15. August 2021 / 12:34 Uhr

Der Eckernförder SV und das Warten auf den ersten Dreier

Der Eckernförder SV und das Warten auf den ersten Dreier

Jan-Phillip Wottge
Kieler Nachrichten
Mannschaftsfoto des Fußball-Oberligisten Eckernförder SV zur Saison 2021/22.
Mannschaftsfoto des Fußball-Oberligisten Eckernförder SV zur Saison 2021/22. © Eckernförder SV
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Ende August beginnt im Amateurfußball die neue Saison. Nach der abgebrochenen Spielzeit im vergangenen Jahr ein neuer Anlauf auch für die Top-Vereine unserer Region. Hier im KN-Sportbuzzer stellen wir bis zum Start der neuen Runde in unserem „Saison-Check“ alle regionalen Verbands-, Landes- und Oberligisten vor, analysieren die Qualität der Mannschaft, die Spielphilosophie des Trainers und geben eine Prognose ab, wo das Team am Ende landen kann. Diesmal: Der Oberligist Eckernförder SV.

Der Eckernförder SV ist ein Corona-Phänomen: Die Haberlag-Schützlinge gehen bereits in ihre dritte Oberligasaison, haben in der Spielklasse jedoch seit dem Aufstieg noch nicht einen Dreier eingefahren. Sammelte der ESV in seiner Aufstiegssaison lediglich einen Zähler aus 18 Spielen bis zum Saisonabbruch ein, verbuchten die ESV-Kicker im zweiten Jahr aus fünf Spielen immerhin drei Unentschieden. Greift die alte Börsenweisheit „Trend is your friend“?

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Wer kam, wer ging?

In Eckernförde wurde der Kader punktuell verändert: Aus der U23 des Regionalligisten Heider SV fand Keeper Lauritz Sievers den Weg von der West- an die Ostküste. Mit dem 20-jährigen Arne Wiese (TSV Kropp) und dem U19-Eigengewächs Cedric Theet konnte der Kader nochmals verjüngt werden. Während es Janis Hinterleitner zum Studium in die USA zog und Lennart Mahrt seine Karriere beendete, verließ Daniel Köser den ESV in Richtung TV Meckelfeld. Wo Torwart Torben Christensen künftig kickt, ist derweil nicht bekannt.

Star der Mannschaft

Der Eckernförder SV wird nur als Team erfolgreich sein. Doch auch im ESV-Kader gibt es die „Unverzichtbaren“. Julian Zülsdorff ist einer von ihnen. Das 23-jährige Eigengewächs ist als Innenverteidiger das Rückgrat der zentralen Achse. Mit nunmehr 21 von 23 möglichen Oberligaeinsätzen für den Aufsteiger von 2019 gehört Zülsdorff zu den erfahrenen Spielern in Haberlags Kader. Neben Zülsdorff sind auch Mittelfeldmotor Arne Wiese und Ole Altendorf als Abschlussspieler zu den Fixpunkten im ESV-Spiel zu zählen.

Philosophie des Trainers

Maik Haberlag ist ein akribischer Arbeiter. Um Details zu optimieren, wird jeder Stein regelmäßig umgedreht. Dabei legt der 35-jährige A-Lizenzinhaber größten Wert auf Teamarbeit. „Bei uns sind alle mit Spaß bei der Sache. Jeder hat den Willen, sich in seinen Grenzen zu verbessern“, sagt Haberlag, der mit Tore Wächter (Co-Trainer), Niklas Jakusch (Torwarttrainer), Henning Ströh (Verbindungsmann) und Dirk Assmussen (Sportkoordinator Leistungsfußball) mittlerweile geballte Fußballkompetenz um sich geschart hat. Kernthemen in Haberlags Spielphilosophie sind Standardsituationen und das Umschaltspiel. „60 Prozent aller Tore im Fußball fallen im Umschaltspiel nach gutem Anlaufverhalten. Auf der Balleroberung liegt unser Fokus. Dafür benötigt es Disziplin“, sagt der Coach.

Erwartungen und Ziele zur neuen Saison

„Es geht bei uns nur über den Fleiß. Wir sind im Vergleich zu der Situation von vor zwei Jahren selbst die Stellschraube, die entscheidet, ob wir Spiele gewinnen können. Dafür müssen wir jedoch unsere Effektivität steigern“, sagt Haberlag und setzt somit den ersten Meilenstein bei den Saisonzielen: Der erste Oberligasieg soll endlich her! Und das möglichst schnell. „Wir wollen den Klassenerhalt auf sportlichem Wege schaffen und sehen uns dafür gerüstet.“

Sportbuzzer-Prognose

Der ESV hat sich in den vergangenen Jahren unter Coach Haberlag stetig weiterentwickelt. Trotzdem gehört der Traditionsverein vom Bystedtredder zu den heißen Kandidaten auf einen Platz in der Abstiegsrunde. Dort ist der Eckernförder SV jedoch keinesfalls Kanonenfutter, sondern genauso chancenreich wie alle Teams, die sich in dieser Runde wiederfinden werden. Denn in einer Abstiegsrunde gilt: Nur wer den Abstiegskampf versteht und annimmt, wird Oberligist bleiben.