-Oberliga belegt, hat dies nun eine weitere Saison in dieser Spielklasse zur Folge.

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„Ich hätte die Saison auch gerne zu Ende gespielt und in den noch ausstehenden Partien mit meiner Mannschaft gezeigt, dass wir nach wie vor noch immer willig sind und uns in keinem Spiel einfach so geschlagen geben“, stellt ESV-Coach Maik Haberlag klar.

Doch durch die Corona-Krise kam der Spielbetrieb im März zum Stillstand. Wäre diese Situation jedoch nicht eingetreten, dann wäre der Abstieg des ESV wohl nicht vermeidbar gewesen. Zwar hätte das Schlusslicht in den noch ausstehenden Begegnungen theoretisch noch maximal 36 Punkte holen können, doch selbst die größten Optimisten hätten eine Punktausbeute in dieser Größenordnung sicher nicht für möglich gehalten, schließlich konnte der ESV in den 18 ausgetragenen Partien nur einen Zähler einfahren.

Böse Zungen könnten den ESV nun als einen Gewinner der Corona-Krise bezeichnen. Für Haberlag sind solche Aussagen jedoch völlig deplatziert: „Egal, wie jemand nun die Tragweite der Corona-Problematik einordnet, Fakt ist, dass in einer solchen Situation Menschen sterben und da ist es nicht angebracht von Verlierern oder Gewinnern zu sprechen.“

Fakt ist aber auch, dass der Eckernförder SV nun weiter Bestandteil der Fußball-Oberliga sein wird. Außenstehende könnten folglich vermuten, dass die Freude darüber entsprechend groß ist. Wer allerdings glaubt, dass dies euphorische Jubelstürme zur Folge hatte, der sieht sich getäuscht. Freude ja, doch diese war eher sachlicher Natur. „Bei uns hat jetzt keiner gesagt: Yippieh, wir bleiben drin, und dass, obwohl wir das sportlich gar nicht verdient haben“, so Haberlag.

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In der kommenden Saison besteht nun also die Chance es besser zu machen. Und für den 33-jährigen Übungsleiter des ESV gibt es eine ganze Reihe von Gründen, warum dies gelingen kann: „Wir haben nun Erfahrungswerte in dieser Liga gesammelt und davon werden wir sicherlich profitieren. Wir kennen unsere Gegner nun besser und haben den einen oder anderen Platz unserer Kontrahenten nun auch schon bespielt. Des Weiteren bringen unsere bisherigen Neuzugänge zusätzliche Oberliga-Erfahrung mit. Entscheidend wird aber sein, dass meine Jungs auch in Zukunft weiterhin mutig agieren. Ich jedenfalls bin froh, dass wir weiter in der Oberliga vertreten sind, denn ich möchte mich schlichtweg einfach mit den besten Mannschaften messen.“

Eine Ansicht, die nicht nur Haberlag vertritt. „Wir haben die Entscheidung des SHFV so erwartet und uns deshalb schon vor Wochen mit der Frage nach der Ligazugehörigkeit beschäftigt und dies im Rahmen einer Videokonferenz erörtert. Das Votum war einstimmig. Alle sprachen sich dafür aus, dass wir uns auch weiter in Oberliga beweisen wollen“, so der Coach.

Und zudem ist für Haberlag, die Aufgabe mit der er betraut ist überaus reizvoller Natur: „Ich trainiere einen Traditionsverein mit überaus leistungsbereiten Spielern, die charakterlich bereits schon jetzt Oberliga-Format besitzen. Nun müssen wir dies nur noch sportlich unter Beweis stellen. Dafür müssen wir weiter akribisch arbeiten und es der in Zukunft vermeiden, dass wir uns nicht mehr so viele leichte Fehler erlauben.“