07. Februar 2022 / 19:20 Uhr

Der eigentliche Weghorst-Nachfolger fehlt noch: Wolfsburgs Offensiv-Umbau geht weiter

Der eigentliche Weghorst-Nachfolger fehlt noch: Wolfsburgs Offensiv-Umbau geht weiter

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kandidaten für die Wolfsburger Sturm-Mitte: Lukas Nmecha, Jonas Wind und Max Kruse (v. l.).
Kandidaten für die Wolfsburger Sturm-Mitte: Lukas Nmecha, Jonas Wind und Max Kruse (v. l.). © Roland Hermstein
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Mit Wout Weghorst hat der erfolgreichste Torjäger der vergangenen drei Jahre den VfL Wolfsburg im Winter verlassen. Mit Max Kruse und Jonas Wind kamen zwei neue Offensivkräfte dazu, beide standen beim 4:1 gegen Fürth in der Startelf. Doch der eigentliche Weghorst-Nachfolger fehlt noch, sein Comeback rückt allerdings näher.

Beide trafen nicht, aber sie hatten ihren Anteil am 4:1-Sieg des VfL Wolfsburg gegen Fürth: Die Winter-Neuzugänge Max Kruse und Jonas Wind stehen für den Offensiv-Umbau des Fußball-Bundesligisten. Und dieser Umbau ist noch lange nicht fertig - denn Lukas Nmecha steht vorm Comeback! Vielleicht schon am Samstag in Frankfurt - spätestens aber eine Woche später gegen Hoffenheim - soll der Nationalspieler erstmals nach seiner schweren Knöchelverletzung wieder im Kader stehen können.

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Wout Weghorst weg, Kruse und Wind da, Nmecha zurück - wie sortiert sich das dann? "Mit seiner Abschlussstärke passt Lukas auch gut in die Sturm-Mitte", so VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer. Heißt: Der eigentliche Ersatz für Weghorst (zum FC Burnley gewechselt) heißt womöglich weder Kruse noch Wind - sondern Nmecha. Der 23-Jährige hatte vor seiner Verletzung vor allem an der Seite von Weghorst gespielt, kam oft über die Flügel, entwickelte von dort Torgefahr. Mit acht Pflichtspieltreffern in 21 Pflichtspielen ist er immer noch der gefährlichste Wolfsburger in dieser Saison - und er machte nie einen Hehl daraus, dass er am liebsten im Zentrum spielt. Schäfer: "Wenn Lukas zurückkommt, sind wir für den Gegner noch schwerer auszurechen, weil wir mehr Tiefgang ins Spiel bekommen." Kruse und Wind können zwar auch ganz vorn spielen, "haben aber andere Qualitäten".

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Nmecha ganz vorn, dahinter Wind und Kruse - das ist eine mögliche Formation. Doch die Konkurrenz ist groß: Maximilian Philipp (erzielte gegen Fürth sein erstes Saisontor), Luca Waldschmidt, Dodi Lukebakio und Nmecha-Bruder Felix sind ebenso Alternativen wie Renato Steffen (kann auch auf der linken Seite defensiver spielen), Aster Vranckx (zwei Tore gegen Fürth, aber eigentlich in der Mittelfeldzentrale zu Hause) oder Yannick Gerhardt. Dazu Bartosz Bialek als Mittelstürmer-Backup. Elf Namen für drei Positionen - das wird Härtefälle geben. Schäfer: "Der Konkurrenzkampf ist sicherlich groß. Aber wir sind dadurch deutlich flexibler und facettenreicher. Das kann dann auch mal mit sich bringen, dass der eine oder andere nicht ganz so zufrieden ist - aber jeder Einzelne kann das durch seine Leistung beeinflussen."

Leistungsfördernder Konkurrenzkampf - das wird weiter nötig sein, denn die Lage des VfL nach dem ersten Rückrunden-Sieg ist zwar besser, aber noch lange nicht gut. Der Relegationsplatz 16 ist weiterhin nur zwei Punkte entfernt. "Wir wissen, dass noch sehr viel Arbeit vor uns liegt", so Schäfer. Aber der Erfolg gegen Fürth sollte dazu führen, das einiges wiederkommt: "Der Glaube an die eigene Stärke, das Selbstvertrauen - und die Erkenntnis, dass das nötige Quäntchen Glück auch mal auf unserer Seite sein kann."

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Gegen Fürth habe es "der Mannschaft gutgetan, dass wir ein frühes Tor geschossen haben, das hat man in den Gesichtern gesehen", so Schäfer. Und: "Das Gegentor war ein Rückschlag, auf den die Mannschaft gut reagiert hat. Das war besonders positiv." Offensiv sei trotz der vier Tore (in dieser Saison hatte es in Pflichtspielen zuvor immer höchstens zwei gegeben) noch reichlich Verbesserungspotenzial da. Schäfer: "Bei eigenem Ballbesitz die Tiefe suchen, die gegnerische Kette mehr auseinanderziehen - das haben wir am Sonntag noch nicht so gut gemacht. Das betrifft die ganze Mannschaft." Und: "Die Automatismen im Spiel mit den Neuen werden nach und nach kommen."

Frankfurt, Hoffenheim, Gladbach - das sind die nächsten Wolfsburg-Gegner. Schäfer: "Wir sind weiter in der Situation, dass wir so viele Punkte wie möglich sammeln müssen."

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